Domaine Hatzimichalis — Alfega rot 2017
PGI Atalanti
Cabernet Sauvignon (40%), Cabernet Franc (40%), Merlot (20%)
Mittelgriechenland, Griechenland
Rotwein | trocken
14,5%
Wenn sich griechische Weingüter an Bordeaux-Cuvées versuchen, verleihen sie dem Wein in der Regel noch einen griechischen Touch, indem sie neben Merlot und Cabernet Sauvignon Agiorgitiko hinzugeben. Das sieht man etwa bei den roten Einstiegsweinen von der Domaine Lazaridi, dem Ktima Biblia Chora und Katogi Averoff. Im Kontrast dazu scheut der rote Alfega von der Domaine Hatzimichalis den direkten Vergleich mit dem Bordeaux nicht. Neben den genannten französischen Rebsorten mischt hier der Cabernet Franc gleich recht prominent — mit 40% gleichberechtigt mit dem bekannteren Nachkommen Cabernet Sauvignon — mit. Der Alfega Rot des Jahrgangs 2017 zeigt in der Nase angenehme rauchige Aromen. Der Alkohol von 14,5% ist in diesem Fall nicht störend. Am Gaumen spielt er sich allerdings ziemlich in den Vordergrund, sobald die Temperatur in den kritischen Bereich kommt. Etwas kühler hat man hier aber einen wirklich schönen Wein mit einem sehr fruchtigen Antrunk. Der Nachhall ist nicht übertrieben lang, doch eine feine Tanninstruktur trägt trotzdem recht weit. Das Etikett verspricht eine Lagerungsfähigkeit von 15 Jahren. Und in der Tat: Eigentlich gibt es keinen Grund, diese Flasche jetzt schon aufzumachen. Der Wein verträgt sicherlich auch weitere 5 Jahre noch sehr gut und wird dabei eher noch gewinnen, indem er an Komplexität zunimmt. Der Wein ist momentan allemal schon 89+ Punkte wert. Das sind zwar keine Höhenflüge. Aber man darf eines nicht vergessen: Den Wein gibt es für unter 10€. Und dabei spielt er in einer Liga, in der er auch manches Cru Bourgeois bereits hinter sich lässt. Ein beeindruckender Beweis dafür, wie weit griechische Weine gerade in diesem Segment bereits gekommen sind.
Verkostet: Februar 2022