Jahrgang 2013
kühl · frisch · ein Weißweinjahr
Landesweit 7,5 von 10 · Sicherheit der Einstufung: mittel
Makedonien
Amyndeon · PDO – Rot 8,5 (Sicherheit: mittel)
Naoussa · PDO – Rot 8,0 · Weiß 7,0 (Sicherheit: mittel)
Goumenissa · PDO – Rot 8,0 · Weiß 7,5 (Sicherheit: mittel)
Thrakien
Maroneia · PDO – Rot 7,5 · Weiß 7,5 (Sicherheit: niedrig)
Epirus
Metsovo · PGI – Rot 7,5 · Weiß 7,5 (Sicherheit: niedrig)
Thessalien
Meteora · PGI – Rot 8,5 · Weiß 8,5 (Sicherheit: mittel)
Rapsani · PDO – Rot 7,5 (Sicherheit: mittel)
Karditsa · PGI – Rot 7,5 · Weiß 7,5 (Sicherheit: niedrig)
Mittelgriechenland
Atalanti und Opountia Lokridas · PGI – Rot 8,0 · Weiß 8,0 (Sicherheit: mittel)
Attika · PGI – Rot 6,5 · Weiß 8,0 (Sicherheit: mittel)
Peloponnes
Mantinia · PDO – Rot 6,0 · Weiß 8,0 (Sicherheit: mittel)
Nemea · PDO – Rot 7,0 · Weiß 7,5 (Sicherheit: mittel)
Kykladen
Santorini · PDO – Rot 6,5 · Weiß 8,0 (Sicherheit: niedrig)
Kreta 7,5 · Pangeon 8,0 · Epanomi 7,5 · Peloponnes außerhalb von Nemea und Mantinia 7,5 (jeweils als Gesamtwert ohne Farbtrennung)
Griechenland ohne Hitze - das ist die kurze Beschreibung dieses Jahrgangs. Kühle Nordwinde hielten den Sommer im Zaum, die Extremtage blieben aus, und die Trauben reiften gleichmäßig und vollständig aus, statt in einem Hitzeschub nach vorn gezogen zu werden. Wo sonst Alkohol und Rosinenaromen drohen, standen 2013 Säure und Duft.
Deshalb ist es in erster Linie ein Jahr der weißen Sorten – allerdings nicht, weil sie die höchsten Werte tragen, sondern weil sie nirgends abfallen. Kein Gebiet steht im Weiß unter 7,0, während die Roten von 8,5 bis hinunter auf 6,0 streuen.
Meteora – 8,5
Der höchste Wert dieses Jahrgangs, und das einzige Gebiet, das ihn in beiden Farben trägt – im Rot zieht Amyndeon gleich. Thessalien ist damit die Ausnahme von der eigenen Regel. Auf ein warmes Frühjahr folgte ein fast niederschlagsfreier Sommer, der die Reife um eine Woche nach vorn zog. Die anhaltende Trockenheit und der ständige Wind hatten eine Folge, die dort alles andere als selbstverständlich ist: Es entwickelte sich keine einzige Krankheit.
Auch die Lese lief unter Bedingungen, die die Region kaum kennt – ohne jeden Niederschlag, aber auch ohne Hitzewelle. Dazu wurde die Menge bewusst reduziert, obwohl die Anlagen mehr hergegeben hätten. Was hereinkam, hatte hohe Gradation bei guten Säuren, und aus den Meteora heißt es, das sei vielleicht die beste Ernte der letzten zwanzig Jahre gewesen.
Trocken genug, dass gar kein Krankheitsdruck entstand, und trotzdem ohne die Hitze, die sonst die Säure kostet – diese beiden Dinge fallen dort selten zusammen.
Die weiße Seite – Santorini, Mantinia, Attika je 8,0
Auf Santorini folgte auf einen milden, niederschlagsarmen Winter ein moderater Sommer und eine der frühesten Ernten überhaupt, Ende Juli. Das Assyrtiko daraus ist fest und mineralisch, und auch die Süßweine und Nychteri des Jahrgangs gehören zum Besten der Dekade.
In Mantinia begann das Jahr schlecht. Ein später Aprilfrost kostete zwanzig bis dreißig Prozent der Menge - die Qualität dessen, was blieb, blieb davon unberührt. Für den aromatischen Moschofilero war der kühle Verlauf ideal, und in Attika galt dasselbe für Savatiano und Roditis: präzise, hochsäurige, duftige Weine mit erhaltener Frische bei voller Reife.
Amyndeon 8,5 und Naoussa 8,0 – ein Meilenstein für Xinomavro
Der Norden startete mit guten Wasserreserven, bekam Anfang Juni aber unerwartet Regen und Hagel über Naoussa und Amyndeon. Danach drehte das Wetter und blieb: trocken-warmer Sommer, trockener Herbst, hohe Durchschnittstemperatur ohne Spitzen.
Für die spätreifende Sorte war das die günstige Reihenfolge. Gelesen wurde früh, Mitte September, und was in den Keller kam, hatte intensive Farbe, reife Gerbstoffe und einen eleganten Zug, der sich über Jahre hält. Amyndeon liegt im Hochland noch einen halben Punkt darüber.
Nemea 7,0
Auf dem Peloponnes verlief das Jahr günstig und kühl, in Nemea ausgesprochen trocken mit rund 541 Millimetern, was unter dem Durchschnitt liegt und die Fäulnis fernhielt. Agiorgitiko kam strukturiert und frisch herein und zeigte sich anfangs verschlossen.
Kreta – 7,5
Auch im Süden war 2013 das kühle Jahr. Der Sommer lag gut ein halbes Grad unter dem langjährigen Mittel, der zweitkühlste seit 2000, und an keinem einzigen Tag erreichte das Thermometer fünfunddreißig Grad. Über das hydrologische Jahr fielen vierhundert Millimeter gegen ein Mittel von 439. Die Weißen fielen dabei nirgends ab.
Unsere Weine
Zehn griechische Weine aus 2013 haben wir verkostet, von sieben Erzeugern. Der Median liegt bei 93,5 Punkten.
Sie zeigen den Jahrgang von der Seite, die er nicht am besten kann: Acht der zehn sind rot. Von der breiten weißen Stärke dieses Jahres steht bei uns fast nichts im Keller - die einzige weiße Flasche aus einem der 8,0-Gebiete ist ein Vinsanto.
Vom Plagios rot des Ktima Biblia Chora aus dem Pangeon standen zwei Flaschen im Glas, beide um 95 Punkte. Das untere Ende markieren ein Anemos vom Palivou Estate mit 82 und ein Rapsani von Tsantali mit 75 Punkten.
Top 3 der eigenen Verkostungen
Rang 1 – 96 Punkte Montofoli Estate Ktima Montofoli
Rang 2 – 95+ Punkte Ktima Biblia Chora Plagios rot
Rang 3 – 94 Punkte Hatzidakis Winery Vinsanto · Ktima Biblia Chora Areti rot
Alle Verkostungsnotizen aus 2013
· Hatzidakis Winery Vinsanto · 94
· Ktima Biblia Chora Areti rot · 94
· Ktima Biblia Chora Plagios rot · 95
· Ktima Biblia Chora Plagios rot · 95
· Ktima Voyatzi Tsapournakos · 93
· Montofoli Estate Ktima Montofoli · 96
· Palivou Estate Anemos · 82
· Panagiotopoulos Wines Tomos I Cabernet Sauvignon · 90
· Panagiotopoulos Wines Tomos III Syrah · 93
· Tsantali Rapsani · 75
Jahrgang 2012 · 2013 · Jahrgang 2014 | Alle Jahrgänge