• Griechische Weine

Acheon Winery


Die Acheon Winery (betont auf der letzten Silbe) liegt zwischen den Flüssen Megantis im Westen und, sehr viel näher Sellinous im Osten, unweit der Stadt Egio, innerhalb der namensverwandten Region Egialia, die schon Pausanias für ihren Wein rühmte.

Eine sehr ausführliche Einführung in das einzigartige Terroir der dazugehörigen PGI liefert Yiannis Karakasis in diesem Blog-Beitrag. Wie er hervorhebt, wäre ein auf die Rebsorte Roditis abgestimmtes PDO-Label für die Zukunft strategisch sehr sinnvoll. So erscheinen sie im Verbund mit Roditis-Weinen aus teilweise recht anderen Bedingungen als PDO Patras.


Die Geschichte des Weingutes geht auf den Großvater der heutigen Besitzer/-innen, Luke Katsikostas, zurück, der 1946 damit begann, aus lokalen Rebsorten Weine herzustellen.



Die Acheon Winery wurde dann 1962 vom Sohn Constantine Katsikostas gegründet. Schwere Erdbeben-Schäden im Jahr 1995 zwangen das Gut zu einem nahezu vollständigen Neuanfang. Nach dem plötzlichen Tod des Familienvaters 2004 übernahm die dritte Generation die Geschäfte und führte bis zum Jahr 2018 signifikante Renovierungen und Modernisierungen durch.

Der kleine Familienbetrieb, in welchem fünf Personen beschäftigt sind, wird önologisch von Sosanna Katsikosta geleitet, die vielfältige Erfahrungen aus Frankreich mitbringt. Unterstützt wird sie von Katerina Katsikosta als Verkaufs- und Luke Katsikostas als Produktionsmanager. (Details zum Team gibt es hier.)


Die autochthonen Rebsorten, denen sich das Gut verschrieben hat, werden auf einer Höhe von 500 bis 1000m, bei einer durchschnittlichen Höhe von 860m und einem Gefälle von 35%, angebaut. (Der Unterschied zwischen Berg und Tal in Egio macht 6 °C in der Temperatur und 386mm im Niederschlag aus.) Die Nord- bis Nordostlage ermöglicht eine ganztägige Sonneneinstrahlung und zugleich kühle Winde, die der nahegelegene korinthische Golf hervorruft – während das Gebirge heiße Inlandswinde abblockt. Der Tag-Nacht-Unterschied in der Temperatur beträgt zwischen 10 und 20 °C.

Das Weingut zeichnet sich dadurch aus, dass es in den letzten Jahren einige sehr kreative Akzente gesetzt hat. Beispielsweise wird die Rebsorte Mavrodaphne, die sonst vor allem als Süßwein aus der PDO Mavrodaphne Patras bekannt ist, von der Acheon Winery als frischer Rotwein ausgebaut und unter dem Namen „Laura Nera“ verkauft. Originell ist auch die Vinifizierung der Roditis (Fox) Trauben mit Schalenkontakt – was als moderner „orange wine“ daherkommt, ist ein in der Region seit der Antike etablierter Wein. Innovation und Tradition gehören hier einfach zusammen. Das Gut sträubt sich entsprechend auch sehr vorbildlich gegen die durch die EU geförderte Verdrängung der lokalen Rebsorte Sideritis durch internationale Sorten.

Es ist sehr zu hoffen, dass diese Weine bald auch in Deutschland erwerblich sein werden. In der Zwischenzeit kann man sich auf der Webseite über die Arbeit der Familie informieren und ihr auf Facebook oder Instagram folgen – oder einen Schluck im Weinberg trinken.


Verkostungsnotizen:

  • Laura Nera (Mavrodaphne) 2019: hier.

  • Icon R Orange 2017: hier.


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