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Ktima Gerovassiliou – Avaton 2017

PGI Epanomi
Limnio, Mavrotragano, Mavroudi
Makedonien, Griechenland
Rotwein | trocken
14,5%

Der Avaton 2017 vom Ktima Gerovassiliou (PGI Epanomi, 14,5% vol). Wir hatten ihn zuletzt 2021 verkostet und dort, im zarten Alter von nur vier Jahren, bereits mit 94 Punkten ausgezeichnet. Damals zeigte er sich mit wunderbar klarer roter Frucht in der Nase, unterlegt von dezenten Salbeinoten. Am Gaumen kam deutlich Nougat dazu, eingebettet in wunderbar feine Tannine, die weder ins übertrieben Seidige noch ins Pampige abdrifteten. Ein Wein, der sich fantastisch trinken ließ – nur im Abgang dominierte der Alkohol dann doch eine Spur zu sehr. Vier Jahre später, bei der Verkostung im Frühjahr 2025, hatte sich der Wein erstaunlich stark verändert. Von den damals so attraktiven Nougat-Noten hat sich sehr viel aufgelöst. Die Nase ist jetzt deutlich enger auf rote Früchte fokussiert, dazu etwas vegetabile Noten wie Rote Bete und leicht bittere Anklänge von Orangenzeste oder Kumquat. Am Gaumen fällt eine extreme Konzentration an Eukalyptus-Aromen auf, wie ich sie bei griechischen Weinen selten erlebt habe – man würde da am ehesten noch an einen Cabernet aus Australien denken. Insgesamt deutlich weniger aggressiv als der 2021er, allerdings auch nicht mehr ganz so filigran wie bei der Erstbegegnung. Der Alkohol bleibt relativ spürbar. Letztlich 92 Punkte – der Wein hat sich nicht in die erhoffte Richtung weiterentwickelt. Einige Tage nach der Verkostung habe ich nochmal nachprobiert, um zu sehen, wie sich die Weine mit Sauerstoff entwickeln. Beim 2017er kommt mit viel Luft das Nougat tatsächlich wieder zurück. Aber er zeigt schnell oxidative Noten und wird zügig zur schlechteren Wahl – rutscht auf 90 Punkte ab. In meinen Augen eine eher besorgniserregende Entwicklung – es unterstreicht die Schwierigkeit, die ich häufig habe, bei Rotweinen von Gerovassiliou den Peak zu erwischen.

Verkostet: April 2025

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