Ktima Katsarou — Stella 2022
Chardonnay
PGI Krania
100% Chardonnay
Thessalien, Griechenland
Weißwein | trocken
13,5%
Der Stella Chardonnay 2022 von Ktima Katsarou, ein PGI Krania Weißwein aus Thessalien, 100% Chardonnay bei 13,5% Alkohol, war einer der Weine, auf deren Verkostung ich mich am meisten gefreut hatte. Der Jahrgang 2020 hatte in einem Lineup neben exzellenten Weinen aus Burgund und Deutschland 96 Punkte erzielt — klar der beste Chardonnay, den ich bis dahin aus Griechenland kennengelernt hatte. Die Erwartungen an den 2022er waren also enorm hoch. Ich wählte die Flasche als Begleiter zu hervorragenden Vorspeisen im Cap Voyage Restaurant des Grecotel Riviera Olympia, und ich muss zugeben, was ich nicht leugnen kann: Ich war ziemlich enttäuscht. In der Nase waren kaum Aromen wahrnehmbar, nur ein wenig Zitronengras. Am Gaumen fehlte es ebenfalls an Aromen — nur ein Hauch von Spargel. Nichts, was an die Explosion erinnert hätte, die man vom Stella 2020 kennt. Strukturell ist der Wein geprägt von einer laserscharfen Säure und einer eigenwilligen Mineralität. Aber um dieses Skelett herum ist nicht genug Substanz, damit es funktioniert. Ich habe tagelang mit ihm experimentiert, verschiedene Temperaturen und mehr Sauerstoff ausprobiert, aber nichts davon half den Aromen, sich zu entfalten. Es war eher so, als würde der Wein auseinanderfallen, eine gespaltene Persönlichkeit entwickeln, als würde man zwei völlig unterschiedliche Weine gleichzeitig in den Mund gießen — und ich verstehe keinen der beiden Teile. Es ist kein schlechter Wein. Er ist sogar ziemlich einzigartig. Aber er liefert in keinem bestimmten Stil ab. Ich liebe moderne burgundische Elektroschocks, aber die Spannung hier ist einfach zu niedrig. Und ebenso versagt er hinsichtlich der fruchtgetriebenen Entwicklung im Mund, die der Stella Jahrgang 2020 so brillant gezeigt hatte. Der Stella wird nur in guten Jahrgängen produziert, sollte also außergewöhnlich sein — und ich hätte liebend gern etwas anderes geschrieben. Mit 91 Punkten ist es ein ordentlicher Wein, aber nicht genug für den Preis von 50€.
Verkostet: 2024