Panagiotopoulos Wines – Tomos II Merlot 2014
PGI Trifilia
100% Merlot
Peloponnes, Griechenland
Rotwein | trocken
14,5% | Bio
Trinkfenster: –2036
Die Tomos-Reihe ist die biologische Reserve-Linie des Hauses Panagiotopoulos, drei reinsortige Rote aus Cabernet Sauvignon (Tomos I), Merlot (Tomos II) und Syrah (Tomos III), jeweils aus biozertifizierten Lagen der PGI Trifilia und 24 Monate im Fass gereift. Der Tomos II ist die limitierte, holzbetonte Merlot-Version, deutlich ambitionierter als der einfache, kürzer ausgebaute Merlot des Hauses. Den ersten Jahrgang dieser Bio-Merlot-Linie gab es 2003. Wie das Weingut seine Roten intern einstuft, bleibt schwer nachvollziehbar. Den Tomos II Merlot und den Tomos I Cabernet führt es als „Super Premium“, den Tomos III Syrah dagegen nur als „Premium“, während die höchste Stufe „Ultra Premium“ der separaten Cabernet-Cuvée „36“ vorbehalten ist.
Es handelt sich um einen reinsortigen Merlot von einer biozertifizierten Lage auf 500 m Höhe, am 10. September 2014 von Hand gelesen, 24 Monate in 225-Liter-Fässern aus französischer Eiche gereift, 14,5 % vol., gut 8.200 Flaschen. Im Handel liegt er um die 20 bis 30 €.
2014 war im Peloponnes kein leichter Jahrgang, eher kühl und feucht, mit Regen, Krankheitsdruck und der Notwendigkeit zu strenger Selektion. Die frühe Lese am 10. September dürfte dem Merlot geholfen haben, den späteren Herbstregen zu entgehen. Als dritten der drei Tomos-Weine, nach dem Cabernet 2013 und dem Syrah 2013, hatte ich nun diesen Merlot 2014 im Glas.
Ein Wein, der noch sehr, sehr frisch ist, keine Frage. Nach einer noch recht fruchtbetonten Nase ist er am Gaumen allerdings schlicht zu weich. Da ist wenig Spannung, wenig Abwechslung, die ihn aufregend machen würde. Wie sehr ihm diese Spannung fehlt, zeigte ein gleichaltriger Anny’s Animus 2014, den ich parallel im Glas hatte. Der wirkte zwar nicht ganz so frisch, hatte aber die intensivere, pflaumige Nase und am Gaumen eine Säure, die ihn immer wieder anhob.
Das sind für mich 89 Punkte. Halten dürfte er sie noch lange, und in einigen Jahren wird er damit vor sehr vielen anderen griechischen 2014er Merlots liegen, von denen kaum einer so frisch durch die Zeit kommt. Bezeichnend bleibt nur, dass ausgerechnet der Syrah, offiziell der niedrigste der drei, im Glas mein Favorit war – und dieser Super-Premium-Merlot der am wenigsten aufregende.

Verkostet: Juni 2026