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Papargyriou Winery — The Emperor 2021

Limited Edition

PGI Korinth
95% Merlot, 5% Cabernet Franc
Peloponnes, Griechenland
Rotwein | trocken
15%
Trinkfenster: 2025–2050

Yiannis Papargyriou ist in der griechischen Weinszene für kraftvolle, konzentrierte Rotweine bekannt – Weine, die mit ihrem hohen Extrakt und ihrer Süße nicht jeden gleichermaßen begeistern. Der Le Roi des Montagnes Syrah etwa spaltet die Gemüter, obwohl wir ihm im Jahrgang 2020 starke 93+ Punkte geben. Auch die Cuvée Espérance 2021, ein reinsortiger Montepulciano, hat uns mit 92+ Punkten überzeugt. The Emperor, das neue Flaggschiff des Guts, ist aber nochmal ein anderes Tier. 2021 ist der erste Jahrgang – und es wird ihn nur in außergewöhnlichen Jahren geben. Der nächste, 2023, soll gegen Ende 2026 auf den Markt kommen.

Die Eckdaten lesen sich ambitioniert: 95% Merlot, 5% Cabernet Franc, 15% Alkohol, PGI Korinthia, nur rund 2.170 Flaschen. Spannender wird es bei den Details. Die Trauben stammen aus der Lage Rethi / Megalo Livadi auf etwa 800 bis 850 Metern Höhe – das ist mit großem Abstand der höchstgelegene Weinberg in dieser gesamten Verkostung. Galatrona, Hatzimichalis und Lacules liegen alle zwischen 300 und 350 Metern; der Emperor kommt von mehr als der doppelten Höhe. Die rund 20 Jahre alten Reben stehen auf schwerem, tonlehmigem Boden. Geerntet wird von Hand, Ende September, auf volle phenolische Reife.

Im Keller dann ein Verfahren, das in dieser Aufstellung ebenfalls heraussticht: spontane Vergärung mit eigenen Hefen, 30 Tage Maischestandzeit mit manueller Pigeage – deutlich länger als bei den anderen Weinen – und 20 Prozent Saignée, also das Abziehen von Saft vor der Gärung, um die Konzentration weiter zu steigern. Und beim Holzausbau eine echte Überraschung: Während Hatzimichalis mit 100 Prozent neuen Barriques arbeitet und Lacules mit 70 Prozent Neuholz, setzt Papargyriou auf 500-Liter-Fässer in Zweitbelegung, gefolgt von 1.700-Liter-Großgebinden – insgesamt 18 Monate, aber ohne neues Kleinholz. Der Wein mit der größten Kraft und Konzentration in dieser Verkostung hat also den zurückhaltendsten Holzeinsatz. Das ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung: Die Dichte soll aus der Traube kommen, nicht aus dem Fass. Abgefüllt wird unfiltriert.

Die verfügbaren Analysedaten erklären, warum. 7,4 g/l Gesamtsäure bei pH 3,29 – und damit Werte, die in einer völlig anderen Liga spielen als die übrigen Weine hier. Der Galatrona liegt bei 5,89 g/l und pH 3,56, der Hatzimichalis bei 5,8 g/l. Der Emperor hat also bei weitem die höchste Säure und den niedrigsten pH-Wert dieser Verkostung – bei gleichzeitig dem höchsten Alkohol. Genau diese Kombination erklärt, was man im Glas sofort spürt: Trotz 15% Alkohol wirkt der Wein nie schwer, nie pappig, nie breiig.

Ich hatte den Emperor bereits im Herbst 2023 verkostet, kurz nach der Markteinführung, und ihm damals 95+ Punkte gegeben. Damals standen Brombeere und Vanille noch stark im Vordergrund, die Tertiäraromen ließen sich nur erahnen. Jetzt, im Februar 2025, zeigt sich ein anderes Bild. In der Nase sehr feine, aber nicht überreife Himbeere, dazu ein Hauch Brombeere und etwas Seegras, das Frische einbringt, ohne in schweres Jod zu kippen. Das erinnert an Pomerol – aber nichts in Pomerol, was ich kenne, ist so elektrisierend. Am Gaumen dann, in Aromatik und Tannin, alles andere als filigran: ein echtes Kraftpaket. Unglaubliche Fruchtsüße im Antrunk, aber dann wird der Eindruck von einer erstaunlich erfrischenden Säure geprägt – bei 15% Alkohol kaum zu fassen. Mit viel Sauerstoff, wirklich viel Sauerstoff, zeigt der Wein einen kühleren Charakter und lässt ahnen, wohin die Reise geht.

Von 95+ Punkten im Jahr 2024 steige ich jetzt auf 96+ Punkte – und da ist noch viel Platz nach oben. Ich habe leider schon deutlich zu viele Flaschen geöffnet, der Wein macht es einem schwer, sich zurückzuhalten. Aber man sollte es tun und ihm Zeit geben. Von der sehr begrenzten Auflage sind in Deutschland über Wine and Nature noch Flaschen für rund 60 Euro zu haben – für einen Wein dieses Kalibers ein geradezu absurder Preis.

Dass der Emperor trotz dieser Qualität bei vielen nicht den fulminanten Ersteindruck hinterlassen hat, den er verdient hätte, liegt meines Erachtens daran, dass er mindestens zwei Jahre zu früh auf den Markt kam. Man sollte diese Beherrschung nicht auf die Konsumenten abwälzen – nicht alle haben wohltemperierte Weinkeller, und die Gastronomie zieht die Korken ohnehin viel zu früh. Drei Jahre nach der Ernte sollte man diesem Wein mindestens geben.

Kann der Emperor den Lacules Estate Merlot 2018 – bislang mein Maßstab für den besten griechischen Merlot – ablösen? Der 2018er ist nach wie vor der Referenzwert: 96 Punkte, exotisch, rauchig, in sich vollendet. Der Emperor ist ein völlig anderer Wein: Er beeindruckt nicht durch Schwere, sondern durch gebändigte Kraft. Die Peloponnes hat jetzt zwei herausragende Merlots, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und das ist vielleicht die eigentliche Nachricht.

Verkostet: Februar 2025

Weitere Verkostungen dieses Jahrgangs:
Papargyriou Winery — The Emperor 2021 (95+, 2023)

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