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Tsolis – Anny's Animus Merlot 2014

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PGI Trifilia
100% Merlot
Peloponnes, Griechenland
Rotwein | trocken
13,5%
Trinkfenster: –2031

Anny’s Animus ist der Boutique-Merlot des Weinguts Tsolis (Κτήμα Τσώλη) aus Gargalianoi in Messinia, einem kleinen, ehrgeizigen Haus, das die Region für internationale rote Sorten bekannt gemacht hat. Konstantinos Tsolis begann 1993 mit Cabernet-Reben, die er schon in den Achtzigern gepflanzt hatte; die Weinbereitung verantwortet seit 1999 Phillipos Koukis. Der Name ist Programm. Das poetische Rücketikett erzählt den Wein wie eine Person, in Trifilia geboren, im Eichenfass aufgewachsen, in der Flasche zur Ruhe gekommen, und spricht ihm vor allem eine Seele zu, woraus sich der Name Animus erklärt; sogar das Etikettbild stammt von einer Malerin, Eleni Michalakopoulou.

Es handelt sich um einen reinsortigen Merlot aus der PGI Trifilia, 13,5 % vol., laut Rücketikett 18 Monate im Eichenfass und anschließend 24 Monate auf der Flasche gereift, also bewusst lange ausgebaut und reif auf den Markt gebracht. Im Handel kostet er rund 26 €.

2014 war in Trifilia ein kühles Jahr, die viertkühlste Vegetationsperiode seit 2000, ohne einen einzigen Tag über 35 Grad. Nass war vor allem das Frühjahr, der März brachte 104 statt 67 Millimeter, und nass wurde noch einmal die zweite Oktoberhälfte mit 47 statt 27 Millimetern. Die Lesezeit dazwischen war zweigeteilt. Am 2. September fielen an einem einzigen Tag knapp 14 Millimeter, danach blieb es fünf Wochen lang fast regenfrei – bis Anfang Oktober kamen keine elf Millimeter dazu, und im September gab es dreiundzwanzig Tage ohne einen Tropfen. Für die Reife bedeutete dieses Jahr vor allem Geduld. Dass dieser Merlot mit 13,5 % genauso viel Alkohol hat wie der Vorgänger 2013, spricht aber dafür, dass er reif genug und nicht zu früh gelesen wurde. Verkostet habe ich ihn direkt neben dem gleich alten Tomos II Merlot von Panagiotopoulos.

Im Vergleich zeigte sich schon in der Nase eine deutliche Überlegenheit. Er wirkt nicht ganz so frisch wie der Tomos II, hat dafür aber die intensivere Nase mit durchaus anregenden Pflaumennoten. Am Gaumen ist eine Säure präsent, die den Wein immer wieder hebt; durchgehend trägt sie nicht, doch sie kommt stets aufs Neue zum Vorschein. Auch im Nachhall hat er noch einiges an Frucht zu bieten. Ein wirklich gut gemachter, gut gereifter Merlot auf seinem Höhepunkt.

Gerade weil er so gut ist, würde ich ihn in den nächsten fünf Jahren trinken, denn hier gibt es durchaus etwas zu verlieren. Für mich sind das 91 Punkte.

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Verkostet: Juni 2026

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