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Agiorgitiko: Griechenlands großer Rotwein

  • Autorenbild: Griechische Weine
    Griechische Weine
  • vor 8 Stunden
  • 12 Min. Lesezeit
Weinberg bei Nemea im Frühling, dahinter ein Hang mit Olivenbäumen
Weinberg und Olivenhain bei Nemea auf der Peloponnes. Foto: ulrichstill / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 DE

Agiorgitiko ist die meistgepflanzte rote Qualitätsrebsorte Griechenlands und der Star der Region Nemea auf der Peloponnes, wo sie als reinsortiger Wein das legendäre „Blut des Herakles" ergibt. Typisch sind weiche Tannine, saftige rote und dunkle Frucht (Pflaume, Kirsche, Brombeere) und eine erstaunliche Bandbreite: vom leichten Rosé über den fruchtig-zugänglichen Alltagswein bis zum ernsten, holzgereiften Gewächs mit Reifepotenzial. Hier erfährst du, wie Agiorgitiko schmeckt, welche Stile es gibt, wozu er passt – und welche uns am meisten überzeugt haben.


Was ist Agiorgitiko?

Agiorgitiko (griechisch Αγιωργίτικο, „das vom Heiligen Georg") ist die wichtigste rote Rebsorte Griechenlands – nach den weißen Massenträgern Savatiano und Roditis die drittgrößte Sorte des Landes. Die Statistikbehörde ELSTAT wies für 2020 rund 31.616 Stremma aus, also etwa 3.161,6 Hektar auf 4.287 Betriebe; zwei Drittel bis drei Viertel davon liegen in der Ursprungsbezeichnung PDO Nemea, die seit der ersten OPAP-Ratifizierung 1971 besteht.

Die Sorte ist untrennbar mit dem Mythos der Gegend verbunden: Nemea ist der Ort, an dem Herakles den Nemeischen Löwen erlegte, und der tiefrote Wein der Region trägt deshalb den Beinamen „Blut des Herakles". Der Löwe steht bis heute auf Etiketten – etwa beim Giannikos Winery The Lion 2018, der als PGI Peloponnes läuft, weil das Weingut bei Korinth außerhalb der PDO liegt, stilistisch aber sehr nah am klassischen Nemea ist. Ein strukturelles Detail unterscheidet Agiorgitiko dabei von seinem Rivalen Xinomavro: Er hat PDO-Status nur in Nemea, während Xinomavro sich diese Ehre in mehreren Anbaugebieten verdient hat.


Wie schmeckt Agiorgitiko?

Das Leitmotiv ist rote Frucht: Kirsche, Sauerkirsche, Erdbeere, Himbeere, rote Johannisbeere, Cranberry. Dazu kommt fast immer eine kräutrige Ader, oft eine ordentliche Portion schwarzer Pfeffer. Bei einem holzlos ausgebauten Agiorgitiko haben wir sogar Feuerstein und „frisch angefeuchtetes Flussbett" notiert – die Sorte kann mineralisch-eigenwillig sein, nicht nur fruchtig. Dabei gibt es einen belegbaren Nord-Süd-Kontrast: Auf der Peloponnes dominiert die rote Frucht, in Nordgriechenland (PGI Drama, PGI Pangeon) verschiebt sich das Bild ins Dunkle – Heidelbeere und Schwarzkirsche, dazu samtigere Tannine.

Reife blaue Weintrauben am Rebstock, dahinter grüne Rebzeilen
Reife Trauben kurz vor der Lese. Foto: Elisavetch / Wikimedia Commons, gemeinfrei

Das Tannin ist nicht sortentypisch fixiert, sondern eine Frage des Ausbaus: vom samtig-ausbalancierten Alltagswein bis zum Barrique-Wein, bei dem es den ganzen Mund ausfüllt. Auch der Alkohol spannt sich weit, von 11,5 Prozent bei alten Massenmarkt-Nemea bis 15 Prozent bei modernen Ambitions-Weinen. Wer Agiorgitiko als eine einzige Stilistik denkt, wird der Sorte nicht gerecht.

