Jahrgang 2010
geteilt · nasser Süden · gerettet durch den Lesetermin
Landesweit 6,0 von 10 · Sicherheit der Einstufung: mittel
Makedonien
Naoussa · PDO – Rot 7,0 · Weiß 6,5 (Sicherheit: niedrig)
Epirus
Zitsa · PDO – Rot 6,0 · Weiß 6,0 (Sicherheit: niedrig)
Mittelgriechenland
Attika · PGI – Rot 6,0 · Weiß 6,0 (Sicherheit: mittel)
Peloponnes
Nemea · PDO – Rot 5,0 (Sicherheit: mittel)
Mantinia · PDO – Weiß 6,0 (Sicherheit: mittel)
Kykladen
Santorini · PDO – Rot 6,5 · Weiß 7,0 (Sicherheit: mittel)
Kreta 6,5 · Pangeon 6,0 · Peloponnes außerhalb von Nemea und Mantinia 6,0 (jeweils als Gesamtwert ohne Farbtrennung)
2010 gehört global zu den wärmsten Jahren, in Griechenland aber lief es auseinander. Der Norden bekam ein kühleres, feuchteres und spätes Jahr, der Süden das nasseste seit einem Jahrzehnt, und die Inseln eine Hitzespitze mitten im Juli. Zwei Punkte trennen am Ende Naoussa vom Peloponnes.
Überall gleich war nur eines: Es kam auf den Lesetermin an. Wer vor den Herbstregen im Keller war, hatte seinen Jahrgang.
Naoussa – Rot 7,0
Kir-Yianni nennt es ein eigenartiges, wechselhaftes Jahr: vorteilhafte Frühlingsregen, heiße Sommertage, und gegen Ende der Lese noch einmal Regen. Der kühlere, feuchtere Verlauf war für Säure und Frische günstig, aber er verlängerte auch die Zeit, in der ein spät reifender, dünnhäutiger Xinomavro auf sein Wetterglück warten musste.
Wo früh und sauber gelesen wurde, entstanden feine, duftige Weine mit weichen Gerbstoffen, eher niedrigem Alkohol und gutem Lagerpotenzial. Der Norden selbst ordnet die Jahre 2008 bis 2010 allerdings als drei durchschnittliche in Folge ein.
Nemea – Rot 5,0
Der schwächste Wert der Seite, und er hat eine Zahl: In Nemea fielen 872 Millimeter Niederschlag, der höchste Wert der Dekade, gegen einen Schnitt von rund 750. Nach drei Trockenjahren kam der Regen zurück und verschob Austrieb, Blüte und Fruchtansatz nach hinten; der feuchte August baute dann Botrytisdruck auf.
Für Agiorgitiko ist das die ungünstigste Kombination, die es gibt. Die Schale ist dünn, und gegen Fäulnis hilft nur Arbeit: Grünlese, Handlese, strenge Selektion. Gute Weine gab es, aber sie mussten erarbeitet werden.
Santorini – Weiß 7,0
Der höchste Weißwert des Jahrgangs. Auf Winterregen folgte ein Sommer ohne Regen und dann eine dokumentierte Hitzespitze im Juli, die eine sehr frühe Lese sehr reifer Trauben auslöste. Südwinde brachten etwas Pilzdruck, der Meltemi tat wie üblich das Seine dagegen.
Was daraus entstand, ist hell, mineralisch und salzig – Weine, denen die Hitze des Sommers nicht anzumerken ist, weil Assyrtiko seine Säure auch dann hält, wenn es heiß wird. Der Nychteri dieses Jahrgangs zählt zu den stärksten seines Guts.
Unsere Weine
Vier griechische Weine aus 2010 haben wir verkostet. Der Median liegt bei 90,5 Punkten.
An der Spitze steht der Deka X von Oenogenesis mit 93, ein Verschnitt aus Xinomavro und Merlot, dahinter der Biblia Chora rot aus dem Pangeon mit 91 und ein Cabernet Sauvignon von Panagiotopoulos aus Trifilia mit 90.
Der vierte ist der interessanteste, weil er aus dem Gebiet kommt, das diesen Jahrgang anführt: der Ramnista vom Ktima Kir-Yianni aus Naoussa mit 88 Punkten. Dieselbe Flasche aus 2006, dem Jahr, in dem das Gut auf seine Naoussa-Spitzenabfüllung verzichtete, steht bei uns bei 86.
Alle Verkostungsnotizen aus 2010
· Ktima Biblia Chora Biblia Chora rot · 91
· Ktima Kir-Yianni Ramnista · 88
· Oenogenesis Deka X · 93
· Panagiotopoulos Wines Cabernet Sauvignon Bio · 90
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