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Jahrgang 2006

kühl und nass · glänzender Peloponnes · schwacher Norden

Landesweit 6,0 von 10 · Sicherheit der Einstufung: mittel

Makedonien

Naoussa · PDO – Rot 5,0 · Weiß 5,5 (Sicherheit: niedrig)

Mittelgriechenland

Attika · PGI – Rot 6,0 · Weiß 5,5 (Sicherheit: mittel)

Peloponnes

Nemea · PDO – Rot 8,0 (Sicherheit: mittel)

Mantinia · PDO – Weiß 8,0 (Sicherheit: mittel)

Kykladen

Santorini · PDO – Rot 6,0 · Weiß 7,0 (Sicherheit: niedrig)

Peloponnes außerhalb von Nemea und Mantinia 6,5 · Pangeon 6,0 · Kreta 5,5 (jeweils als Gesamtwert ohne Farbtrennung)

Drei Punkte trennen den besten vom schwächsten Wert dieser Seite, und sie liegen zwischen zwei Landesteilen. 2006 war ein kühleres, feuchteres Jahr, und es hat den Peloponnes und den Norden in entgegengesetzte Richtungen geschickt.

Nemea – Rot 8,0

Der höchste Wert dieses Jahrgangs, zwei Punkte über dem Landeswert, und er beruht auf dem Ausbleiben von allem: keine Hitzeextreme, kein Frost, kein verheerender Regen zur Lese. Eine ausgewogene, gemäßigte Saison – für Agiorgitiko genau die Bedingung, unter der es konzentrierte, lagerfähige Weine gibt statt alkoholreicher. Ein Nemea dieses Jahres holte bei den Decanter World Wine Awards Gold, und ein Erzeuger der Appellation führt 2006 bis heute unter seinen stärksten Jahrgängen.

Mantinia – Weiß 8,0

Derselbe milde Verlauf kam dem Moschofilero zugute: aromatisch, mit frischer Säure, begünstigt durch frühe Lese. Beide Appellationen zählen mit diesem Jahrgang zu ihren besten der Dekade.

Naoussa – Rot 5,0

Der niedrigste Wert der Seite, und der Norden hat ihn sich nicht ausgesucht. In die Reifephase fielen erhöhte Niederschläge bei relativ niedrigen Temperaturen, und der spät reifende, ohnehin fäulnisanfällige Xinomavro wurde nur mäßig reif. Die Gerbstoffe blieben unfertig, dazu kam das Risiko, dass der Herbstregen die Weine verdünnt.

Wie ernst das war, zeigt eine Entscheidung, die kein Erzeuger gern trifft: Kir-Yianni hat 2006 auf seine Naoussa-Spitzenabfüllung verzichtet, weil das Lesegut den eigenen Anspruch nicht erfüllte. Was in die Flasche kam, war mit strenger Selektion respektabel, mehr nicht.

Attika – Rot 6,0 · Weiß 5,5

„Schwierig und ungewöhnlich" beschreibt das Jahr in Zentralgriechenland am besten. Niedrige Frühjahrstemperaturen verzögerten Austrieb und Blüte, das ganze Jahr über fielen intensive Niederschläge, dann kam eine Augusthitze bis vierzig Grad – an rund fünfzig von sechzig Tagen lag das Thermometer über zweiunddreißig. Und darauf folgten schwere Herbstregen mitten in der Reife.

Die Wasserreserven waren voll, der Fäulnis- und Verdünnungsdruck erheblich. Die verlängerte Reife brachte intensive Farbe und gutes Aromapotenzial, aber nur dort, wo die Lese das Regenfenster genau traf und hart selektiert wurde.

Santorini – Weiß 7,0

Auf der Insel lief das Jahr wie meistens: heiß, trocken, windig, ohne Extremhitze und ohne Regen- oder Fäulnismeldungen. Das Assyrtiko wurde reif und ausgewogen, und aus demselben Jahrgang stammt ein Vinsanto aus gesundem, zuckerreichem Lesegut.

Unsere Weine

Fünf griechische Weine aus 2006 haben wir verkostet, und sie verteilen sich fast exakt entlang der Linie, die diesen Jahrgang teilt.

Oben stehen zwei Flaschen desselben Weins: der Trilogia von Christos Kokkalis aus der PGI Ilia, zweimal mit 98 Punkten – vom Peloponnes also, dem Landesteil, den wir in diesem Jahr am höchsten führen. Dahinter der Etos Merlot vom Ktima Biblia Chora aus dem Pangeon mit 96.

Unten stehen die beiden anderen: der Ramnista vom Ktima Kir-Yianni aus Naoussa mit 86 Punkten und der Agathon vom Metochi Chromitsa vom Athos mit 85.

Das sieht nach einer Bestätigung aus und ist doch keine. Zwischen 98 und 85 klafft bei fünf Flaschen mehr Abstand, als ein Jahrgang erklären kann – aus alten Jahrgängen öffnet man fast nur die Ikonen und das Billige, das Mittelfeld fehlt. Was die fünf sicher zeigen, ist der Abstand zwischen einem großen Peloponnes-Rotwein und einem Naoussa aus einem Jahr, in dem der Erzeuger seine Spitzenabfüllung ausfallen ließ.

Alle Verkostungsnotizen aus 2006

· Christos Kokkalis Trilogia · 98

· Christos Kokkalis Trilogia · 98

· Ktima Biblia Chora Etos Merlot · 96

· Ktima Kir-Yianni Ramnista · 86

· Metochi Chromitsa Agathon · 85

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