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Diamantakis Winery – Vidiano 2025

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PGI Kreta
100% Vidiano
Kreta, Griechenland
Weißwein | trocken
13,5%

Der Vidiano von Diamantakis ist ein reinsortiger Vidiano aus der PGI Kreta. Die Brüder Ioannis, Michalis und Zacharias Diamantakis haben das Familiengut nach eigener Darstellung 2007 bei Kato Asites in der Präfektur Heraklion gegründet. Seitdem pflanzen sie Vidiano. Der erste Jahrgang dieses Weins war 2010 und kam Anfang 2011 auf den Markt. Heute bewirtschaften die drei 15 Hektar auf 30 Parzellen. Zacharias hat in Athen Önologie studiert und führt den Keller. Die Trauben wachsen im Weinberg Vorina auf 350 bis 550 Metern. Er ist nach Nordosten ausgerichtet, steht unter dem Einfluss der Seewinde aus der Ägäis und hat kalk- und tonhaltige Böden mit Kalkstein. Das Datenblatt nennt einen Ertrag von 8 Tonnen je Hektar. Im Keller bleibt es schlicht. Vergoren wird im Edelstahl bei 14 bis 18 Grad. Danach liegt der Wein drei Monate auf der Feinhefe, ebenfalls im Stahl und ganz ohne Holz. Vom 2025er gibt es laut Weingut 19.000 Flaschen, der Alkohol liegt bei 13,5 Prozent. Simos Georgopoulos hat den Wein 2022 für FNL in seine Vidiano-Top-10 aufgenommen, als typischen Vertreter des Stahlausbaus.

Verkostet habe ich den 2025er im Oktober 2026, gut ein Jahr nach der Lese, als Muster des Guts. Er stand in einer Weißweinprobe, die von Vidiano zu Assyrtiko führte, Kreta gegen Nordgriechenland stellte und dabei der Säurefrage nachgehen sollte. Vor ihm kamen drei Vidianos aus dem Norden. Den Anfang machte der Bidiano 2024 der Passas Winery aus Thrakien, im Eichenfass auf der Feinhefe ausgebaut. Es folgten der EXIS Vidiano 2025 von Estate Manolesakis aus Drama und der V diano 2025 von Torosidis aus Xanthi. Nach ihm kamen die beiden anderen Weißen des Hauses. Die Diamantopetra White 2025 besteht je zur Hälfte aus Vidiano und Assyrtiko. Sie wird im Fass zu Ende vergoren, mit Bâtonnage und 50 Prozent neuer französischer und amerikanischer Eiche. Der Petali Assyrtiko 2025 ist genau wie dieser Vidiano im Edelstahl mit drei Monaten Feinhefe ausgebaut. Die beiden sind im Keller also direkt vergleichbar. Den Schluss machten zwei Assyrtikos von Kir-Yianni aus Nordgriechenland, The North 2025 aus Florina und der Single Block Tarsanas 2023.

Gelesen wurde der Vidiano laut Datenblatt zwischen dem 15. August und dem 10. September 2025. Das Datenblatt weist für ihn mehr Säure aus als im Vorjahr, nämlich 6,35 g/l Gesamtsäure bei pH 3,30. Beim 2024er waren es 5,9 g/l und pH 3,39.

Bei diesem Wein ist die Säure ohnehin das Thema. Den 2021er habe ich 2023 mit 87 Punkten bewertet. Er faszinierte, weil er auch nach mehreren Tagen noch mit kräftigen Speisen mithielt. Er litt aber unter einer übertriebenen Säure. Beim Verschnitt mit Assyrtiko in der Diamantopetra 2021 desselben Hauses war das interessanterweise nicht festzustellen, trotz des Säure-Rufs des Assyrtiko. Die Diamantopetra kam bei mir auf 93 Punkte. Ob die Flasche des Vidiano ein Problem hatte, war schwer zu sagen. Als perfekte Einführung in die Rebsorte mochte ich den reinsortigen Vidiano damals nicht empfehlen. Greg Sherwood MW gab im September 2024 drei älteren Jahrgängen seine Wertung, dem 2023er 91, dem 2019er 89 und dem 2017er 93 Punkte. Für den aktuellen Jahrgang 2025 meldet das Weingut Bronze mit 88 Punkten bei den Decanter World Wine Awards 2026 und Bronze bei der Thessaloniki Wine & Spirits Trophy 2026. Außerdem steht der Wein unter den Gewinnern der Top 100 2026 von The Wine Merchant. Julia Harding MW hat den 2025er im August 2026 für JancisRobinson.com verkostet und beschreibt grüne Früchte, Birne und etwas Floralität. Andreas N. Androulidakis nannte ihn im Mai 2026 in Cantina körperreich, nahezu ölig und lebendig, mit längerem Zitrusausklang. Mehr Säure auf dem Papier und ein Wein, den ich schon einmal unter seiner Säure leiden sah – damit war die Frage gestellt, ob der 2025er gezähmter oder noch kantiger daherkommt.

In der Nase ist er recht hefig, daneben stehen die drei Monate auf der Feinhefe. Am Gaumen dann eine sehr gute Säure und ein angenehmer Schmelz. Für einen Vidiano ist das tatsächlich recht glatt und anschmiegsam. Im Abgang kommt das typisch Kalkige, dazu eine beinharte Säure. Wäre nicht gleichzeitig die Aprikose da, während die Säure im Abgang dominiert, würde man hier an Assyrtiko denken.

Genau daran hängt der Vergleich mit den beiden Weinen, die ihm im Haus folgten. Die Diamantopetra White hat nicht so viel Zug wie der Assyrtiko und nicht die brachiale Gewalt des Vidiano. Auch im Nachhall ist sie dem Vidiano nicht ebenbürtig. Sie wirkt wie ein Zwischenstück zwischen dem zahmen Assyrtiko und dem wilden Vidiano des Hauses. Der Petali ist im Keller gleich behandelt. Er hatte gefühlt deutlich weniger Säure als der Vidiano, auch wenn das analytisch betrachtet nicht ganz so deutlich ist, und war der süffigste dieser Weine. Die Rollen sind damit dieselben wie beim 2021er – der reinsortige Vidiano ist der säurebetonte Wein des Hauses. Nur steht die Säure diesmal in einem Wein, der Schmelz und Aprikose dagegenzusetzen hat.

Wer Vidiano als fruchtigen Speisebegleiter kennt, sollte hier auf jeden Fall einmal herankosten. Mit dem geschmeidigen Schweinefleischbegleiter von Ktima Biblia Chora hat das nichts zu tun, aber es ist tatsächlich sehr authentisch. Nach den drei Weinen aus dem Norden ist das für mich auf jeden Fall einer der Vidianos Kretas, die man immer wieder hervorholen sollte, wenn andernorts in Griechenland versucht wird, diese Rebsorte zu interpretieren. So geht es eben auch. Letztlich ist der Wein aber einfach zu kantig, um wirklich durch die Bank zu überzeugen. Er kostet rund 11 Euro in Griechenland. Für mich sind das 90 Punkte.

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Verkostet: Oktober 2026

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