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La Tour Melas – Palies Rizes 2020

Vieilles Vignes - Franc de Pieds

100% Agiorgitiko
Mittelgriechenland / Peloponnes, Griechenland
Rotwein | trocken
14%
Trinkfenster: bis mindestens 2040

Palies Rizes heißt „alte Wurzeln“, und der Name ist bei diesem Wein wörtlich gemeint. Die Parzelle liegt bei Floiountas in Nemea, auf rund 400 Metern, stark windexponiert, und trägt über hundert Jahre alte, wurzelechte Reben – die Reblaus hat sie nie erreicht. Gerodet wurde hier nie, und unter dem Weinberg liegen archäologische Reste.

Reinsortiger Agiorgitiko mit 14 %, im Guyot erzogen, mit 15 hl/ha geerntet, von Hand gelesen und parzellenweise selektiert. Vinifikation und malolaktische Gärung laufen zu 80 % im Edelstahl und zu 20 % im Fass, mit wilden Hefen; danach 15 Monate in 400-Liter-Fässern aus österreichischer Eiche, ungeschönt abgefüllt. Rund 1.800 Flaschen aus knapp einem Hektar.

Auf dem Etikett steht als Kategorie nur „Dry Red Wine of Greece“ – keine geschützte Herkunft. Anders geht es auch nicht: Eine PDO Nemea verlangt, dass der Wein innerhalb der Zone gekeltert wird, und gekeltert und abgefüllt wird er in Achinos bei Stylida, in Fthiotida, weit außerhalb davon. Die PGI Fthiotida wiederum, die alle anderen Weine des Hauses tragen, scheidet aus dem umgekehrten Grund aus: Die Trauben kommen nicht von dort. Für hundertjährige wurzelechte Reben aus Nemea bleibt damit die schlichteste Kategorie, die das Weinrecht kennt.

Für Nemea war 2020 ein herausragendes Rotweinjahr, das stärkste der jüngeren Reihe. Diesem Weinberg fiel es trotzdem nicht in den Schoß: Das Gut berichtet von einem schwierigen Sommer mit Regen im Juli und Hitze im August, die physiologische Reife kam spät und war erst Ende September erreicht.

Diesen Wein hatte ich im Juni 2024 schon einmal im Glas und mit 94 Punkten bewertet. Jetzt, gut zwei Jahre später, steht er bei 95+. Mit etwas mehr Alter zeigt er sich runder, und am deutlichsten hat sich die Aromatik verschoben: 2024 war da eine expressive Nase mit viel dunkler Frucht und Wacholderbeere, jetzt tendiert er klar ins Rotfruchtige, das Dunkle ist in den Hintergrund getreten.

In der Nase ein wenig Pflaume, ein wenig blutig. Am Gaumen wunderbar weich, schokoladig, tintig, mit Kakao und erdigen Noten, die durchkommen. Der Nachhall ist sehr, sehr lang – während ich diese Zeilen schreibe, ist er noch immer da.

Bis 2030 darf man warten, dann traue ich ihm 96 Punkte oder mehr zu, und ich sehe keinen Grund, warum er nicht 2040 oder 2050 noch auf diesem Niveau spielen sollte. Reife über zehn Jahre wird kein Problem sein. Natürlich muss er das erst noch zeigen, aber die Anlagen sind ganz klar da. Für einen Agiorgitiko ist das ganz, ganz großes Kino.

Rund 149 Euro. Für mich sind das 95+ Punkte.

Verkostet: August 2026

Weitere Verkostungen dieses Jahrgangs:
La Tour Melas – Palies Rizes 2020 (94, 2024)

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