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Jahrgang 2005

kühl · spät · Rot im Norden

Landesweit 7,0 von 10 · Sicherheit der Einstufung: mittel

Naoussa – Rot 7,5 · Weiß 7,0 (Sicherheit: mittel)

Attika – Rot 7,5 · Weiß 7,0 (Sicherheit: mittel)

Nemea – Rot 7,0 · Weiß 6,5 (Sicherheit: niedrig)

Santorini – Rot 6,0 · Weiß 7,0 (Sicherheit: niedrig)

Mantinia – Rot 6,0 · Weiß 6,5 (Sicherheit: niedrig)

Kreta 7,0 · Peloponnes außerhalb von Nemea und Mantinia 7,0 (als Gesamtwert ohne Farbtrennung)

Ein kühles Jahr mit einem warmen Ende. Bis in den Juni hinein blieb es trocken und kühl, danach lagen die Temperaturen unter dem Durchschnitt, bei ordentlichen Niederschlägen. Erst der September drehte auf Hitze und Trockenheit, und weil die Trauben bis dahin langsam gereift waren, kam die Lese spät und gesund herein.

Was daraus wurde, sieht man am besten im Norden. Eine lange, kühle Saison mit warmem Ausklang ist für Xinomavro die günstigste aller Konstellationen: Die Säure bleibt stehen, die Gerbstoffe reifen trotzdem aus. Berichte aus Naoussa loben genau das – vollständige phenolische Reife bei später Lese, dazu ungewöhnlich ausgeprägte Aromatik.

Auf dem Festland ist 2005 damit ein Rotweinjahr: In Naoussa, in Attika und in Nemea liegt Rot vorn. Auf der Insel und in der Höhe kehrt sich das um. Auf Santorini steht Weiß einen ganzen Punkt über Rot, in Mantinia einen halben. Dieselbe kühle Saison, die den Roten des Nordens ihre Gerbstoffreife gab, hat den weißen Sorten ihre Säure gelassen – Assyrtiko und Moschofilero leben genau davon.

Eine einzige Zahl gibt es von Santorini, und sie bekommt rückblickend Gewicht: 2005 markiert den Beginn der dokumentierten Ertragsreihe mit 2,9 Tonnen je Hektar. Von dort fällt sie fast ununterbrochen, bis 2019 auf 1,5 Tonnen.

Mit 7,0 ist 2005 der stärkste Jahrgang zwischen 2003 und 2010. Kein anderes Jahr dieses Jahrzehnts steht bei uns höher, und in der Fachliteratur dient er bis heute als Bezugsgröße, an der spätere Jahre gemessen werden – 2008 etwa gilt dort als vergleichbar, was wir selbst etwas nüchterner sehen.

Unsere Weine

Keiner. Wir haben aus diesem Jahrgang nie eine griechische Flasche geöffnet.

Am nächsten kommt Xinomavro aus den Nachbarjahren. Von Ktima Kir-Yianni haben wir den Ramnista 2006 mit 86 und den Ramnista 2010 mit 88 Punkten verkostet – derselbe Wein, ein Jahr vor und fünf Jahre nach 2005.

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