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Jahrgang 2012

heißer Süden · nasser Norden · ein Xinomavro-Jahr zum Vergessen

Landesweit 5,5 von 10 · Sicherheit der Einstufung: mittel

Rapsani – Rot 7,0 (Sicherheit: mittel)

Maroneia – Rot 7,0 · Weiß 6,5 (Sicherheit: niedrig)

Santorini, Kykladen – Rot 6,0 · Weiß 6,5 (Sicherheit: mittel)

Metsovo – Rot 6,5 · Weiß 6,5 (Sicherheit: mittel)

Mantinia – Rot 5,5 · Weiß 8,0 (Sicherheit: mittel)

Nemea – Rot 5,5 · Weiß 5,5 (Sicherheit: niedrig)

Attika – Rot 5,5 · Weiß 5,0 (Sicherheit: niedrig)

Goumenissa – Rot 5,5 · Weiß 5,5 (Sicherheit: mittel)

Lokris – Rot 5,5 · Weiß 5,5 (Sicherheit: mittel)

Naoussa – Rot 4,0 · Weiß 5,5 (Sicherheit: mittel)

Meteora – Rot 5,5 · Weiß 5,5 (Sicherheit: mittel)

Pangeon 7,5 · Kreta 6,5 · Epanomi 6,5 · Peloponnes außerhalb von Nemea und Mantinia 6,5 (jeweils als Gesamtwert ohne Farbtrennung)

Der Attika-Wert gilt für die Ebene um Athen, nicht für Lokris in Phthiotis; das trägt einen eigenen.

Dieses Jahr lässt sich an zwei Zahlen erzählen, die einander widersprechen. Im Januar sank das Thermometer in Florina auf fünfundzwanzig Grad unter null und in einer Doline des Mainalon auf fünfunddreißig – Rekordwerte, aber folgenlos, weil die Reben in Winterruhe standen. Und dann kam ein Sommer, der als einer der heißesten in Erinnerung blieb, den Griechenland je hatte.

Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert dieser Seite liegen vier Punkte - zwischen der Mantinia-Hochebene, wo der Moschofilero bei 8,0 steht, und Naoussa, wo der Xinomavro bei 4,0 blieb. Nur wenige Jahrgänge unserer Reihe spreizen sich weiter. Schon innerhalb des Nordens allein läuft ein eigener Riss: Das Pangeon steht bei 7,5, Naoussa bei 4,0.

Der Grund liegt in der Reifephase. Im Süden und auf den Inseln herrschten Hitze und Trockenstress, und wer hitzefeste Sorten im Weinberg hatte, brachte reife, konzentrierte Weine ein. In Naoussa dagegen fiel im Herbst überdurchschnittlich viel Regen bei niedrigen Temperaturen – für den späten, fäulnisanfälligen Xinomavro genau die Konstellation, die er nicht verträgt.

Naoussa – Rot 4,0

Der Tiefpunkt dieses Jahrgangs und einer der niedrigsten Werte, die in unserer Reihe überhaupt stehen. Der Xinomavro kam nicht auf Reife: grüne Gerbstoffe, wenig Struktur, kurze Haltbarkeit. Was dennoch entstand, geriet weich, fruchtbetont und früh zugänglich statt fest gebaut – für eine Appellation, deren Ruf auf Gerbstoff und Lagerfähigkeit beruht, ist das kein Kompliment.

Das härteste Urteil kam aus dem Weinberg selbst: Ktima Kir-Yianni brachte in diesem Jahr keinen Naoussa-Wein vom eigenen Gut heraus. Wer den Jahrgang trotzdem in die Flasche bekam, arbeitete mit strenger Selektion; die Weine, die dabei herauskamen, wurden als weich und aromatisch beschrieben, nicht als groß.

Die Weißen des Gebiets lagen anderthalb Punkte darüber.

Goumenissa – Rot 5,5

Fünfundvierzig Kilometer nordöstlich, an den Südosthängen des Paiko, wuchs dieselbe Leitsorte in einem völlig anderen Jahr heran. Von Regen und Fäulnis ist dort keine Rede, sondern von Dürre: In der Vegetationsperiode fielen fünfundsechzig Prozent weniger Regen als im Mittel der Vorjahre, bei zwölf Prozent mehr Wärme und Sonnenschein. Der Ertrag lag über alle Sorten hinweg ein Fünftel niedriger, und die Reife kam zwei Wochen vor dem historischen Termin.

Leicht war das nicht – die Erzeuger nennen 2012 ein Jahr, das die Möglichkeiten des Winzers überstieg. Am Ende standen befriedigend gefärbte Rote mit Volumen und Weiße mit reichem Körper, und damit anderthalb Punkte über Naoussa.

