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Jahrgang 2004

kühl · lichtarm · spät gelesen

Landesweit 6,0 von 10 · Sicherheit der Einstufung: mittel

Makedonien

Naoussa · PDO – Rot 7,5 · Weiß 6,5 (Sicherheit: mittel)

Mittelgriechenland

Attika · PGI – Rot 6,5 · Weiß 6,5 (Sicherheit: mittel)

Peloponnes

Nemea · PDO – Rot 6,5 (Sicherheit: niedrig)

Mantinia · PDO – Weiß 7,0 (Sicherheit: niedrig)

Kykladen

Santorini · PDO – Rot 6,0 · Weiß 7,5 (Sicherheit: niedrig)

Kreta 6,5 · Peloponnes außerhalb von Nemea und Mantinia 6,0 (jeweils als Gesamtwert ohne Farbtrennung)

Ein kühles, feuchtes und vor allem lichtarmes Jahr. Nicht die Temperatur war das Problem, sondern die Sonne: Ihre Dauer schwankte so ungewöhnlich, dass Blüte, Veraison und Reife nacheinander ins Stocken gerieten. Die Reben kamen ins Jahr wie in einen frühen Jahrgang und lagen im Sommer weit zurück.

Gerettet hat es der Ausklang. August und September brachten moderate Temperaturen, wenig Regen und endlich mehr Sonne – eine langsame, gestreckte Ausreife und eine späte Lese.

Naoussa – Rot 7,5

Der höchste Wert dieser Seite, anderthalb Punkte über dem Landeswert. Was für die spät reifenden Sorten zunächst nach einem Risiko aussah, wurde durch den trockenen Herbst zur Chance: Der Xinomavro bekam die lange Hängezeit, die er braucht, und erreichte eine ungewöhnlich hohe Phenolkonzentration.

Das Ergebnis ist ein frisch-klassischer, säurebetonter und langlebiger Jahrgangstyp – die Bauart, die sich über zwanzig Jahre hält. Bedingung war die späte Lese in einem trockenen Fenster; in den kühleren Lagen drohten grüne Gerbstoffe und unfertige Reife.

Santorini – Weiß 7,5

Die Insel hatte keine dokumentierten Extreme: heiß, trocken, windig wie üblich, eine frühe Lese im August, kein Regen und keine Fäulnis. Das Assyrtiko wurde fein und präzise.

Die Kühle als Vorteil für die Weißen

Auf Santorini und auf Kreta steht das Weiß in diesem Jahr über dem Rot, in Attika sind beide gleichauf, und in Naoussa läuft es genau andersherum. Wo die Weißen vorn liegen, ist der Grund derselbe, der die Roten in Bedrängnis brachte: Ein kühler Verlauf bewahrt Säure und Frische, und genau davon leben aromatische weiße Sorten. Der Moschofilero Mantinias kam aromatisch und mit guter Säure herein, das Savatiano Attikas mit mehr Frische, als es Hitzejahre zulassen.

Auf dem Peloponnes blieb das Agiorgitiko ausgewogen und bei den besten Erzeugern strukturiert. Auf Kreta zog das kühl-späte Muster die Reife in die Länge – in den Höhenlagen ein Gewinn, in den tieferen ein Grenzrisiko.

Unsere Weine

Vier griechische Weine aus 2004 haben wir verkostet, alle rot, der Median liegt bei 96 Punkten. Diese Zahl beschreibt wie bei allen alten Jahrgängen unseren Keller, nicht das Jahr.

An der Spitze steht zweimal die Antigone von Domaine Economou aus dem kretischen Sitia, mit 98 und 97 Punkten. Sie ist kein Zufallsfund: Der langsame, gestreckte Reifeverlauf dieses Jahres kam dem Liatiko in den kretischen Höhenlagen zugute, und dieser Wein gilt seither als der Beleg dafür.

Dahinter zwei Weine von Domaine Hatzimichalis aus Mittelgriechenland mit je 95: der Merlot Alargino aus Atalanti und der Opus IB aus der Opountias Lokridos.

Alle Verkostungsnotizen aus 2004

· Domaine Economou Antigone · 97

· Domaine Economou Antigone · 98

· Domaine Hatzimichalis Merlot Alargino · 95

· Domaine Hatzimichalis Opus IB · 95

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