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Nico Lazaridi – Château Nico Lazaridi 2019

PGI Drama
60% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, 10% Sangiovese
Makedonien, Griechenland
Rotwein | trocken
14%
Trinkfenster: –2026

Château Nico Lazaridi ist das bekannteste Etikett des Hauses, ein Roter aus der PGI Drama, jener nordgriechischen Region im Landesinneren, die sich seit den späten Siebzigern mit Bordeaux-Sorten zu einer Art kleinem Bordeaux entwickelt hat. Nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls in Drama ansässigen Gut von Bruder Kostas, der Domaine Costa Lazaridi, denn die beiden gingen früh getrennte Wege. Der Wein ist eine Bordeaux-Cuvée aus 60 Prozent Cabernet Sauvignon und 30 Prozent Merlot, dazu 10 Prozent Sangiovese, der ihm etwas italienische, rotfruchtige Kontur gibt und in den jüngeren Jahrgängen verschwunden ist. 14 Prozent Alkohol, und für rund 17 € ein gehobener Hauswein, der sich über den Namen Château einiges zutraut. Kurios bleibt, dass der Château in Deutschland für denselben Preis zu haben ist wie das viel einfachere Schwarze Schaf, der Mavro Provato aus dem Pangeon.

Der Jahrgang 2019 war in Drama kein Selbstläufer. Auf einen kalten Winter und einen guten Austrieb folgten von Juni bis Mitte Juli fast tägliche Regenfälle und örtlich Hagel, was die Lese nach hinten schob und die Mengen drückte. Die Feuchtigkeit hielt zugleich die Säure hoch, und für die roten Sorten erwartete man eine ausgezeichnete Qualität mit reichem Tannin- und Phenolpotenzial. Auf dem Papier also ein Jahrgang mit Spannung und Struktur.

Im Glas ist das nun ein Wein wie eine Schwarzwälder Kirschtorte. Durch seine Machart, vor allem das Délestage, das die Tannine rundet, ist er so weich geklopft, dass er wirklich niemandem störend auffallen kann. Struktur, die dem Zahn der Zeit etwas entgegensetzen könnte, bringt er dabei nicht mit. Wie eine Schwarzwälder Kirschtorte eben, die man am Tag der Produktion essen sollte und nicht später.

Dabei hätte 2019 die Struktur durchaus hergegeben, doch die weiche Machart hat sie eingeebnet. Von einem Wein, der Château im Namen trägt und zwölf Monate in Eiche lag, dürfte man da eigentlich schon noch ein bisschen etwas erwarten. Das ist jetzt das siebte Jahr nach der Ernte, und viel Reserve hat er nicht mehr, schon am Tag nach dem Öffnen ist er durch. Jetzt trinken, wenn man so etwas mag, notfalls auch die ganze Flasche. Mir reicht dann doch ein Gläschen. Für mich sind das 87 Punkte.

Fast schon ironisch ist das Etikett. Ins selbe Jahr 2019 fällt die neue Etikettengestaltung des Hauses, entworfen vom aus Drama stammenden Künstler Giorgos Taxidis, und das rote Bild zeigt die Pflanzung, die Geburt, den Anfang, dazu Mond und Sterne für den Lauf der Zeit und einen Neubeginn. Ein schönes Sinnbild für einen Aufbruch, nur eben auf einem Wein, der keine Zeit vor sich hat und am besten sofort getrunken wird.

Verkostet: Juni 2026

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