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Boutari – Grand Reserve Naoussa 2013

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PDO Naoussa
100% Xinomavro
Makedonien, Griechenland
Rotwein | trocken
12,5%

Der Grande Reserve Naoussa ist bei Boutari kein Alltagswein. Er läuft unter den Premiumabfüllungen des Hauses, deutlich über dem einfachen Naoussa Boutari. Wine & Spirits nannte diese Linie im August 2013 unter dem Titel „The New Naoussa“ das damalige Flaggschiff und stilprägend für die Appellation. Boutari selbst wurde 1879 von Ioannis Boutaris in Naoussa gegründet. Im Glas sind 100 Prozent Xinomavro aus der PDO Naoussa und 12,5 Prozent Alkohol. Der Zusatz Grande Reserve steht für den langen Ausbau, beim 2013er 24 Monate in französischer Eiche und noch einmal 24 Monate auf der Flasche, zusammen vier Jahre. Das entspricht der heutigen Vorgabe für diese Bezeichnung. Seit 1984 prägt Dr. Yannis Voyatzis die Önologie des Hauses, er hat in Thessaloniki Chemie und in Bordeaux Önologie studiert. Ich hatte den 2013er im Oktober 2026 im Glas, rund dreizehn Jahre nach der Lese. Er war einer von vier Boutari-Weinen einer gemeinsamen Verkostung, zu der auch der Cava 2020, der Grande Reserve 1993 und ein Cava aus dem Jahr 1976 gehörten.

Als Jahrgang war 2013 für Naoussa rot stark, 8 von 10 und damit deutlich über dem langjährigen griechischen Median von 6,5. Die Erwartung stand entsprechend hoch. Wine & Spirits gab dem 2013er Ende 2020 94 Punkte und beschrieb ihn als konzentriert und spannungsvoll, mit reifen, wenig adstringierenden Tanninen. Robert K. Stephen notierte auf seinem Blog Set the Bar im November 2019 85 Punkte. Er hielt den Wein damals für zu tanninbetont und zu früh vermarktet und riet, ihn frühestens ab 2024 zu trinken. Bei der Balkans International Wine Competition 2026 holte der Wein mit 89 Punkten Gold. Mit dreizehn Jahren hätte dieser 2013er also im Trinkfenster stehen sollen.

Mein Befund fiel anders aus. In der Nase recht viel Toffee, dazu etwas Feige. Am Gaumen steht ein ordentliches Tannin, das allerdings tatsächlich eher hinter die Säure zurücktritt. Im Antrunk eine schöne Tomate, dann aber viel Tabak und wenig Frucht. Das ist ein Wein, der eigentlich schon über seinem Zenit zu sein scheint. Farblich war er, wie das Nebeneinander mit dem 1993er zeigte, der dichtere der beiden.

In den Punkten fällt dieser Vergleich innerhalb der Verkostung zugunsten des älteren aus. Der zwanzig Jahre ältere Grande Reserve 1993 kam bei mir auf 87 Punkte, zeigte sich in der Nase erstaunlich frisch und bot ein griffiges Tannin, das nichts eingebüßt hatte. Seine Struktur überzeugte mich dabei ebenso wie die des 2013ers. Auch der Cava 2020 lag mit 86 Punkten einen Punkt über dem Grande Reserve, und das bei niedrigerem Preis. Wie frisch ein Xinomavro dieser Kategorie und dieses Alters wirken kann, zeigte mir der Tsantali Rapsani Grand Reserve 2012 aus der PDO Rapsani, den ich 2024 mit rund zwölf Jahren bei 91 Punkten notierte. Toffee hatte ich übrigens auch beim Boutari Nemea 1998, den ich 2024 mit „sehr viel Toffee“ in der Nase bei 90 Punkten notierte.

Den Grande Reserve 1987 hatte ich 2024 bei der Xinomavro-Masterclass im Glas, mit Korkproblemen und 84 Punkten. Der 2013er kostet rund 20 Euro in Griechenland. Für mich sind das nur 85 Punkte, und das ist zu wenig für einen solchen Wein. Damit überzeugt man auch niemanden von Xinomavro.

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Verkostet: Oktober 2026

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