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Jahrgang 2019

moderat · säurefrisch · sehr ungleich verteilt

Landesweit 8,0 von 10 · Sicherheit der Einstufung: hoch

Makedonien

Naoussa · PDO – Rot 9,0 · Weiß 8,5 (Sicherheit: hoch)

Amyndeon · PDO – Rot 8,5 (Sicherheit: hoch)

Thrakien

Maroneia · PDO – Rot 7,5 · Weiß 7,0 (Sicherheit: niedrig)

Epirus

Metsovo · PGI – Rot 8,0 · Weiß 8,0 (Sicherheit: mittel)

Thessalien

Rapsani · PDO – Rot 8,5 (Sicherheit: mittel)

Meteora · PGI – Rot 8,0 · Weiß 8,0 (Sicherheit: mittel)

Mittelgriechenland

Attika und Mittelgriechenland · PGI – Rot 8,5 · Weiß 8,5 (Sicherheit: hoch)

Atalanti und Opountia Lokridas · PGI – Rot 8,0 · Weiß 8,0 (Sicherheit: niedrig)

Peloponnes

Mantinia · PDO – Weiß 8,0 (Sicherheit: hoch)

Nemea · PDO – Rot 7,0 (Sicherheit: hoch)

Kykladen

Santorini · PDO – Rot 7,0 · Weiß 8,0 (Sicherheit: hoch)

Kreta 8,0 · Epanomi 8,5 · Pangeon 8,0 · Drama 7,5 · Peloponnes außerhalb von Nemea und Mantinia 7,5 (jeweils als Gesamtwert ohne Farbtrennung)

Kein Hitzejahr, und darin liegt sein Wert. Der Sommer blieb moderat und gewitteraktiv, ohne die langen Dürreperioden, an denen griechische Jahrgänge sonst ihre Säure verlieren. Die Trauben reiften vollständig aus und behielten trotzdem Frische – die Kombination, die warme Jahre selten zustande bringen. 2019 wurde dadurch einer der drei stärksten Jahrgänge unserer Reihe, gemeinsam mit 2020 und 2022. Selbst auf Kreta, wo Säure sonst das knappe Gut ist, bekamen die Weißen aus Vidiano, Vilana und Thrapsathiri genug davon für Frische und Haltbarkeit.

Im Norden geriet er am besten. Auf Santorini fiel zur selben Zeit die kleinste Ernte seit 1991 an.

Nordgriechenland – Naoussa 9,0 · Amyndeon 8,5

Hier war 2019 das, was man sich als Winzer wünscht. Der Winter hatte die Wasserreserven gefüllt, der Fruchtansatz gelang ohne Frost und ohne Regen zur Blüte, der Sommer blieb ausgewogen warm. Entscheidend war der Herbst: lang, mild, ohne das Regenereignis, das sonst zur überstürzten Lese zwingt. Wer auf den perfekten Moment warten wollte, konnte warten.

Für Xinomavro ist das die Idealkonstellation. Die Rebsorte reift spät und braucht genau diese ungehetzten Wochen, um ihre Gerbstoffe auszureifen, ohne dass die Säure zusammenfällt. Was daraus wurde, hat tiefe Farbe, kräftige, aber reife Struktur und dabei nur zwölf bis zwölfeinhalb Grad Alkohol. Kir-Yianni nennt es schlicht den besten Jahrgang seit zwanzig Jahren – für Naoussa wie für Amyndeon.

Amyndeon liegt sechshundert bis siebenhundert Meter hoch, und dort steht in kühlen Jahren die Frage, ob Xinomavro überhaupt fertig wird. Der lange milde Herbst hat sie 2019 nicht gestellt.

Epanomi – 8,5

An der Küste südlich von Thessaloniki, wo Malagousia und Assyrtiko auf sandigen Böden dicht am Meer stehen, war 2019 vielleicht das beste Jahr der letzten zwanzig Jahre – so heißt es aus dem Gebiet selbst. Nur eine Handvoll Herkünfte trägt den Superlativ dieses Jahrgangs, und Epanomi ist eine davon.

Attika, Mittelgriechenland und Thessalien – 8,5

Die Mitte des Landes stand dem Norden kaum nach. Der Winter war kalt und ausreichend nass, im Bergland um Metsovo fiel viel Schnee, und die Reben starteten entsprechend spät. Von April bis Juni kam kräftiger, gleichmäßig verteilter Regen und füllte die Grundwasserreserven; in Attika verzögerte sich die Blüte um knapp zwei Wochen. Danach wurde es trocken, ohne je extrem heiß zu werden.