Zur Ehrlichkeit gehört die Grenze: Agiorgitiko kommt normalerweise nicht mit unendlichen Komplexitätsebenen – er ist animierend genug, um eine ganze Mahlzeit hindurch zu begleiten, aber die großen Aromaverschachtelungen sind die Ausnahme. Und ein schlecht gemachter Xinomavro überzeugt immerhin noch mit Tomate, Erdbeere und guter Säure, während ein mittelmäßiger Agiorgitiko schon am zweiten Tag mit oxidativen Noten auffällt.


Nemea – die Heimat

Die PDO Nemea schreibt 100 Prozent Agiorgitiko vor – reinsortig, ohne Ausnahme. Die Zone umfasst 17 Gemeinden und ist topographisch stark gegliedert: Die Weinberge liegen zwischen 200 und 815 Metern Höhe. Acra bewirtschaftet ton-kalkige Parzellen zwischen 300 und 550 Metern, Ktima Driopi steht in Koutsi auf 380 Metern mit 50 Jahre alten Reben.

Alte Rebe mit dickem Stamm und blauen Trauben auf hellem, steinigem Boden bei Nemea
Alte Rebe in einem kleinen Weinberg nahe der Ausgrabungsstätte von Nemea. Foto: Zde / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Diese Spreizung ist der Schlüssel zur Appellation, denn Agiorgitiko ist eine der lagen-sensitivsten Sorten Griechenlands: Hitzestress und Herbstfäulnis treffen die dünnschalige Beere in der Talsohle härter als am Hang. In unserer Jahrgangsdatenbank schlägt sich das nieder – 2018 liegt der Teilscore für Höhenlagen wie Koutsi bei 7 bis 8, für Talweine bei 4 bis 5; ganz oben steht 2020 mit einer 9, dem besten Nemea-Jahr seit drei Jahrzehnten. Die Debatte über eine stärkere Binnendifferenzierung der Terroirs, für die Yiannis Karakasis argumentiert, ist deshalb keine akademische – der 2024 angekündigte „Nemea Lion" mit strengeren Regeln zu Rebalter, Ertrag und Reifezeit geht in diese Richtung.

Wie unterschiedlich Nemea in der Praxis schmeckt – von 78 bis 95+ Punkten – zeigt unsere große Verkostung von 19 Agiorgitikos aus vier Jahrzehnten: 17 Weine in einer Reihe, gerahmt von zwei Ausnahmeflaschen. Dort steht auch die unbequeme Bilanz: In diesem Segment ist die Qualität durchwachsen, man muss genau hinschauen.


Die Stile

Jung & fruchtig

Der Stil mit dem meisten Trinkfluss – und unser heimlicher Favorit. Ohne Holz, kurze Maischestandzeit, Edelstahl. Der Lafazanis Geometria beweist, dass Agiorgitiko ganz ohne Fass Spaß macht: Sauerkirsche, schwarzer Pfeffer, Butterkaramell in der Nase. Der Nemea Winery Nemea 2019 liefert für unter 10 Euro eine vibrierende Fruchtaromatik, die einen sämtliche internationalen Rebsorten vergessen lässt – 90 Punkte. Dazu Barafakas' Idea Nemea 2021 mit nur vier Monaten Tanklager und der Skouras Akres 2025 für rund 8 Euro. Leicht gekühlt trinken – so funktioniert dieser Stil am besten.


Reserve & Holz

Das Gegensatzpaar lässt sich an zwei Weinen ablesen. Der Kokotos Estate Agiorgitiko 2020 sieht laut Julia Harding MW nur fünf Monate zweitbelegte Eiche und kommt mit 12,5 Prozent Alkohol aus: erfrischend und zugleich elegant, 92 Punkte für rund 10 Euro. Der Ktima Driopi Reserve 2018 geht den Gegenweg – zwölf Monate französische Barriques zu 70 Prozent neu, 14 Prozent Alkohol, 90 Punkte. Dazwischen liegen Acra mit überwiegend gebrauchter Eiche und Barafakas Apocalypsis mit mindestens zwei Jahren Flasche vor der Freigabe.

