Jahrgang 2000
heiß und trocken · ein Rotweinjahr des Nordens
Landesweit 7,0 von 10 · Sicherheit der Einstufung: mittel
Makedonien
Naoussa · PDO – Rot 8,5 · Weiß 7,0 (Sicherheit: mittel)
Mittelgriechenland
Attika · PGI – Rot 7,5 · Weiß 5,5 (Sicherheit: mittel)
Peloponnes
Nemea · PDO – Rot 6,0 (Sicherheit: niedrig)
Mantinia · PDO – Weiß 6,5 (Sicherheit: niedrig)
Kykladen
Santorini · PDO – Rot 6,0 · Weiß 7,0 (Sicherheit: niedrig)
Kreta 7,0 · Peloponnes außerhalb von Nemea und Mantinia 7,0 (jeweils als Gesamtwert ohne Farbtrennung)
Ein sehr heißes, sehr trockenes Jahr. In Larissa stieg das Thermometer im Sommer 2000 auf 45,4 Grad – bis heute der offizielle Allzeitrekord der Stadt. Die Kernhitze traf das kontinentale Zentralgriechenland und Attika, der Peloponnes und Mittelgriechenland litten unter ausgeprägter Sommertrockenheit.
Zwei Punkte liegen zwischen dem Rot Attikas und seinem Weiß. Das ist die Achse dieses Jahrgangs: Wärme nützt der roten Seite und kostet die weiße, sofern nicht Höhe oder Meer dazwischenstehen.
Naoussa – Rot 8,5
Der Norden erlebte ein anderes Jahr als der Rest des Landes: wärmer als gewohnt, aber ohne die Extreme. Der Austrieb kam etwas später als im Vorjahr, die Blüte fiel im Mai in gute Bedingungen zwischen zwanzig und siebenundzwanzig Grad, der August wurde heiß ohne Spitzen, der September trocken. Gegen den Hitzestress wurde Ende Juni und Ende Juli bewässert.
Was daraus wurde, sind kleine, kerngesunde Beeren mit hoher Phenol- und Alkoholkonzentration bei erhaltener Säure – strukturierte, langlebige Weine, und weil das Material gesund war, konnte man auf die volle Gerbstoffreife warten. Im Norden heißt dieser Jahrgang bis heute schlicht das Jahr aller Jahre.
Nemea – Rot 6,0
Zweieinhalb Punkte tiefer, und der Grund ist dieselbe Wärme aus der anderen Richtung. Agiorgitiko geriet unter Hitze und Trockenstress in Überreifegefahr: viel Zucker, schleppende phenolische Reife, marmeladige Noten. Wer das vermeiden wollte, musste früh lesen.
Santorini – Weiß 7,0
Die Insel zählt in diesem Jahr zu den wenigen mit fünf Extremhitzetagen in der kritischen Reifephase, und 2000 markiert zugleich den Beginn der strukturell trockeneren Periode, die dort bis heute anhält. Das Assyrtiko blieb trotz voller Reife frisch – seine Weinsäure ist stabiler als die fast jeder anderen weißen Sorte.
In den heißen Tieflagen Attikas gelang das nicht. Savatiano und Roditis verloren Säure, und nur sehr frühe oder nächtliche Lese half dagegen. Der Weißwert von 5,5 ist der niedrigste dieser Seite.
Unsere Weine
Zwei griechische Weine aus 2000 haben wir verkostet, beide rot: der Sitia von Domaine Economou mit 94 Punkten und der Rapsani Reserve von Tsantali mit 90.
Aus Naoussa, dem Gebiet, das diesen Jahrgang trägt, steht bei uns nichts.
Alle Verkostungsnotizen aus 2000
· Domaine Economou Sitia · 94
· Tsantali Rapsani Reserve · 90
Dekade 1990er · 2000 · Jahrgang 2001 | Alle Jahrgänge