Gelesen wurde sieben bis fünfzehn Tage später als üblich, regenfrei und kerngesund. Nach den Hitzejahren davor war das schlicht die Rückkehr zu einem normalen Reifefenster. Attika galt danach als bestes Jahr seit fünf Jahren, Evia als großes Jahr für sämtliche Sorten. In Thessalien kam der Rapsani am 19. September herein, rund zehn Tage später als gewohnt, mit dichter Frucht und hohem Alkoholpotenzial; aus den Meteora kamen Rote mit viel Farbe und runden Gerbstoffen, und um Karditsa fiel der Ertrag fünfzehn Prozent höher aus als normal, bei besserer Qualität.

Am klarsten profitierten die alten Savatiano-Stöcke Attikas: Ein Sommer ohne Extremhitze gibt dieser Sorte die Säure zurück, die ihr in heißen Jahren als Erstes fehlt.

Peloponnes – Mantinia 8,0 · Nemea 7,0

Ein ganz anderer Verlauf, und er endete für Weiß und Rot verschieden. Der Winter war kalt und ausgesprochen nass – in Mantinia fielen allein im Januar 268 Millimeter –, und der Frost hielt sich bis in den März. Die Reben starteten spät und blieben lange im Rückstand. Erst der Sommer drehte auf Hitze und Trockenheit und hielt sie bis in den September.

Was zunächst nach einem schwierigen Jahr aussah, wurde dadurch zu einem sehr sauberen: kein Krankheitsdruck, kerngesundes Lesegut, in Nemea normale Erträge um 800 Kilo je Stremma. Der verzögerte Verlauf kam vor allem dem spät reifenden Moschofilero zugute. In Mantinia begann seine Lese am 1. Oktober; drei Tage später fiel Regen und unterbrach sie, da war das Wesentliche aber bereits im Keller.

Agiorgitiko kam in Nemea gesund und säurebetont herein, strukturiert statt üppig – ein frischer Rotweinstil und der Gegenentwurf zu dem, was Hitzejahre dort hervorbringen.

Santorini – Weiß 8,0

Und dann die Insel, auf der 2019 nichts von alldem galt. Nicht Hitze war das Problem, sondern Wind: Während der Blüte fegten Böen über elf Beaufort über die Weinberge, weit jenseits dessen, was der Meltemi sonst bringt, und zerstörten den Fruchtansatz. Nach mehreren Dürrejahren traf das auf ohnehin geschwächte Reben.

Die Zahlen dieses Jahrgangs sind kaum zu glauben. Statt der üblichen rund 3.000 Tonnen brachte die Insel etwa 1.100 ein, umgerechnet viereinhalb Hektoliter je Hektar statt siebzehn. Es war die kleinste Assyrtiko-Ernte Santorinis seit 1991. Die Traubenpreise, schon zuvor auf europäischem Spitzenniveau, gerieten außer Kontrolle.

Was übrig blieb, war ausgezeichnet – konzentriert, hochsäurig, wie es wenige Trauben an einem alten Stock werden. Nur gab es davon fast nichts. Wer einen Santorini 2019 im Keller hat, besitzt einen Jahrgang, den es in normaler Menge nie gab.

Unsere Weine

Einundachtzig griechische Weine aus 2019 haben wir verkostet, von einundfünfzig Erzeugern. Der Median liegt bei 90 Punkten.

An der Spitze stehen zwei Weine mit 95: der Areti weiß vom Ktima Biblia Chora und der MagioVotano von Ampelourgein auf Kreta. Ebenfalls bei 95, aus der PGI Ilia im Westpeloponnes, das Assyrtiko vom Olympia Land Estate - der Trilogia vom Ktima Dyio Ipsi aus derselben Appellation liegt einen Punkt darunter, bei 94.

