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Ktima Gerovassiliou – Viognier 2024

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PGI Epanomi
100% Viognier
Makedonien, Griechenland
Weißwein | trocken
13,5%

Diesen Viognier gibt es, weil auf dem Ktima Gerovassiliou 1993 ausprobiert wurde, ob die Rhône-Sorte im Terroir von Epanomi funktioniert – gepflanzt wurde sie damals als gemeinsamer Versuch mit dem landwirtschaftlichen Fachbereich der Aristoteles-Universität Thessaloniki. Heute steht sie zu 100 Prozent in einem trockenen Weißwein mit 2,5 g/l Restzucker und 13,5 % vol, der aus dem Gutsweinberg bei Papamola stammt, von sandig-lehmigen, kalkhaltigen Böden mit marinen Fossilien, nur wenige Kilometer vom Thermaischen Golf entfernt. Im Keller geht der Wein nach einer kalten Extraktion in die Gärung im französischen Eichenfass und liegt danach mehrere Monate auf der Feinhefe. Mit rund 25.000 Flaschen ist er eine kleine Abfüllung, etwa ein Achtel dessen, was das Gut vom Malagousia produziert.

Landesweit war 2024 in Griechenland ein heißes Extremjahr. Auf dem Gut führte das zur frühesten je dokumentierten Lese. Der Startschuss fiel am 30. Juli mit dem Chardonnay, der Viognier folgte kurz darauf und vor der Malagousia, die ab dem 13. August in den Keller kam; gutsweit fiel die Menge rund zehn Prozent niedriger aus als 2023. Epanomi liegt als maritime Flachlage am Thermaischen Golf, klimatisch das Gegenteil der kontinentalen makedonischen Nachbarn, und die Küstennähe puffert die Hitze. Für die Weißweine dieser Appellation gilt 2024 als sehr gutes Jahr.

In der Nase ist der Wein zunächst etwas verhalten, es kommt Toastbrot durch, dazu leicht zitrische Noten und eine fruchtige Seite aus Aprikose, Nektarine und einem Hauch Mango. Am Gaumen wird er dann füllig, cremig und süß wirkend – wobei diese Süße reife Frucht ist und kein Restzucker, denn analytisch ist der Wein trocken. Trotz der Fülle trägt genügend Säure, und dazu kommt ein angenehmer Grip.

Für mich ist das der beste Weiße des Guts, und zwar nicht wegen eines einzelnen Höhepunkts, sondern wegen der Verlässlichkeit. Über die Jahre hat kein anderer weißer Gerovassiliou-Wein bei mir so konstant auf hohem Niveau abgeliefert. Der Malagousia schwingt bei mir deutlich stärker, den 2020er hatte ich 2021 mit einem Jahr Reife bei 95, den 2021er 2022 im selben Alter nur bei 91, während der Viognier über die Jahre verlässlich auf seinem Niveau bleibt. Monica Larner gab dem 2024er im Wine Advocate im Juni 2026 91 Punkte und hob hervor, dass er für einen Viognier aus warmem Klima ungewöhnlich frisch und balanciert sei. In Griechenland kostet der Wein rund 22,50 Euro. Für mich sind das 93 Punkte.

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Verkostet: September 2026

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