Ganz oben stehen die Ikonen. Der Ktima Biblia Chora Areti rot 2013 aus der PGI Pangeon holt 94 Punkte; laut Weingut war der Areti der erste Agiorgitiko, der je außerhalb Nemeas erzeugt wurde. Der La Tour Melas Palies Rizes 2020 stammt aus einem über 100 Jahre alten, wurzelechten Weinberg bei Nemea – wilde Hefen, 15 Hektoliter je Hektar, sehr fein geschliffenes Tannin, 94 Punkte. Und der Philos Wines Apeiro „∞" 2015 hat mit 95+ die höchste Bewertung, die wir je an einen reinsortigen Agiorgitiko vergeben haben: Schwarzkirschlikör, Veilchen, Graphit, Meeresbrise.


Gereift

Hier wird es widersprüchlich. Die Grundregel: Gereifter Agiorgitiko wird oft spröde wie trockenes Holz – es gibt sogar ein wiederkehrendes Fehlbild, das wir „die Schärfe von überlagertem Agiorgitiko" nennen: brandig, metallisch, bitter.

Und doch überraschen ausgerechnet die ganz alten Flaschen. Der Cavino Nemea 1978, zum 45. Geburtstag geöffnet, war bemerkenswert geschmeidig – 90 Punkte. Der Boutari Nemea 1998, eine schlichte Standardabfüllung mit 11,5 Prozent Alkohol, kommt ebenfalls auf 90, der Kourtakis Nemea 1990 nach 34 Jahren noch auf 89.

Zwei Muster fallen auf. Erstens verläuft die Reifung nicht entlang des Preises: Die schlechteste alte Flasche ist ausgerechnet die exportstärkste Marke der drei großen Häuser, der Kourtakis Kouros Nemea 1992 mit 78 – zwölf Punkte unter der schlichten Boutari-Abfüllung. Zweitens sind die eigentlichen Verlierer die mittelalten Weine – Palivou Anemos 2013 landete nach elf Jahren bei 82, Nicolas Repanis 2011 nach dreizehn Jahren bei 83.

Konserviert hat die alten Nemea nicht der Alkohol, sondern die tragende Säure. Reifepotenzial ist real, aber die Ausnahme – es hängt an der Flasche und der Lagerung, nicht am Preissegment. Die volle Beweisführung steht in unserer großen Agiorgitiko-Verkostung.


Agiorgitiko-Rosé

Der Rosé ist die am meisten unterschätzte Spielart – und in der Praxis immer ein Verschnitt: Unter den neun Agiorgitiko-Rosés unserer Datenbank ist kein einziger reinsortig; der höchste ausgewiesene Anteil sind 80 Prozent.

Der überzeugendste Vertreter ist das Barafakas Treis Magisses 2021: 80 Prozent Agiorgitiko, lieblich mit 18 Gramm Restzucker, 2,4 bar Perlage und nur 11 Prozent Alkohol – für uns der beste liebliche Roséwein Griechenlands seines Jahrgangs, 91 Punkte. Trockener und mit ordentlich Grip kommt das Barafakas Saint Modesto 2021 daher, halb Grenache Rouge, halb Agiorgitiko, 88 Punkte.

Nach unten ist die Spanne groß: Der Dionysos Agiorgitiko-Moschofilero 2021 kommt auf 79, der Dionysos Orizontes rosé 2021 wegen oxidativer Noten nur auf 70. Hier lohnt der Blick auf den Erzeuger besonders.


Agiorgitiko als Cuvée-Partner

Anders als Xinomavro, das mit der PDO Rapsani eine Verschnitt-Tradition besitzt, hat Agiorgitiko im Blend keine eigene Herkunftsbezeichnung: Weil die PDO Nemea ausschließlich für reinsortigen Agiorgitiko gilt, muss jede Cuvée in die PGI ausweichen – auch die berühmteste.

Genau das ist die Geschichte des Domaine Skouras Megas Oenos 2019: 80 Prozent Agiorgitiko, 20 Prozent Cabernet Sauvignon, 18 Monate in neuen französischen Barriques – und deshalb PGI Peloponnes. George Skouras brachte burgundisches Know-how auf die Peloponnes; sein Megas Oenos gilt als inoffizieller Botschafter des griechischen Weins und lag bei uns blind gegen fünf 2019er Bordeaux punktgleich an der Spitze: 94. Der kleine Bruder Akres 2025 kommt auf 87.

