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Ein Rosé, der redet, und einer, der schweigt
Die Rotweine von La Tour Melas aus Achinos bei Stylida in Fthiotida bewerte ich seit Jahren durchweg mit 94 bis 95+ Punkten. Dass das Haus auch seine Rosés nicht nebenbei macht, zeigt schon die Staffelung: unten der Nautilus, in der Mitte die Idylle d'Achinos, an der Spitze der Silphium, eine nach Angaben des Guts sehr limitierte Cuvée. Im Oktober 2026 habe ich die beiden oberen Weine des Jahrgangs 2025 gemeinsam verkostet, beide als Muster des Weinguts. Ein aufschlussreicher

Griechische Weine


Vier Flaschen Boutari und ein widerspenstiger Korken
Im Oktober 2026 standen vier Rotweine von Boutari vor mir, zwei Paare über die Jahrzehnte hinweg. Der Grande Reserve Naoussa 2013 und 1993, beide reinsortiger Xinomavro, zwanzig Jahre auseinander. Und der Cava Boutari 2020 und 1976, 44 Jahre auseinander und dazu aus zwei Epochen der Rezeptur, wozu später mehr. Die beiden jungen Weine habe ich im Handel gekauft, die beiden alten ersteigert. Ich gehe von neu nach alt, der Vergleich steht jeweils beim älteren Wein. Cava Boutari

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Sauvignon Blanc mit Assyrtiko, die Hauscuvée des Nordens
Wer in Nordgriechenland einen weißen Gutswein bestellt, bekommt erstaunlich oft dieselbe Rezeptur ins Glas: Sauvignon Blanc mit Assyrtiko. In Drama und am Pangeon ist diese Cuvée fast schon eine eigene Gattung. Die Logik dahinter leuchtet ein. Der Sauvignon Blanc bringt Aromatik mit, je nach Lesart grasig oder exotisch, der Assyrtiko steuert Säure und Struktur bei. Preislich bewegt sich die ganze Gattung grob zwischen 10 und 15 Euro, ausgebaut wird fast immer im Edelstahl, ge

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Pizza-Rosés aus Nord- und Südgriechenland
Zwei Rosés, dieselbe Idee: Syrah vorn, eine griechische Sorte dazu, beide aus dem Jahrgang 2025, beide mit 13,5 % Alkohol, beide dunkler, als man Rosé gemeinhin erwartet. Der eine kommt aus dem äußersten Süden des griechischen Weinbaus, von Kreta, der andere aus dem äußersten Norden, aus Drama. Pizza-Rosé nenne ich so etwas: kräftige, unkomplizierte Rosés, die Tomate, Käse und Kräuter vertragen, ohne gleich einzuknicken. Der faire Unterschied Kreta und Drama sind die beiden E

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Drei Gläser Kir-Yianni und eine verdiente Blamage
Wenn man viele Verkostungen für andere organisiert und ihnen dann zuschaut, wie sie sich blind abmühen, während man selbst längst weiß, was im Glas ist, stellt sich mit der Zeit ein falsches Gefühl von Sicherheit ein. Das musste ich kürzlich wieder recht schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Wir waren bei Freunden eingeladen, die sich sehr gut mit griechischem Wein auskennen, und ich wollte etwas Wein zum Spieleabend mitbringen. Beim Blick ins Regal mit den noch zu verkostend

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Zwei Rosés von T-Oinos, und der günstigere hält mit
Zwei Flaschen vom selben Gut, zwei Preisklassen, eine Punktzahl. Der Clos Stegasta Rosé 2023, der Spitzen-Rosé von T-Oinos auf Tinos, kostet in Griechenland rund 60 Euro. Der Mavrosé 2025, der zweite Rosé des Hauses, kostet in Griechenland rund 35 Euro. In Deutschland sind beide Rosés derzeit kaum zu bekommen; der deutsche Importeur des Hauses führt nur Assyrtiko und Mavrotragano. Im Mai 2026 standen beide nebeneinander im Glas, und am Ende stand hinter beiden dieselbe Zahl:

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Die Tomos-Weine von Panagiotopoulos, und der beste steht ganz unten
Im Juni 2026 standen fünf Rotweine aus Trifilia nebeneinander im Glas: die drei Weine der Tomos-Serie des Weinguts Panagiotopoulos, dazu deren Vorgänger, der Cabernet Sauvignon Bio 2010, und als Nachbarschaftsvergleich der gleich alte Anny's Animus Merlot 2014 vom Weingut Tsolis. Der jüngste dieser Weine war zwölf Jahre alt, der älteste sechzehn, und keiner davon war müde. Das allein ist bemerkenswert für eine Region, die international kaum jemand auf der Karte hat. Noch beme

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Kechris „Tear of the Pine“ 2022 und 2024 im Vergleich
Im Juni 2026 standen zwei Flaschen desselben Weins nebeneinander auf dem Tisch. Die eine ist der erste Retsina, der es bei den Decanter World Wine Awards je zu Best in Show gebracht hat: 2024, mit 97 Punkten, als einer von 50 aus 18.143 eingereichten Weinen. Die andere kennt außerhalb Griechenlands kaum jemand. Am Ende des Abends stand der berühmte Jahrgang bei 91 Punkten, der unbekannte bei 93. Das ist keine Provokation und kein Kategorien-Streit. Es ist das Ergebnis eines d

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Oinotropai: Endlich vor Ort, nach vier Jahren im Glas
Messenien liegt mir am Herzen, und ich bin oft in der Gegend. Ein Gut habe ich dabei über Jahre verfolgt, ohne je dort gewesen zu sein: das Ktima Oinotropai in Zevgolatio, ein paar Kilometer außerhalb von Kalamata. Vasilis und Maria Kapopoulos keltern dort rund dreißigtausend Flaschen im Jahr, in der messenischen Ebene, die kaum jemand mit großem Wein verbindet. Angefangen hat meine Beschäftigung mit dem Gut 2022, mit der ersten Flasche im Glas. Der Roditis 2019 stand bei 93

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Der Schweizer hat nie gezahlt: La Tour Melas gegen Saint-Émilion
So erzählt man es bei La Tour Melas: Bei einem Abendessen in Zürich, irgendwann um die Jahrtausendwende, wettete Kyros Melas mit einem Schweizer Bankkollegen. Melas, Geschäftsmann und Liebhaber von Château Lafleur, behauptete, er könne in Griechenland einen Wein erzeugen, der es mit dem Pomerol-Star aufnimmt. Ab 2000 pflanzte er in Achinos in der Fthiotida französische Reben - in einer Gegend ohne jede Weinbautradition. Gezahlt hat der Schweizer bis heute nicht - sein Argumen

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