Nico Lazaridi — To Mavro Provato 2023
PGI Pangeon
60% Syrah, 40% Merlot
Makedonien, Griechenland
Rotwein | trocken
12,5%
Trinkfenster: –2026
To Mavro Provato, das Schwarze Schaf, ist die betont moderne, zugängliche Linie von Nico Lazaridi, gekeltert in der Mackedon-Kellerei am Fuß des Pangeon bei Kavala. Die rote Cuvée mischt 60 Prozent Syrah und 40 Prozent Merlot und kommt unter Schraubverschluss. Knapp 17 € kostet die Flasche, eine Preislage, in der ich etwas Substanz erwarte.
Eingeschenkt steht er als ganz klares, blasses Wässerchen im Glas, und schon die 12,5 Prozent auf dem Etikett bestätigen den Eindruck, dass hier etwas nicht stimmt. In der Nase ist er noch ganz in Ordnung, etwas rote Frucht, ein wenig Pfeffer. Am Gaumen aber kommt nichts. Das schmeckt wie ein Wassereis am Stiel, an dem zuletzt nur noch der Holzstiel zum Kauen übrig bleibt. Pures Holz, kaum genießbar, und am nächsten Tag gar nicht mehr.
Erst nachdem ich das notiert hatte, habe ich nachgesehen, woran das liegt. Der Jahrgang 2023 war am Pangeon schwierig, ein milder, trockener Winter, dann ein kaltes, sehr nasses Frühjahr bis in den Juli, mit viel Wasser für die Reben, aber hohem Krankheitsdruck und später, gedrängter Reife. Das kann einen schlankeren Wein durchaus begünstigen. Verdünnt durch Regen ist er aber nicht, die Lese im September war trocken, und die Region brachte 2023 durchaus aromatische, strukturierte Rotweine, sofern die Arbeit im Weinberg stimmte. Am Jahrgang allein liegt es also nicht.
Eher liegt es am Wein selbst. Die 12,5 Prozent Alkohol sind kein Ausrutscher des schwierigen Jahrgangs, sondern der bewusst leichte, früh trinkbare Stil dieser Linie. Und ausgebaut wird er mit Eichenchips, nicht mit Fässern, anders als manche deutsche Händler behaupten. Chips geben ihr Holz schnell und mit etwas Bitterkeit ab, und wo Frucht und Mitte fehlen, bleibt davon nur das nackte Holz. Zumindest hier funktioniert das schlicht nicht.
Ich verstehe nicht, wofür es einen solchen Wein braucht. Aus Syrah und Merlot kann man in Griechenland so großartige Weine machen, und dann steht man vor diesem blassen Nichts. Für knapp 17 € ist das schlicht zu teuer. Für mich sind das 82 Punkte. Ein wirkliches schwarzes Schaf unter den bekannteren griechischen Cuvées aus internationalen Rebsorten.
Verkostet: Juni 2026