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Torosidis – Malagouzia Vidiano Chardonnay 2024

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55% Malagouzia, 35% Vidiano, 10% Chardonnay
Thrakien, Griechenland
Weißwein | trocken
13,5% | Bio

„Malagouzia Vidiano Chardonnay“ – der Name zählt schlicht auf, was im Glas ist. Gleichzeitig steckt in ihm die kurze Geschichte des Guts Torosidis. Begonnen hat die Linie 2020 als Malagousia Chardonnay, und diese Cuvée war damals die erste Abfüllung des Hauses überhaupt. Im Jahrgang 2024 bringt Vidiano einen kräftigen Anteil ein. Der Erzeuger spricht von dessen „robuster Präsenz“, die Malagousia und Chardonnay verstärke. Im Jahrgang 2024 sind es rund 55 Prozent Malagouzia, 35 Prozent Vidiano und 10 Prozent Chardonnay. Ein festes Rezept ist das nicht. Die drei Sorten werden gemeinsam im Tank vergoren, und die Anteile legt Stathis Torosidis jedes Jahr bei der Lese fest, je nachdem, was die einzelnen Sorten mitbringen.

Torosidis ist Agronom und bewirtschaftet in Peteinos, rund fünf Kilometer von Xanthi in der Ebene von Xanthi, eine nach eigener Auskunft außerordentlich kleine Rebfläche. Den Ort hat er wegen der familiären Herkunft gewählt. Er versteht ihn ausdrücklich als anderes Terroir als die etablierten Weinberge von Avdira, abseits von Höhe und Meeresnähe, auf die man sich in Griechenland sonst gern verlässt. Die ersten Reben kamen 2013 in den Boden, eine größere Pflanzphase folgte 2017 bis 2019. Verwaltungsmäßig gehört Peteinos zur Gemeinde Avdira, der antiken Heimat von Demokrit und Protagoras. Der Weinberg liegt aber außerhalb der Zone, die zur PGI-Kennzeichnung berechtigt. So ist der Wein ein trockener Rebsortenwein ohne geschützte geografische Angabe. Die Bio-Zertifizierung hat das Gut 2023 abgeschlossen, Kontrollstelle ist GMCert.

Eine eigene Kellerei besitzt Torosidis nicht. Vinifiziert wird bei einem Partnerbetrieb in der Region, der Anatolikos Winery. Die Weinbereitung erfolgt bei niedrigen Temperaturen. Kein Holz – vergoren und ausgebaut wird im Edelstahl, sechs Monate lag der Wein auf der Feinhefe. Er hat 13,5 Prozent Alkohol. Technische Datenblätter gibt es keine, weil sich das Gut, wie Torosidis schreibt, „in einer Phase des Experimentierens und ständiger Versuche“ befindet.

Verkostet habe ich den 2024er im August 2026, knapp zwei Jahre nach der Lese. Die Flasche war ein Muster des Erzeugers und der zweite Weiße einer Serie, in der ich alle sechs Torosidis-Weine gemeinsam probiert habe. Vor ihm stand der reinsortige Viticulturist Malagouzia 2025. Außerdem gehörten der rote Syrah Vidiano 2023 dazu, die beiden Rosés Limnio Syrah 2024 und Limnio Malagouzia 2023 und zum Abschluss der Vidiano 2025.

Golden im Glas, deutlich farbiger als der Viticulturist. In der Nase weniger funky als dieser, dafür eine wunderbare Mirabellenfrucht. Dazu kommt ein klein wenig Hanfsamen, ein wenig grüner Spargel und ein bisschen Honig, genauer gesagt Lavendelhonig. Am Gaumen ist er cremig, aber nicht ölig. Kommt das alles wirklich vom Hefelager? Man vermutet Holz, aber es gibt keins. Auf Nachfrage hat Torosidis bestätigt, dass in keinem seiner Weine ein Fass zum Einsatz kommt, Gärung und Ausbau laufen ausschließlich im Edelstahltank. Der Nachhall ist nicht unbedingt sehr lang. Er zeigt sich aber noch einmal mit einer kleinen Säurenote und ist vor allem sehr, sehr elegant. Selbst das leere Glas mit nur einem Tropfen darin entfaltet noch erstaunliche Aromatik.

Das ist nach dem Viticulturist ein weiterer Wein dieses Guts, den man nicht anders als gastronomisch beschreiben kann. Für einen Sommelier sind diese Weine ein gefundenes Fressen. Er lädt immer wieder zum Nachtrinken ein, weil er in seiner Cremigkeit so bescheiden daherkommt und in der Nase dann doch eine so erstaunliche Aromatik entfaltet. Der Vidiano 2025 hielt mit 90 Punkten definitiv nicht mit der Gefälligkeit der beiden anderen Weißen mit. Die Rosés blieben dahinter, der Limnio Syrah 2024 mit 89 und der Limnio Malagouzia 2023 mit 88 Punkten. Den Höhepunkt der Serie setzte der Syrah Vidiano 2023 mit 94 Punkten.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis dieses Hauses ist grandios. Der Wein kostet rund 8 Euro in Griechenland. Ein wirklich faszinierender Wein, schon allein wegen seiner Nase und vor allem in Kombination mit der Textur ganz klar ein 91-Punkte-Wein. Für mich sind das 91 Punkte.

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Verkostet: August 2026

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