Pangeon 7,5 · Rapsani 7,0

Derselbe Norden, östlich und südlich davon, und ein völlig anderes Jahr. Im Pangeon steht der zweithöchste Wert dieses Jahrgangs, nach der Mantinia-Hochebene – ein Gebiet, das mit seiner Hanglage, seiner Höhe und der Brise aus der Ägäis fast jedes Extremjahr besser übersteht als das Umland.

Am Osthang des Olymp fiel viel Regen, aber ohne Hitzewelle und bei gemäßigten Temperaturen, mit kühlen Nächten über normalen Tagen. Die Trauben erreichten volle Reife, blieben gesund und kamen reich an Zucker, Farbstoffen und Gerbstoffen herein; die Menge lag zehn bis fünfzehn Prozent unter dem Üblichen. Für die rote Cuvée aus Xinomavro, Krassato und Stavroto war 2012 damit ein gutes Jahr – drei Punkte über Naoussa, wo dieselbe Leitsorte im Regen stand. Der Wert gilt nur für die Appellation Rapsani, nicht für die übrigen Weinbaugebiete Thessaliens.

Kreta – 6,5

Im Süden zahlte sich aus, was den Norden ruinierte. Hitze und Trockenheit trafen auf Liatiko, Kotsifali und Mandilaria, also auf Sorten, die damit umgehen können, und ergaben reife, konzentrierte, alkoholstarke Rote. Sie tragen den kretischen Wert dieses Jahrgangs. Deutlich darunter liegen die Weißen: Vidiano und Vilana aus den Tieflagen liefen Gefahr, die Säure zu verlieren und plump zu werden, und das ließ sich nur mit sehr früher Lese verhindern.

Santorini und die Kykladen – Rot 6,0 · Weiß 6,5

Auf Santorini stand am Anfang ein Sturm. Im Frühjahr fuhren Winde mit über elf Beaufort über die Insel und beschädigten die Reben; danach blieb es von Mai bis Juli trocken, und in der Reifephase kamen fünf Extremhitzetage dazu. Die Insel verlor bis zur Hälfte ihrer Menge, und die Nachwirkung reichte noch ins Folgejahr.

Was blieb, hielt sich besser als erwartet. Assyrtiko behält seine Säure auch dann, wenn es heiß wird, und die Weine wurden reif, kraftvoll und alkoholstark, aber nicht schlaff. Ein Wein der Insel aus diesem Jahrgang wurde in der internationalen Fachpresse als charmant beschrieben, was in einem solchen Jahr mehr ist, als es klingt.

Nemea – Rot 5,5

Auf dem Peloponnes war 2012 ein Jahr, das sich an der Höhe entschied. In Nemea fiel das Agiorgitiko uneinheitlich aus; wo es kühler lag und spät und selektiv gelesen wurde, entstanden tragfähige Weine, in der Ebene nicht. Für den Rest der Halbinsel außerhalb von Nemea und Mantinia steht der Jahrgang bei 6,5.

Mantinia – Weiß 8,0

Der höchste Wert dieser Seite, mit weitem Abstand: Ein Erntebericht zur Appellation nennt 2012 wörtlich die beste Ernte der letzten dreißig Jahre. Der Sommer blieb bis zum 10. August trocken und warm, ohne nennenswerten Krankheitsdruck, und im entscheidenden, rund vierzig Tage langen Fenster vor der Lese hielten sich die Temperaturen gemäßigt - Höchstwerte von 36,6 Grad, keine der Hitzespitzen, die im selben Jahr den Süden prägten. Die Beeren blieben klein und gesund und entwickelten dabei eine außergewöhnlich reiche Aromatik.

Auf der Hochebene ist genau das die Idealkonstellation für den Moschofilero: Ein Weißwein, der seine Frische aus der Höhe zieht, bekommt in einem gemäßigten Reifefenster die Zeit, die ihm in einer heißeren Lage fehlen würde. Zum Rot äußert sich der Bericht nicht - er beschreibt ausschließlich den Moschofilero, und die 5,5 des Gebiets bleiben unverändert.

Attika – Rot 5,5 · Weiß 5,0

Hitzestress und wenig Wasser. Bei den Roten half Selektion, bei den Weißen nur Höhe oder eine Lese in der Nacht – ohne das eine oder das andere fehlte dem Savatiano die Frische. Der niedrigste Weißwert der Tabelle steht hier.