Der aktuelle Trend geht zu Syrah: Der Ktima Pavlidis Thema rot 2017 ist international vielleicht die bekannteste Agiorgitiko-Cuvée überhaupt (90+), noch besser gefiel uns der Ktima Dyio Ipsi Dialogos rot 2019, halb Agiorgitiko, halb Syrah (91+). Für die rassigeren Weine halten wir allerdings Cabernet Sauvignon für die bessere Wahl. Mit Merlot funktioniert Agiorgitiko nach dem Prinzip „gleich und gleich gesellt sich gern", vor allem bei den unkomplizierteren Weinen – etwa Olympia Land Estate Pheidias 2016 (90+) und Fteri Vinum Viale die Parioli 44 2020 (85+).

Die größte Überraschung war ein Wein ganz außerhalb dieser Schemata: der Achaia Clauss Cava Clauss 1982, eine Cuvée aus Agiorgitiko, Mavrodaphne und Cabernet Sauvignon – ein 40 Jahre alter „Vin de Table" mit 93 Punkten. In unserer Bestenliste steht er trotzdem nicht: Achaia Clauss hat das Verhältnis der drei Sorten nie genannt, wir wissen also nicht, ob Agiorgitiko hier wirklich die Hauptrolle spielt.

Was Agiorgitiko im Blend beisteuert: Frucht und Zugänglichkeit in der Jugend, eine erkennbar florale Aromatik, Filigranität, bei den frischeren Vertretern moderaten Alkohol. Was er in der Regel nicht liefert: Tanningerüst, Struktur, Alterungsreserve – der Cava Clauss ist genau deshalb die Ausnahme, die auffällt.


In diesen Weinen ist Agiorgitiko Minderheits- oder gleichrangiger Partner – sie sind keine Agiorgitiko-Weine im engeren Sinn, aber lohnend: Ktima Biblia Chora Plagios rot 2013, Oenotria Land Cabernet Sauvignon – Agiorgitiko 2018, Andreou Winery Thiseas 2017, Ktima Biblia Chora Plagios rot 2012 (Verkostung 04/2022), Ktima Biblia Chora Plagios rot 2012 (Verkostung 10/2022), Domaine Costa Lazaridi Amethystos rot 2023, Domaine Skouras Peplo 2024, Ktima Biblia Chora rot 2019, Ktima Biblia Chora rot 2010, Domaine Costa Lazaridi Amethystos rot 2015, La Tour Melas Idylle d'Achinos 2021, Oenotria Land Syrah – Agiorgitiko 2020, Katogi Averoff Rot 2018, La Tour Melas Nautilus 2021, Ktima Biblia Chora rot 2023, Domaine Costa Lazaridi Amethystos rot 2018, Estate Manolesakis Pelagia 2017, Muses Winery Clio, The Red Muse 2018, Nemea Winery Rosé Signature Collection 2021, Nestor Winery Avarinó rot 2019, Dionysos Winery La Culture en Rose 2021.

Die ganze Cuvée-Landschaft – von den Bordeaux-Trios über Mavrodaphne bis zu den offenen Fäden wie einer Agiorgitiko-Xinomavro-Cuvée – haben wir im Artikel Agiorgitiko-Cuvées durchgespielt.


Wozu passt Agiorgitiko?

Agiorgitiko ist ein hervorragender Essensbegleiter, weil er mitbringt, was am Tisch zählt: weiches Tannin, saftige rote Frucht, kräutrige Würze und moderaten Alkohol.

Flasche Boutari Nemea 1998 über einem Topf mit Wildschwein-Auberginen-Gulasch
Boutari Nemea 1998 zum Wildschwein-Auberginen-Gulasch. Eigenes Foto

Aus unserer Verkostungspraxis stammt eine sehr konkrete Empfehlung: Wildschwein-Auberginen-Gulasch passt hervorragend zur Aromatik von Agiorgitiko. Von dort lässt sich das Feld aufspannen – aus Kräuterwürze und roter Frucht ergeben sich naheliegend Lamm, gegrilltes Fleisch vom Holzkohlegrill und die klassische Moussaka, denn Aubergine und Agiorgitiko sind ein belegtes Paar. Die moderate Säure der frischeren Vertreter macht Tomatengerichte unproblematisch, an denen sich tanninlastige Rotweine sonst reiben. Zu würzigem Hartkäse wie Kefalotyri braucht es dagegen die holzgereifte Reserve mit mehr Griff.

