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Monsieur Nicolas – Moi Je M'en Fous! Aged Amphora 2024

Limnionas

PGI Karditsa
100% Limniona
Thessalien, Griechenland
Rotwein | trocken
12,5%

Giorgos Karamitros führt das Gut Monsieur Nicolas im thessalischen Messenikolas in vierter Generation. 1990 hat er den Familienbetrieb von seinen Eltern Giannis und Giannoula übernommen, 2000 kam die moderne Kellerei dazu. Der Ort liegt am Agrafa-Gebirge nahe dem Plastiras-See, die Weinberge stehen auf knapp 700 Metern, gelesen wird von Hand, und die Reben stehen im Trockenanbau. Der Linienname „Moi, je m’en fous!“ heißt schlicht „Mir doch egal!“, und nach der Überlieferung des Hauses soll 1455 ein französischer Adliger namens Monsieur Nicolas in die Gegend gekommen sein, was dem Ort seinen Namen gab. In der Ausstattung der Aged-Linie altert die Figur der Serie, drei Ahnenporträts stehen für vier Generationen, das Dekor sitzt direkt auf der Burgunderflasche, dazu rotes Siegelwachs.

Im Glas ist ein reinsortiger Limniona des Jahrgangs 2024, in der Amphore gereift, ein Versuch des Hauses. Mit 12,5 Prozent ist er ein leichter Wein. Klassifiziert ist er als PGI Karditsa, und das ist keine Abstufung. In die PDO Messenikola passt ein reinsortiger Limniona gar nicht hinein, denn die verlangt Mavro Messenikola im Verschnitt mit Carignan und Syrah. Verkostet habe ich ihn im September 2026 direkt neben dem Aged Limnionas 2023 aus dem Holz (89 Punkte, 13 Prozent).

Für Karditsa gibt es 2024 keinen eigenen Jahrgangswert, landesweit steht der Jahrgang bei 6,5 von 10 und damit genau auf dem griechischen Median. In Griechenland war 2024 ein extrem heißer und trockener Jahrgang, der die roten Sorten klar vor die weißen stellte und einen wuchtigen, tanninstarken, alkoholreichen Rotwein-Typ hervorbrachte. Von diesem Bild ist der Wein weit entfernt.

In der Nase ist er geradezu prototypisch für Limniona. Am Gaumen kommt im Antrunk zu kirschigen Aromen viel sehr dunkle, auch bittere Kirsche hinzu, die dann von einem erstaunlich blutigen Aroma abgelöst wird. Der Nachhall ist erstaunlich lang. Ihm fehlt die Säure, um tatsächlich dem Ruf der Limniona gerecht zu werden, der griechische Pinot Noir zu sein – aber ich glaube auch, dass das ein falsches Verständnis dieses Weins ist. Er ist eher eine Entsprechung des Lembergers. Ein wirklich gutes Exemplar in einer wunderschönen Flasche, frisch, ein Wein, an dem es wirklich nichts auszusetzen gibt.

Der 2023er aus dem Holz ist im Vergleich der deutlich ernsthaftere Wein, auch mit ein bisschen mehr Komplexität, dafür mit deutlich geringerem Zug. Die Amphora hat entsprechend deutlich mehr Zug.

Unter den reinsortigen roten Limniona meiner Notizen liegt die Amphora mit 90 Punkten am unteren Rand, gleichauf mit dem Zafeirakis Young Vineyards 2020, darunter liegt nur ihr Holz-Bruder aus 2023. Der Zafeirakis Terra Cotta 2020, ebenfalls in Amphoren gereift, und der Oenops Limniona 2020, abgesehen vom Holz-Bruder der einzige andere aus Karditsa-Trauben, kamen 2023 jeweils auf 93 Punkte. In meinen Notizen taucht der Lemberger damit zum ersten Mal auf. Über die Sorte hinaus habe ich einen Limniona bisher nur einmal verglichen, als ich dem Young Vineyards zutraute, es sogar mit Beaujolais aufzunehmen.

Für mich sind das 90 Punkte.

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Verkostet: September 2026

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