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Torosidis – Limnio Syrah 2024

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55% Limnio, 45% Syrah
Thrakien, Griechenland
Roséwein | trocken
13,5% | Bio

Das Weingut Torosidis hat keinen eigenen Keller. Die Trauben wachsen auf einer Rebfläche, die das Gut selbst als äußerst klein bezeichnet. Sie liegt bei Peteinos, etwa fünf Kilometer von der Stadt Xanthi entfernt, in der Gemeinde Avdira. Vinifiziert wird bei einem Partner in der Region, der Anatolikos Winery. Der Standort ist familiär begründet. Das Gut beschreibt ihn ausdrücklich als Gegenentwurf zu den „sicheren“ Optionen Höhenlage oder Meeresnähe und als Terroir, das sich von den etablierten Weinbergen von Avdira unterscheidet. Auf Pilotanbau und Experimente ab 2003 folgte 2013 die erste Rebe. Zwischen 2017 und 2019 kamen unter anderem Limnio und Syrah dazu. Als erster Wein wurde ein Malagouzia Chardonnay 2020 gefüllt, und 2023 wurde die Bio-Zertifizierung abgeschlossen.

Peteinos liegt außerhalb der Zone, die zur PGI berechtigt. Deshalb läuft dieser Wein als Rebsortenwein ohne geschützte Herkunft, auf dem Frontetikett als „Organic Varietal Rosé Dry Wine“. Sein Name ist schlicht die Summe seiner beiden Sorten. Limnio gehört laut Wines of Greece zu den am frühesten erwähnten griechischen Rebsorten, mit Nennungen bei Homer und Hesiod, dazu kommt Syrah. Ein festes Rezept gibt es nicht. Limnio und Syrah werden im Tank gemeinsam vinifiziert, und das Verhältnis entscheidet sich bei der Lese nach dem Charakter der Trauben. 2024 waren es 55 % Limnio und 45 % Syrah. Vergoren wurde bei niedrigen Temperaturen im Edelstahl, danach lag der Wein sechs Monate auf der Feinhefe, ebenfalls im Edelstahltank. Holz verwendet Torosidis bei keinem seiner Weine. Der Rosé ist trocken und hat 13,5 % Alkohol. Technische Datenblätter gibt es bewusst nicht. Man befinde sich in einer Phase des Experimentierens und ständiger Versuche, schrieb mir Stathis Torosidis.

Verkostet habe ich den Limnio Syrah im August 2026, knapp zwei Jahre nach der Lese, in einer Reihe mit weiteren Mustern des Guts. Zuerst kamen die beiden Weißen, der Malagouzia Vidiano Chardonnay 2024 und der Viticulturist Malagouzia 2025. Danach folgte der rote Syrah Vidiano 2023 und dann die beiden Rosés, dieser hier und der halbtrockene Limnio Malagouzia 2023. Den Abschluss machte im Oktober der Vidiano 2025.

Die Nase ist schön, mit viel Erdbeere, auch grünen Noten, auch Noten von grüner Paprika. Am Gaumen ist der Limnio Syrah aalglatt. Dann kommt im Nachhall eine schöne rauchige Note, und das bei einem Wein, der kein Fass gesehen hat. Sie ist tatsächlich so gut, dass sie ihn bei mir sogar von 88 auf 89 Punkte hebt.

Interessant, aber nicht ganz beeindruckend, so lautet mein Urteil über beide Rosés dieser Probe. Der Limnio Malagouzia 2023 war der mutige, aber nicht sehr überzeugende der beiden. Er kam auf 88 Punkte, mit viel Potenzial nach oben. Der Limnio Syrah ist dagegen der eher langweilig brave. Dass Torosidis für mich die Entdeckung dieses Jahres ist, liegt an anderen Weinen, allen voran am Syrah Vidiano 2023, den ich unmittelbar vor den Rosés im Glas hatte und mit 94 Punkten bewertet habe. Der Limnio Syrah kostet rund 8 Euro in Griechenland. Für mich sind das 89 Punkte.

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Verkostet: August 2026

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