Flasche Ktima Biblia Chora Areti 2016 über einem Topf mit Wildschwein-Auberginen-Gulasch
Areti 2016 von Ktima Biblia Chora zum selben Gericht. Eigenes Foto

Faustregel: Je jünger und holzloser der Wein, desto leichter gekühlt und desto flexibler am Tisch.


Agiorgitiko als Alternative zu …

Wer weiche, fruchtige Rotweine mag, ist bei Agiorgitiko richtig – nur eben zu Preisen, die es in bekannteren Regionen so nicht mehr gibt.

Statt Merlot: Die Verwandtschaft ist so eng, dass beide Sorten sogar miteinander verschnitten werden – sanft trifft sanft. Wer Merlot wegen seiner runden Zugänglichkeit trinkt, findet bei Agiorgitiko dieselbe Weichheit plus eine kräutrig-pfeffrige Kante.

Statt jungem Chianti: Auch bei Sangiovese wird man mit Kirsche verwöhnt – aber nach ein paar Schlucken würde man doch gerne den Korken einer ganz anderen Flasche ziehen. Bei Agiorgitiko ist das nicht der Fall: zehn Mal lieber Agiorgitiko als Sangiovese.

Statt Côtes du Rhône: Wer dort die Mischung aus roter Frucht, schwarzem Pfeffer und Kräuterwürze schätzt, findet sie beim Agiorgitiko wieder, oft bei niedrigerem Alkohol.

Das Preisargument ist kein Nebensatz: Mehrere Weine mit 90 und mehr Punkten liegen bei uns unter 10 Euro, der Panagiotopoulos Agiorgitiko Cube 2015 kostete ab Hof 6,80 Euro.


Die besten Agiorgitiko-Weine: unsere Empfehlungen

Alle Weine dieser Liste bestehen mindestens zur Hälfte aus Agiorgitiko – und zwar belegt, nicht geschätzt. Cuvées mit Agiorgitiko als Minderheitspartner oder mit ungenanntem Anteil stehen bewusst nicht hier, sondern im Cuvée-Abschnitt.


Hinweis zur Skala: Unsere älteren Artikel nutzen noch die 20-Punkte-Skala (18,5/20 entspricht ungefähr 95/100). Alle Punktzahlen auf dieser Seite sind auf die 100-Punkte-Skala umgerechnet.


Was jetzt ins Glas?

In einem Satz: Agiorgitiko ist Griechenlands weicher, fruchtiger Rotwein mit kräutrig-pfeffriger Kante – am besten jung und leicht gekühlt getrunken, zu Preisen, die es in bekannteren Regionen so nicht mehr gibt.

Wer die Sorte noch nicht kennt, fängt am einfachsten beim Domaine Skouras Akres 2025 an: rund 8 Euro, 87 Punkte, unkompliziert und sortentypisch. Wer wissen will, wie weit die Sorte nach oben reicht, nimmt eine Flasche aus der Bestenliste.

Ein Hinweis dazu: Die ältesten Flaschen dieser Seite, der Cavino Nemea 1978 und der Boutari Nemea 1998, sind Archivweine aus unserem eigenen Keller. Sie stehen hier als Beleg dafür, dass Agiorgitiko reifen kann – nicht als Einkaufstipp. Im Handel wird man sie nicht mehr finden.


Alle Agiorgitiko-Notizen (Stand: August 2026)

Über 60 Verkostungsnotizen in unserer Datenbank enthalten Agiorgitiko. Hier sind alle Weine, in denen Agiorgitiko die Hauptrolle spielt – mehr als 40 Notizen von rund 30 Weingütern, Jahrgänge von 1978 bis 2025, Bewertungen von 70 bis 95+ Punkten. Fast alle sind reinsortig oder haben einen ausgewiesenen Agiorgitiko-Anteil von mindestens der Hälfte. Dazu kommen zwei Zwei-Sorten-Cuvées, bei denen der Erzeuger den Anteil nicht angibt – Agiorgitiko steht dort jeweils an erster Stelle, und in der Verkostung trägt er den Wein hörbar.

