Nico Lazaridi – Magiko Vouno rot 2018
Cabernet Sauvignon - Cabernet Franc
PGI Agora
50% Cabernet Sauvignon, 50% Cabernet Franc
Makedonien, Griechenland
Rotwein | trocken
15%
Mit den alten Flaggschiffen unter den griechischen Bordeaux-Cuvées habe ich in letzter Zeit so meine Probleme. Der Château Carras war in meinen Augen in den alten Jahrgängen bis in die 1990er hervorragend – den 1984er habe ich im April 2025 bei 95 Punkten erlebt, den 1997er im selben Monat bei 94 –, enttäuscht aber neuerdings öfter mal und ist dann für rund 45 Euro in Griechenland schlicht zu teuer. Auch der Magiko Vouno von Nico Lazaridi fällt für mich in diese Kategorie. Es ist länger her, dass ich einen hatte, der mich wirklich begeistert hat, und dieser Jahrgang hat mich geradezu gravierend enttäuscht.
Das Haus wurde 1987 von Nicos Lazaridis gegründet, der Erfahrung aus Italien und der Toskana mitbrachte, heute führen Frederico und Federica Lazaridi den Betrieb, Federica als Önologin mit einer Ausbildung in Udine. Nicht zu verwechseln ist es mit der Domaine Costa Lazaridi, einem davon getrennten Gut. Der Magiko Vouno, der „magische Berg“, ist nach dem gegenüberliegenden Pangeon-Gebirge benannt, seit 1990 auf dem Markt und ein Prestigewein des Hauses, wenn auch nicht die Spitze, darüber steht noch die Perpetuus-Linie. Die Trauben wachsen in Drama im östlichen Makedonien, das Gut hat Weinberge in Agora und Pigadia, klassifiziert ist der Wein als PGI Agora. Wie Federica Lazaridi in einem Interview sagte, steckten bis einschließlich 2006 rund 20 Prozent Merlot in der Cuvée, irgendwann wurde er herausgenommen, und der 2018er besteht nur noch aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc zu gleichen Teilen. Er hat 15 Prozent Alkohol, reifte 18 bis 20 Monate in neuen Fässern französischer und ungarischer Eiche und danach 18 Monate auf der Flasche vor dem Verkauf.
Von der Farbe her ist er recht wenig blickdicht, viel Granatrot. Die Nase ist schon recht oxidativ und wirkt mindestens ein Jahrzehnt älter. Als Rotwein aus den frühen 2000ern wäre sie tatsächlich sehr ansprechend, mit Pflaume und Spekulatius. Am Gaumen fehlt dann die animierende Säure, und das Tannin flackert nur kurz auf. Generell wirkt er sehr weichgespült, könnte auch ein Sangiovese sein und erinnert auch in dieser Hinsicht an den Château Nico Lazaridi, der als 2019er etwas Sangiovese enthielt und den ich im Juni 2026 bei 87 Punkten im Glas hatte. Im Abgang ist er recht kantig. Für mich ist das sehr weit weg von einem guten Bordeaux.
Als Jahrgang steht 2018 in Drama bei 6,5 von 10, knapp unter dem Drama-Median von 7,0, aber deutlich über dem schwachen Landeswert von 5,0. Vom Jahrgang her müsste ein Spitzenrotwein aus Drama nach acht Jahren also nicht müde sein, am Jahrgang allein dürfte die gealterte Anmutung kaum liegen. Der Perpetuus desselben Hauses, ebenfalls ein 2018er, aus 60 Prozent Cabernet Franc und 40 Prozent Mavroudi, war 2024 bisher langsam gereift und hätte auch ein 2020er sein können. Der Magiko Vouno zeigt das genaue Gegenteil.
In Griechenland kostet er rund 40 Euro, mehr als das Doppelte des Château Nico Lazaridi. Für mich sind das 89 Punkte, und das ist definitiv zu wenig für einen Wein dieser Preisklasse.

Verkostet: August 2026