top of page

Alpha Estate — Axia 2022

PGI Florina
50% Xinomavro, 50% Syrah
Makedonien, Griechenland
Rotwein | trocken
14,5%
Trinkfenster: –2030

Der Axia ist bei Alpha Estate der zugänglichere Rote unterhalb der Ikonen des Guts, ein Verschnitt aus 50 % Xinomavro und 50 % Syrah. Genau diese Kombination erklärt auch die Herkunftsangabe: Weil die PDO Amyndeo für Rotweine reinsortiges Xinomavro verlangt, kann ein 50/50-Blend mit Syrah nur als PGI Florina laufen. Die Trauben stammen von den Parzellen Petres und Dromos auf dem Amyndeon-Plateau, 620 bis 710 Meter hoch, auf sandigen Böden mit kühlen Nächten und den NW-Winden, die diese Zone prägen. Handlese in kleinen Kisten, Kaltmazeration, danach zwölf Monate in Allier-Eiche mit medium-light toast und Flaschenreife; Vine Grower ist Makis Mavridis, Kellermeister Angelos Iatridis, die beiden Gründer des 1997 gestarteten Guts mit seinen 220 Hektar Hochlagen-Weinberg in Amyndeon.

Als Jahrgang gilt 2022 in Makedonien als sehr gut, und Amyndeon war dabei im Vorteil. Der kritische Moment war ein Starkregen von 100 Millimetern Anfang September; gerettet haben die Ernte rund vierzig heiße Tage mit kühlen Nächten danach, die für Xinomavro in dieser Zone extrem günstig waren. Kir-Yianni räumte für den Jahrgang offen „tricky tannins" ein, die am Ende glatt und samtig wurden. Zu erwarten ist also ein strukturierter, farbstarker Jahrgang gerade in Axias Herkunftsgebiet.

Und dieser Struktur begegne ich auch im Glas. In der Nase kommt der Xinomavro mit getrockneter Tomate gut durch. Am Gaumen zeigt der Wein zunächst sein Tannin, dann aber kommt dunkle Frucht, die das absteuert – Blaubeere und Kirsche, ein wenig pfeffrig, mit gut eingebundenem Alkohol bei 14,5 %. Ein leckerer Wein, und für mich eine gute Einführung in Xinomavro, wenn man nicht gleich die volle Dröhnung möchte.

Beim Trinkfenster bin ich hin- und hergerissen. Zunächst dachte ich an 2032, doch meine Erfahrung mit dem 2017er mahnt zur Vorsicht: Den habe ich dreimal verkostet – 2021 mit vier Jahren bei 92 Punkten („sehr schöne rote Frucht, etwas Tomate, weiches anhaftendes Tannin", und damals: „Dass es ihn schon für unter 10 € gibt, ist eigentlich kaum zu glauben"), 2024 mit sieben Jahren bei 90+ („explodiert mit hellen Himbeernoten, keine Altersanzeichen"), und im Juni 2026 mit neun Jahren nur noch bei 89, inzwischen also über seinem Peak. Interessant ist, dass der 2022er nach vier Jahren noch beinahe gar nichts zeigt – aber genau das tat der 2017er mit vier Jahren auch nicht. Deshalb bleibe ich vorsichtig und sage acht Jahre nach der Ernte, also bis 2030; hochkorrigieren kann ich bei einer späteren Verkostung ja immer noch.

Preislich hat der Axia angezogen. Vor einigen Jahren nannte ich ihn einen der besten Rotweine unter zehn Euro, inzwischen liegt er ein bisschen darüber, hierzulande bei rund 12,50 bis 14,95 Euro. Im eigenen Haus ordnet er sich klar unter dem Alpha Estate Syrah Single Vineyard Turtles 2023 ein, den ich im Juni 2026 mit 91 Punkten bewertet habe: Der ist noch eine Nummer kräftiger und dichter und mit rund 17 Euro auch teurer. Der Axia liegt einen Punkt darunter.

90 Punkte.

Verkostet: Juli 2026

bottom of page