Philos Wines Apeiro „∞" 2015 (95+), Domaine Skouras Megas Oenos 2019 (94), Ktima Biblia Chora Areti rot 2013 (94), La Tour Melas Palies Rizes 2020 (94), Domaine Costa Lazaridi Château Julia Agiorgitiko 2020 (92), Kokotos Estate Agiorgitiko 2020 (92), Ktima Dyio Ipsi Dialogos rot 2019 (91+), Ktima Pavlidis Emphasis Agiorgitiko 2018 (91+), Barafakas Winery Treis Magisses 2021 (91), Ktima Biblia Chora Areti rot 2016 (91), Palivou Estate Nemea 2018 (91), Ktima Pavlidis Thema rot 2017 (90+), Olympia Land Estate Pheidias 2016 (90+), Acra Winery Nemea Agiorgitiko 2020 (90), Boutari Nemea 1998 (90), Cavino Nemea 1978 (90), Ktima Driopi Reserve Agiorgitiko 2018 (90), Nemea Winery Nemea 2019 (90), Panagiotopoulos Wines Agiorgitiko Cube 2015 (90), Giannikos Winery The Lion 2018 (89+), Barafakas Winery Apocalypsis 2015 (89), Kourtakis Nemea 1990 (89), Lafazanis Winery Geometria Agiorgitiko 2020 (89), Barafakas Winery Saint Modesto 2021 (88), Lafazanis Winery Geometria Agiorgitiko 2023 (88), Lafazanis Winery Geometria Agiorgitiko 2024 (88), Ktima Pavlidis Emphasis Agiorgitiko 2016 (87+), Nikolaou Estate Nemea Agiorgitiko 2020 (87+), Domaine Skouras Akres 2025 (87), Barafakas Winery Idea rot 2021 (86), Dionysos Winery Agiorgitiko 2021 (86), Domaine Spiropoulos Porfyros 1996 (86), Fteri Vinum Winery Viale die Parioli 44 2020 (85+), Astir X Winery Fare Rebels rot 2017 (84), Semeli Estate Oneiros Helios 2019 (84), Tsantali Nemea Reserve Epilegmenos 1993 (84), Nicolas Repanis Agiorgitiko 2011 (83), Palivou Estate Anemos 2013 (82), Loukas Winery Ariston 2021 (80), Semeli Estate Charisma 2021 (80), Dionysos Winery Agiorgitiko Moschofilero 2021 (79), Kourtakis Kouros Nemea 1992 (78), Cavino Pandora 2021 (70), Dionysos Winery Orizontes rosé 2021 (70).


Weiterlesen: unsere Agiorgitiko-Deep-Dives

Diese Seite gibt den Überblick – die Tiefe steht in unseren vier großen Agiorgitiko-Artikeln:


  • Agiorgitiko-Verkostung: 19 Weine aus vier Jahrzehnten – die Vertikale von 1978 bis 2021, mit allen Reifedaten, der Geschichte der großen Export-Häuser der 1990er und dem Vergleich einer alten Nemea mit zwei berühmten Bordeaux desselben Jahrgangs.


  • Agiorgitiko in allen Varianten – das Stilspektrum von holzlos bis Single Vineyard, mit den ausführlichen Verkostungsnotizen zu Geometria, Palivou Nemea, Cube und Emphasis.


  • Agiorgitiko: von der Heimat in die Ferne – wie sich die Sorte 750 Kilometer nördlich von Nemea schlägt, und warum die Frucht dort dunkler ausfällt.


  • Agiorgitiko-Cuvées – die komplette Partner-Landkarte: Cabernet, Merlot, Syrah, Mavrodaphne, Pinot Noir, Grenache und Moschofilero.


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Bildnachweise

Landschafts- und Rebfotos via Wikimedia Commons: ulrichstill – Nemea Wine-Olives Corinthia Peloponnese (CC BY-SA 3.0 DE) · Zde – Vine tree near Archeological site of Nemea (CC BY-SA 4.0) · Elisavetch – Agiorgitiko (gemeinfrei). Die beiden Flaschenfotos stammen aus unseren eigenen Verkostungen.

 
 
 

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