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T-Oinos – Mavrosé 2025

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PGI Kykladen
80% Augoustiatis, 20% Mavrotragano
Kykladen, Griechenland
Roséwein | trocken
13%

T-Oinos auf Tinos ist eines der ehrgeizigsten Weinprojekte der Kykladen, entstanden in einer Granitblock-Landschaft, die als geschütztes geologisches Phänomen gilt, und beraten von Stéphane Derenoncourt. Der Mavrosé ist hier der Rosé unterhalb des Clos Stegasta Rosé, der zweite Rosé des Hauses sozusagen – und ein charmantes Detail von der Teamseite darf ich hier nicht unterschlagen: Der Weingutshund Markos firmiert dort als „General Supervisor".

Im Glas steckt eine Kykladen-Cuvée aus 80 % Avgoustiatis und 20 % Mavrotragano, klassifiziert als PGI Kykladen. Die Trauben stammen aus den Parzellen Sparveri und Agios Dimitrios auf rund 400 Metern Höhe, aus Granit mit sandigem Lehm, von dicht gepflanzten Buschreben mit 10.000 Stöcken und nur 25 Hektolitern pro Hektar. Gelesen wurde vom 8. bis 11. September 2025 in kleinen 20-Kilo-Kisten am frühen Morgen; danach folgen Direktpressung, temperaturkontrollierte Gärung im Edelstahl mit isolierten Hefen aus den eigenen Weinbergen und etwa drei Monate auf der Feinhefe, ohne jedes Holz. Rund 2.500 Flaschen entstehen pro Jahrgang. Der Alkohol liegt bei 13 %.

Verkostet habe ich den Mavrosé 2025 im Mai 2026 gemeinsam mit dem Clos Stegasta Rosé 2023 – und zu diesem Vergleich komme ich am Ende noch. Als Jahrgang war 2025 auf Tinos ein kühleres Jahr, das Fruchtcharakter und Säure bewahrt hat; die Lese fiel entsprechend spät auf Anfang September, während 2024 schon zwischen dem 21. und 24. August eingebracht wurde. Genau das findet sich im Glas wieder.

In der Nase ist er rotfruchtig und zugleich floral. Am Gaumen trägt ihn eine angenehme Säure, das Mundgefühl ist sehr gut, geradezu mundauskleidend, mit einem Eindruck von Süße, obwohl der Wein trocken ausgebaut ist. Der Nachhall ist mittellang, mit etwas Zitronenmelisse und einem klein wenig grünem Apfel; dazu wirkt er recht mineralisch, beinahe metallisch – und dieser metallische Zug ist das Einzige, was den Wein für mich etwas nach unten zieht. Bereits jetzt trinkt er sich hervorragend, es gibt keinen Grund zu warten.

In Griechenland kostet der Mavrosé rund 35 Euro, in Deutschland ist er derzeit kaum zu bekommen. Und hier liegt die eigentliche Pointe: Der Clos Stegasta Rosé 2023, das Spitzenmodell des Hauses für rund 60 Euro, bekam von mir in derselben Verkostung ebenfalls 91 Punkte – der halb so teure Mavrosé steht also auf exakt derselben Qualitätsebene. Zum Clos hielt ich sogar fest, dass dieser „bei weitem nicht so anschmiegsam wie der Mavrosé" ist. 91 Punkte.

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Verkostet: Mai 2026

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