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Jahrgang 2024

das heißeste Jahr · Rot vor Weiß · früh gelesen

Landesweit 6,5 von 10 · Sicherheit der Einstufung: hoch

Makedonien

Naoussa · PDO – Rot 8,0 · Weiß 6,5 (Sicherheit: hoch)

Epanomi · PGI – Rot 7,5 · Weiß 7,0 (Sicherheit: mittel)

Amyndeon · PDO – Rot 7,0 · Weiß 6,0 (Sicherheit: mittel)

Goumenissa · PDO – Rot 5,5 · Weiß 6,0 (Sicherheit: mittel)

Epirus

Metsovo · PGI – Rot 6,5 · Weiß 6,5 (Sicherheit: mittel)

Mittelgriechenland

Attika · PGI – Rot 7,5 · Weiß 7,0 (Sicherheit: mittel)

Atalanti und Opountia Lokridas · PGI – Rot 6,5 · Weiß 6,5 (Sicherheit: mittel)

Peloponnes

Nemea · PDO – Rot 7,0 (Sicherheit: hoch)

Mantinia · PDO – Weiß 7,0 (Sicherheit: hoch)

Kykladen

Santorini · PDO – Rot 7,5 · Weiß 8,0 (Sicherheit: hoch)

Kreta 7,5 · Drama 7,0 · Pangeon 7,0 · Peloponnes außerhalb von Nemea und Mantinia 6,5 (jeweils als Gesamtwert ohne Farbtrennung)

Epanomi liegt in der Regionaleinheit Thessaloniki.

2024 war das heißeste und trockenste Jahr, das Griechenland seit Beginn der Aufzeichnungen 1991 gemessen hat – und es hat den Rekord geschlagen, den erst 2023 aufgestellt hatte. Der Winter davor blieb fast ohne Schnee, die Zahl der Schneedeckentage lag dreißig bis fünfunddreißig Prozent unter dem Mittel, und damit fehlte den Reben von Anfang an das Wasserkapital für die Saison. Der Sommer brachte eine sechzehntägige Hitzewelle im Juli, Spitzen um fünfundvierzig Grad und an fünfundachtzig von zweiundneunzig Sommertagen Temperaturen über dem Durchschnitt.

Und trotzdem ist es kein schlechter Jahrgang, sondern ein einseitiger. Was ihn rettete, war ausgerechnet die Dürre: Ohne Feuchtigkeit kein Mehltau, ohne Mehltau keine Fäulnis. Gelesen wurde früh, verdichtet und sehr gesund.

Naoussa – Rot 8,0

Der höchste Rotwert dieses Jahrgangs, und er gehört der Sorte, die man hier zuletzt erwartet hätte. Xinomavro ist der fäulnisanfälligste späte Rotwein des Landes; in einem Jahr ohne Nässe fällt sein größtes Risiko einfach aus. Kir-Yianni las den Xinomavro am 2. September, so früh wie in keinem Jahr zuvor, und nennt ihn einen der großen Gewinner: phenolreich, konzentriert, mit sehr hoher Traubengesundheit.

Der Preis stand auf der anderen Seite der Rechnung. Die Erntemenge des Guts lag vierzig Prozent unter dem Normalen. Und die Weißen desselben Gebiets kommen nicht mit: Für Malagousia, Assyrtiko und Sauvignon war die Hitze die härteste Übung des Jahres, sie liegen anderthalb Punkte tiefer.

Amyndeon – Rot 7,0

Anderthalb Autostunden weiter nördlich lief 2024 anders als in Naoussa - das Hochland reagiert in Hitzejahren eigenständig, wie schon 2018. Der wärmste und trockenste Winter seit mindestens zwanzig Jahren ließ die Reben früh und ungleichmäßig austreiben, und unbewässerte, jüngere Anlagen gerieten in Wasserstress: Die Erträge fielen bei den frühen Sorten zehn bis dreißig Prozent, bei mittel- und spätreifenden bis zu zwanzig Prozent niedriger aus als sonst.

