Passas Winery – Bidiano 2024
100% Vidiano
Thrakien, Griechenland
Weißwein | trocken
13%
Mit dem Bidiano 2024 der Passas Winery habe ich im Oktober 2026 eine Weißweinprobe eröffnet, die vom Vidiano zum Assyrtiko führte. Er stand am Anfang, als Vidiano mit Eichenfassausbau. Danach kamen weitere reinsortige Vidiano, darunter der EXIS Vidiano White Dry 2025 vom Estate Manolesakis und der Vidiano 2025 von Diamantakis. Es folgten die Diamantopetra White 2025 und der Petali Assyrtiko 2025 desselben Hauses, zum Schluss zwei Assyrtiko von Kir-Yianni, The North 2025 und der Single Block Tarsanas 2023. „Bidiano“ ist schlicht die Schreibweise des Guts für die Rebsorte, im Glas sind 100 Prozent Vidiano. Die Sorte ist eigentlich kretisch.
Die Passas Winery liegt in Stavrochori im Regionalbezirk Xanthi in Thrakien, nördlich des Nestos-Tals am Fuß der Rhodopen. Für den Bidiano nennt das Gut 130 Meter Höhe. Für seine Weinberge beschreibt das Gut obenauf etwa dreißig Zentimeter Sand, darunter Ton mit Schiefergestein. Das Klima ist kontinental geprägt, mit großen Unterschieden zwischen Tag und Nacht. Der Betrieb ist aus einem Familienhof hervorgegangen, der zuvor Tabak und Äpfel produzierte, und für die Weinberge mussten unterirdische Entwässerungskanäle angelegt werden. Das Weingut gibt es seit 2016. Gegründet hat es Kyriakos Papadopoulos, heute arbeitet Sohn Giorgos als studierter Önologe mit. Bewirtschaftet werden 5 Hektar eigene Reben. Passas war der Beiname des Großvaters, der aus Bafra im Pontos stammte, und die Familie hat ihn über Generationen weitergegeben.
Vidiano hat das Gut 2017 gepflanzt. Für den Bidiano nennt es Erträge von 6.000 bis 7.000 Kilogramm je Hektar. Im Keller folgen auf zehn Stunden Kaltmazeration die Gärung im Edelstahl und danach rund 15 Wochen auf der Feinhefe in Eichenfässern bis 300 Liter. Der 2024er hat 13 Prozent Alkohol und ist mit 1,4 Gramm Restzucker je Liter laut Jahrgangsdatenblatt trocken. Die Gesamtsäure liegt bei 5,3 Gramm je Liter, das ist analytisch eher moderat. Gefüllt wurden 3.000 Flaschen. Eine geschützte Herkunft trägt der Wein nicht, er läuft als Rebsortenwein. Stavrochori und Vidiano tauchen im Lastenheft der g.g.A. Thrakien weder als Gemeinde noch als Sorte auf.
Zum Jahrgang 2024 dieses Weins habe ich keine Kritikerwertung gefunden. Den Vorgänger 2023 hatte Meiningers Weinwelt in der Ausgabe 03/2025 nach einer Verkostung im Frühjahr 2025 bei 91 Punkten gesehen.
In der Nase ist der Bidiano 2024 schön gelbfruchtig, dazu eine Spur Vanille, die zum Holzausbau passt. Am Gaumen fällt gleich im Antrunk eine schöne Frucht auf. Dann kommt eine erstaunlich gute, tragende Säure, die man bei 5,3 Gramm auf dem Papier so nicht erwarten würde. Sie macht ihn auch zu einem sehr guten Speisebegleiter. Der Abgang ist dezent schmirgelig für einen Vidiano, also leicht rau, aber ohne das zu übertreiben. Ebenso wenig wird er übertrieben ölig. Tatsächlich ist das ein äußerst ausgeglichener, geradezu filigraner Wein.
Damit liegt er bei mir vor dem Vidiano von Diamantakis mit 90 und dem EXIS mit 88 Punkten. Über die gesamte Probe lag nur der Tarsanas 2023 mit 93 Punkten höher. Den Mavra Nera weiß 2025 hatte ich im August 2026, rund ein Jahr nach der Lese, bei 90 Punkten notiert. Der reinsortige Vidiano liegt jetzt über dieser Cuvée, und höher habe ich bislang keinen Wein des Guts eingeschätzt. Ein wirklich sehr positiver, hervorzuhebender Wein, und ein wirklich gastronomischer. Er kostet rund 16 Euro in Griechenland. Für mich sind das 92 Punkte.

Verkostet: Oktober 2026