Alpha Estate — Axia 2017
Syrah - Xinomavro
PGI Florina
50% Xinomavro, 50% Syrah
Makedonien, Griechenland
Rotwein | trocken
14%
Trinkfenster: –2026
Axia heißt auf Griechisch „Wert“, und treffender könnte der Name kaum sein, denn diese Cuvée ist im Sortiment von Alpha Estate der clevere, unkomplizierte, aber ernsthaft ausgebaute Rotwein zum kleinen Preis. Für rund 12 € bekommt man je zur Hälfte Xinomavro und Syrah vom kühlen Hochplateau von Amyndeon im Nordwesten Griechenlands. Weil der Syrah-Anteil die Herkunft als PDO Amyndeon ausschließt, die reinen Xinomavro verlangt, läuft der Wein als PGI Florina. Die Idee dahinter ist klar, der Syrah bringt dunkle Frucht, Pfeffer und Körper, der Xinomavro Säure, Tannin, rote Frucht und das Rückgrat für die Reife. Amyndeon, das man gern Griechenlands Piemont nennt, sorgt mit Höhe, kühlen Nächten und Kalkböden dafür, dass so ein Wein trotz seiner gut 14 Prozent Alkohol von Frische und Struktur lebt und nicht von Wärme allein.
Der Jahrgang 2017 war in Amyndeon trocken und früh, mit Hagel in einzelnen Lagen, aber qualitativ stark, und gerade Xinomavro und Syrah reiften gut aus. Im Keller wurden die beiden Sorten getrennt vergoren und erst danach verschnitten, der Wein lag zwölf Monate in Allier-Eiche und anschließend ein weiteres Jahr auf der Flasche, kam also nicht roh, sondern schon etwas beruhigt in den Verkauf.
Diesen Wein kenne ich inzwischen über mehrere Jahre. 2021 hat er mich rundum überzeugt, eine Fruchtbombe mit viel Struktur, damals 92 Punkte und eines der besten Preis-Leistungs-Angebote, die ich kannte. 2024 war ich dann überrascht, wie frisch er sich immer noch zeigte und wie viel Potenzial in ihm zu stecken schien, ein 90+, und ich dachte, er würde sich die nächsten fünf Jahre noch weiter verbessern. Jetzt, 2026, muss ich allerdings sehen, dass das nicht der Fall ist.
In der Nase hat er viel Himbeere, die einen klar an den Wein von früher erinnert, dazu etwas Erdbeere. Am Gaumen sticht dann der Xinomavro mit seiner Struktur stark heraus, weil der Wein darunter spürbar abgeflacht ist. So tastet man sich im Mittelteil etwas überrascht an diesem Xinomavro entlang, wundert sich über das Tannin und fragt sich, ob da etwas Metallisches mitschwingt. Im Nachhall bleibt dann tatsächlich nur noch die Säure. Viel Tertiäres ist noch nicht da, ein wenig Karamell, ein Hauch Salbei. Das Ganze ist eher zerfallen als zusammengekommen, und deshalb sollte man ihn jetzt trinken, besser wird er nicht mehr. Für mich sind das 89 Punkte.
Verkostet: Juni 2026
Weitere Verkostungen dieses Jahrgangs:
Alpha Estate — Axia 2017 (92, 2021)
Alpha Estate — Axia 2017 (90+, 2024)
Andere Jahrgänge:
Alpha Estate — Axia 2022 (90, 2026)