Lokris

Am Nordeuböischen Golf lief das Jahr sieben bis zehn Tage früher als gewöhnlich: auf einen recht harten Winter folgte ein kühles Frühjahr mit Regen gegen Ende, dann ein sehr heißer Sommer. Ende Mai zog Hagel über die Landschaft und traf die Ebene am Ende der Blüte, die Höhenlagen mitten darin; ein erheblicher Teil der Ernte war damit weg. Wo der Hagel nicht hinkam, drückten der Juli – einer der heißesten seit Jahren – und die lange Trockenheit die Menge zusätzlich. Gelesen wurde ab Anfang August mit Chardonnay und Sauvignon Blanc, danach Malagousia, Robola und Assyrtiko, in der dritten Augustwoche Syrah, Merlot, Cabernet Sauvignon und Xinomavro. Was hereinkam, war ausgezeichnet gesund.

Maroneia – Rot 7,0 · Weiß 6,5

Anderthalb Punkte über dem Landeswert, und der höchste Rotwert dieser Seite nach Rapsani und dem Pangeon. In der thrakischen Küstenebene folgte auf einen milden Winter ein regenreiches Frühjahr, kühl bis in den Sommeranfang; dann brachte der Sommer hohe Temperaturen, eine schnelle Reife und eine frühe Lese bei zehn Prozent weniger Menge. Entscheidend war, dass das gute Wetter den ganzen Sommer über hielt: Die Trauben wurden früh reif und gesund gelesen, ohne Krankheiten. Der Malus, der den Landeswert drückt, hängt am unreifen Xinomavro des Nordens – ein Problem, das die Küstenebene nicht hat. Die Weißen stehen einen halben Punkt tiefer, weil schnelle Reife nach Hitze für sie das Säurerisiko ist.

Unsere Weine

Dreizehn griechische Weine aus 2012 haben wir verkostet, von sieben Erzeugern. Der Median liegt bei 93 Punkten.

Diese Zahl beschreibt nicht den Jahrgang, sondern unseren Keller. Aus einem so alten Jahrgang wird geöffnet, was sich lohnt, und hinter den dreizehn Notizen stehen nur acht verschiedene Weine – drei davon hatten wir mehrfach im Glas. Der Jahrgang selbst steht landesweit bei 5,5.

An der Spitze steht der Cabernet-Merlot von Domaine Economou aus Kreta, knapp vor dem Etos vom Ktima Biblia Chora aus dem Pangeon, einem Sémillon mit Assyrtiko. Den Economou hatten wir dreimal im Glas, zweimal davon mit 93; den Trilogia von Christos Kokkalis aus der PGI Ilia ebenfalls dreimal, mit 94, 93 und 90. Der Malvasia der Monemvasia Winery Tsimbidi, ein süßer Liastos, steht bei 94.

Zwei Weine passen zu dem, was die Werte für den Norden sagen. Der Rapsani Grand Reserve von Tsantali steht mit 91 in der Datenbank, aus einem der Gebiete mit dem dritthöchsten Wert des Jahrgangs. Und unsere einzige Xinomavro-Flasche des Jahres, das Single Vineyard Goumenissa von Aidarini, ist mit 87 der niedrigste Wein unseres 2012er-Bestands – aus dem Gebiet, das anderthalb Punkte über Naoussa steht. Die 4,0 gilt für die Nachbarappellation, nicht für diesen Wein.

Aus Naoussa selbst haben wir aus 2012 nichts geöffnet.

Top 3 der eigenen Verkostungen

Rang 1 – 95+ Punkte Domaine Economou Economou

Rang 2 – 95 Punkte Ktima Biblia Chora Etos Semillon & Assyrtiko

Rang 3 – 94 Punkte Christos Kokkalis Trilogia · Monemvasia Winery Tsimbidi Monemvasia-Malvasia

Alle Verkostungsnotizen aus 2012

· Aidarini Single Vineyard Goumenissa · 87

· Château Carras · 91

· Christos Kokkalis Trilogia · 94

· Christos Kokkalis Trilogia · 93

· Christos Kokkalis Trilogia · 90

· Domaine Economou Cabernet Sauvignon - Merlot · 95

· Domaine Economou Cabernet Sauvignon - Merlot · 93

· Domaine Economou Cabernet Sauvignon - Merlot · 93

· Ktima Biblia Chora Etos Sémillon - Assyrtiko · 95

· Ktima Biblia Chora Plagios rot · 93

Alle 13 Verkostungsnotizen aus 2012 anzeigen

· Ktima Biblia Chora Plagios rot · 93

· Monemvasia Winery Tsimbidi Monemvasia-Malvasia · 94

· Tsantali Rapsani Grand Reserve · 91

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