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Domaine Hatzimichalis – Alfega rot 2021

PGI Atalanti
40% Cabernet Sauvignon, 40% Cabernet Franc, 20% Merlot
Mittelgriechenland, Griechenland
Rotwein | trocken
14,5%
Trinkfenster: –2031

Hatzimichalis hat bei mir einen Stein im Brett. Kaum jemand hat reinsortige internationale Rebsorten in Griechenland so früh und so beharrlich vorangebracht – Dimitris Hatzimichalis kaufte 1973 seine ersten neun Hektar im Tal von Atalanti und verblüffte die Szene Anfang der Achtzigerjahre mit einem Cabernet Sauvignon, den man der Sorte in Griechenland schlicht nicht zugetraut hatte –, und das Weingut bringt sie bis heute auf höchstem Niveau heraus. Der Alfega Erythros ist der Gutswein des Hauses, eine klassische Bordeaux-Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot zu 40/40/20, getrennt vinifiziert und mindestens zwölf Monate im französischen Barrique gereift, aus der PGI Atalanti.

Der Jahrgang 2021 war in Griechenland ein Jahr der Extreme. In der Fthiotida verzögerten ein kalter, regenreicher Winter und ein kühles Frühjahr die Vegetation, dann folgten drei Hitzewellen; Anfang August wurden im selben Regionalbezirk 46,3 °C gemessen, und das Land kämpfte mit der schlimmsten Waldbrandsaison seit über einem Jahrzehnt. Leonidas Hatzimichalis berichtete mitten in der Ernte, man habe wegen der Hitze rund zehn Tage früher mit der Lese begonnen und hoffe, dem Rauchton gerade noch entkommen zu sein. Ein normal verlaufender September rettete schließlich Traubengesundheit und Balance; die Erträge fielen reduziert aus, die roten Sorten kamen vergleichsweise glimpflich davon.

Im Glas ist von all dieser Dramatik zunächst wenig zu spüren. In der Nase recht zahm, dunkelbeerig, aber eher verhalten; dann allerdings doch ein klein wenig Rauch, ein klein wenig Asche – längst nicht so ausgeprägt, wie man es etwa von Biblia Chora kennt, und das gefällt mir eigentlich. Am Gaumen gutes Tannin, auf Zeit gebaut. Ob man wirklich fünfzehn Jahre warten sollte? Na ja, fünfzehn Jahre werden zumindest auf dem Etikett angegeben; zehn Jahre steckt dieser Wein aber sicher locker weg. Brauchen tut er die Reifung allerdings nicht. Schön salzig im Nachhall, zwischendurch recht mürbe, ausgewogen, aber recht wenig animierend. Generell eher nur mittlere Spannung im Mittelteil.

Ich schwanke zwischen 89 und 90 Punkten und lande, wieder einmal, bei 89. Das ist respektabel für eine Flasche, die in Deutschland schon für rund zehn Euro zu haben ist – deutlich unterhalb der Gutsweine von Biblia Chora und Gerovassiliou – und die auch mit ihrem Kunstkorken ihre limitierteren Ambitionen recht deutlich markiert. Aber eigentlich würde man sich wünschen, das Weingut ginge hier noch einen kleinen Qualitätsschritt weiter. Der Name verschränkt Alpha und Omega, vom ersten bis zum letzten Schritt alles in eigener Hand, konsequent zu Ende gedacht. Gerade weil hier alles selbst in der Hand liegt, würde ich mir manchmal noch ein bisschen mehr Durchschlagskraft wünschen.

Verkostet: 2026

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