Jahrgang 2002
nass und kühl · der schwächste Jahrgang unserer Reihe
Landesweit 4,0 von 10 · Sicherheit der Einstufung: mittel
Santorini – Rot 5,0 · Weiß 6,5 (Sicherheit: niedrig)
Kreta – Rot 5,0 · Weiß 5,5 (Sicherheit: niedrig)
Attika – Rot 4,5 · Weiß 5,0 (Sicherheit: niedrig)
Naoussa – Rot 3,0 · Weiß 4,5 (Sicherheit: mittel)
Nemea – Rot 3,0 (Sicherheit: mittel)
Mantinia – Weiß 4,5 (Sicherheit: mittel)
Peloponnes außerhalb von Nemea und Mantinia 4,0 (als Gesamtwert ohne Farbtrennung)
4,0 landesweit – kein anderer Jahrgang unserer Reihe steht so tief, und die beiden Dreien für Naoussa und Nemea sind die niedrigsten Einzelwerte überhaupt.
Der Grund ist Wasser. 2002 war ein ausgesprochen nasses, eher kühles Jahr, und es traf die beiden Regionen am härtesten, auf denen der griechische Rotwein ruht.
Naoussa und Nemea – je 3,0
Im kontinentalen Norden war es einer der regenreichsten Jahrgänge überhaupt. Die Nässe hielt über die ganze Vegetationsperiode an, bis in die Reife hinein, und die Temperaturen blieben dabei niedrig. Was daraus folgte, ist der Albtraum jedes Xinomavro-Erzeugers: extremer Pilzdruck mit Botrytis und Essigfäule, dazu eine Reife, die nicht zu Ende kam. Die phenolische Reife wurde nicht erreicht, die Fäulnis erzwang früheres, selektives Lesen, und Warten war keine Option – am Ende grüne Gerbstoffe, verdünnte Weine, kaum Lagerfähigkeit.
In Nemea traf derselbe Regen den dünnschaligen Agiorgitiko zur Lese. Er antwortete mit Graufäule und mit Weinen, denen die Kraft fehlte.
Wie ernst die Lage war, zeigt dieselbe Entscheidung wie 2006 und 2001, nur schärfer: Ein Spitzenerzeuger des Nordens füllte seinen Flaggschiff-Rotwein gar nicht erst ab.
Santorini – Weiß 6,5
Der höchste Wert dieser Seite steht dort, wo der Regen nicht ankam. Die Insel hatte kein Extremjahr, sondern ihren gewohnten Verlauf: sehr trocken, windig, frühe Lese, keine Meldungen über Regen oder Fäulnis. Das Assyrtiko kam strukturiert und langlebig herein.
In Mantinia war es umgekehrt. Der Moschofilero wird dort in der Höhe erst Mitte Oktober gelesen und stand dem Herbstregen damit am längsten offen – verdünnt und weniger aromatisch.
Unsere Weine
Ein einziger Wein, und er kommt ausgerechnet aus dem Gebiet, das dieses Jahr am besten überstanden hat: der Kamaritis der Koutsogiannopoulos Winery von den Kykladen, ein Süßwein aus sonnengetrockneten Trauben, mit 96 Punkten.
Er widerspricht der 4,0 nicht, sondern zeigt, wo sie nicht gilt. Ein Süßwein von einer trockenen, windigen Insel ist gegen genau das immun, woran dieser Jahrgang auf dem Festland zerbrochen ist.
Alle Verkostungsnotizen aus 2002
· Koutsogiannopoulos Winery Kamaritis · 96
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