Top 3 der eigenen Verkostungen

Rang 1 – 95+ Punkte Ampelourgein MagioVotano · Ktima Biblia Chora Areti weiß

Rang 3 – 95 Punkte Olympia Land Estate Assyrtiko

Alle Verkostungsnotizen aus 2019

· Acheon Winery Laura Nera · 90

· Agelakis Winery Materia Merlot · 94

· Agelakis Winery Takimi Kotsifali-Merlot · 92

· Alpha Estate Alpha One · 96

· Alpha Estate Hedgehog Rosé · 94

· Alpha Estate Kaliva · 93

· Ampelourgein MagioVotano · 95

· Amyndaion Winery Reserve · 81

· Avantis Estate Collection Syrah · 93

· Cavino Naoussa Xinomavro · 84

Alle 81 Verkostungsnotizen aus 2019 anzeigen

· Diamantakis Winery Petali rot · 92

· Diofili Pinot Noir · 81

· Domaine Costa Lazaridi Amethystos Fumé · 92

· Domaine Costa Lazaridi Château Julia Assyrtiko · 90

· Domaine Costa Lazaridi Malagousia · 83

· Domaine Menexes Blend Merlot-Syrah-Kotsifali · 93

· Domaine Menexes Mandilaria · 90

· Domaine Menexes Merlot · 92

· Domaine Paliomylos Alatsaria · 89

· Domaine Paliomylos Sauvignon Blanc & Assyrtiko · 86

· Domaine Paliomylos Skales Varsamou · 88

· Domaine Paliomylos Themonies · 90

· Domaine Paterianakis Melissokipos · 91

· Domaine Skouras Megas Oenos · 94

· Efrosini Winery Sophia · 89

· Evampelos Ghi Merlot & Cabernet Franc · 89

· Giannikos Winery At Sea · 87

· Giannikos Winery Windmill Malagouzia · 90

· Greek Wine Cellars Assyrtiko · 78

· Imperator Winery Valia Calda · 87

· Kalogris Organic Winery Kyriaki! · 89

· Kotoulas Red Rhapsody · 88

· Ktima Biblia Chora Areti weiß · 95

· Ktima Biblia Chora Biblia Chora rot · 92

· Ktima Biblia Chora Sole Pinot Noir · 90

· Ktima Dyio Ipsi Dialogos rot · 91

· Ktima Dyio Ipsi Trilogia · 94

· Ktima Dyio Ipsi Trilogia · 94

· Ktima Gerovassiliou Domaine Gerovassiliou Red · 91

· Ktima Gerovassiliou Evangelo · 91

· Ktima Gerovassiliou White · 93

· Ktima Kalogri Dialogues · 93

· Ktima Kalogri Κυριακή! Merlot · 89

· Ktima Katsarou Ktima Katsarou · 94

· Ktima Kir-Yianni Bidabla · 93

· Ktima Kir-Yianni Cuvée Villages · 90

· Ktima Kir-Yianni Kali Riza · 89

· Ktima Kir-Yianni Ramnista · 88

· Ktima Pavlidis Emphasis Assyrtiko · 88

· Ktima Pavlidis Emphasis Syrah · 91

· Ktima Pavlidis Emphasis Tempranillo · 91

· Ktima Toplou 101 Portes Syrah · 89

· Ktima Toplou Gerto · 90

· Ktima Tselepos Marmarias · 90

· Ktima Tselepou Avlotopi Cabernet Sauvignon · 87

· La Tour Melas La Tour Melas · 94

· Lacules Estate Merlot · 94

· Lacules Estate Syrah · 94

· Lacules Estate The Chord · 92

· Lacules Estate The Chord · 91

· Liappas Winery Roggia weiß · 85

· Melidou Winery Mavros Vrachos · 89

· Metochi Mylopotamos Nama · 83

· Mikro Ktima (Titos) Goumenissa · 92

· Milia Riza Prelude · 90

· Nemea Winery Nemea · 90

· Nestor Winery Avarinó rot · 85

· Nico Lazaridi Château Nico Lazaridi · 87

· Oinotropai Winery Roditis · 93

· Oinotropai Winery Roes Chardonnay · 92

· Olympia Land Estate Assyrtiko · 95

· Para…kopois Nissou Methi rosé · 89

· Para…kopois Nissou Methi weiß · 87

· Para…kopois Onore · 91

· Passas Winery Mavra Nera rot · 89

· Patistis Kamara Hill · 93

· Semeli Estate Oneiros Helios · 84

· Siflogo Winery Brousko · 90

· Theotoky Estate Cabernet Sauvignon · 84

· Titakis Impetus · 83

· Zacharioudakis Codex · 83

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