Der Xinomavro selbst kam trotzdem gesund herein, mit hoher Phenolik und gutem Reifepotenzial - die Dürre nahm ihm dasselbe Risiko wie in Naoussa. Bei den Weißen wirkte sich die verkürzte Reifezeit dagegen nicht nur auf die Menge aus, sondern ausdrücklich auch auf die Qualität; deshalb liegt Weiß hier deutlich unter Rot.

Santorini – Weiß 8,0

Auf der Insel stapelten sich die Schäden. Ein Betrieb dokumentiert für das ganze Jahr 206 Millimeter Niederschlag, der letzte nennenswerte Regen fiel im April oder Mai, danach nichts mehr. Dazu ein Juli mit fast täglich dreißig Grad und mehr, Winde mit Fruchtverlust und Sonnenbrandgefahr, über sechsunddreißig Grad mit Blattverlust.

Die Insel brachte 650 bis 700 Tonnen ein, gegen einen Schnitt von rund dreitausend. Die Traubenpreise stiegen um zwanzig bis dreißig Prozent.

Was geerntet wurde, war sauber und überraschend frisch: pH-Werte zwischen 3,1 und 3,2, erhaltene Salinität, deutliche Primäraromatik. Zwei Dinge haben das möglich gemacht – die Frühlese und das Mesoklima um Oia, das drei bis vier Grad kühler liegt als der Rest der Insel.

Nemea – Rot 7,0

In der Ebene stand das Thermometer an zwölf aufeinanderfolgenden Tagen über vierzig Grad. Gelesen wurde rund zwanzig Tage früher als gewohnt.

Agiorgitiko gilt als hitzefest, ist es aber nur bedingt: Die Schale ist dünn, und der Trockenstress drückte die Breite des Jahrgangs. Was entstand, hat Farbe, Dichte und viel Gerbstoff und braucht Kellerzeit – wuchtig statt elegant. Deutlich sichtbar ist der Höhenunterschied: Die Talsohle blieb hinter den höher gelegenen Parzellen zurück.

Mantinia – Weiß 7,0

Auf sechshundertsechzig Metern hat die Hochebene das, was 2024 sonst fehlte: kühle Nächte. Moschofilero hielt seine Frische allein dadurch und durch eine sehr frühe Lese. Für eine aromatische Weißweinsorte war dieses Jahr die schwierigste Übung überhaupt.

Kreta – 7,5

Der zweithöchste Wert der Seite. Die trockenheitsangepassten späten Roten – Liatiko, Kotsifali, Mandilaria – kamen konzentriert herein, und Vidiano profitierte in den Höhenlagen bis achthundert Meter. Gelitten haben die frühen und die flachen Lagen, wo der Wasserstress zuerst ankam.

Goumenissa – Rot 5,5

Der niedrigste Wert des Jahrgangs, und der einzige, der klar unter dem Landeswert liegt. An den Südosthängen des Paiko fiel das Xinomavro dieses Jahr aus dem Rahmen, den es zwei Gebiete weiter nördlich noch trug.

Unsere Weine

Sieben griechische Weine aus 2024 haben wir bisher verkostet, von sechs Erzeugern. Der Median liegt bei 92 Punkten.

Sie stehen quer zum Jahrgang: Vier der sieben sind weiß, und Weiß ist landesweit die Verliererfarbe dieses Jahres. An der Spitze steht der Red Monk von Oinotropai aus Messinien, knapp dahinter das Assyrtiko vom Ktima Erithrou Rodou aus Drama und die Tear of the Pine von Kechris – ein Retsina, dem man die Hitze des Jahres nicht anmerkt.

Der Xinomavro aus Naoussa, der diesen Jahrgang nach oben trägt, liegt bei uns noch im Keller.

Top 3 der eigenen Verkostungen

Rang 1 – 93+ Punkte Oinotropai Winery Red Monk

Rang 2 – 93 Punkte Kechris Winery Tear of the Pine · Ktima Erithrou Rodou Assyrtiko

Alle Verkostungsnotizen aus 2024

· Domaine Skouras Peplo · 92

· Jima Winery Super Girl · 91

· Kechris Winery Tear of the Pine · 93

· Ktima Erithrou Rodou Assyrtiko · 93

· Ktima Erithrou Rodou Malagousia · 92

· Lafazanis Winery Geometria Agiorgitiko · 88

· Oinotropai Winery Red Monk · 93

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