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Kokotos Estate — Kokotos Estate 2017

Cabernet Sauvignon - Merlot

PGI Attika
90% Cabernet Sauvignon, 10% Merlot
Attika, Griechenland
Rotwein | trocken
14% | Bio
Trinkfenster: –2057

Dass der Ktima Kokotos 2017 vom Kokotos Estate (PGI Attika) kein schlechter Wein sein kann, war spätestens klar, seit er es beim Wettbewerb 50 Great Greek Wines auf Platz 15 schaffte und damit die beste internationale Cuvée unter den verkosteten Weinen war. Das Weingut bei Stamata, unweit von Athen, wurde von Anne und Jorgos Kokotos als Refugium gegründet und füllt seit 1985 in Flaschen ab. Konstantinos Lazarakis MW beschrieb den Cabernet Sauvignon des Hauses einst neben dem von Katogi Averoff als 'the coolest, firmest, most old-world Cabernet Sauvignon in Greece, needing years to soften'. Nach einer Phase des Wachstums, der Gründung eines Weinguts in Nemea und der Abgabe des Namens 'Semeli' an dieses, ist das Ehepaar Kokotos wieder ganz mit ihrem Weinberg bei Stamata beschäftigt; seit 2011 wird der Wein unter dem Namen Kokotos Estate abgefüllt.

Der 2017er besteht aus 90% Cabernet Sauvignon und 10% Merlot und reift 26 Monate in französischer Eiche bei 14% Alkohol. Ab dem Jahrgang 2019 wird der Merlot-Anteil übrigens hochgefahren, nachdem das Ehepaar nach 15 Jahren einen deutlichen Qualitätsanstieg der 2002 gepflanzten Merlotreben feststellte.

In einer Blindprobe wurde der Ktima Kokotos direkt mit dem Château Ducru-Beaucaillou 2017 verglichen – einem zweiten Gewächs aus Saint-Julien, das im selben Jahrgang ebenfalls 90% Cabernet Sauvignon und 10% Merlot aufweist. Optisch unterscheiden sich die Weine deutlich: Der Ducru-Beaucaillou geht weit mehr ins violette Spektrum, hat aber auch schon mehr Depot. Geradezu schockierend ist hingegen, wie nahe die Weine in der Nase beieinander liegen. Gerade wenn sie etwas wärmer werden, würde man sie ohne paralleles Glas kaum noch auseinanderhalten können. Der Ducru geht eine Spur mehr ins Rotfruchtige, der Kokotos hat mehr rauchige Aromen. Auch am Gaumen geht kaum eine Papierbreite zwischen die beiden Cuvées: Ducru-Beaucaillou ist ein Hauch filigraner, Kokotos dafür komplexer. Im Nachhall halten sie vergleichbar lange durch. Zwei Weine, wie sie für ihren Typ kaum besser sein können – und die mit der Zeit jeweils noch besser werden könnten.

Die Tatsache, dass der Kokotos so mühelos mit einem der besten Bordeaux-Weine des Jahrgangs mithalten kann – in der Blindprobe sogar die Nase vorne hatte –, kann gar nicht genug betont werden. Zur Einordnung: Der Ducru-Beaucaillou 2017 hat auf Global Wine Score eine Durchschnittsbewertung von 96,37 Punkten und liegt damit unter den trockenen Rotweinen des Bordeaux auf Platz 11, am linken Ufer unmittelbar nach Latour, Margaux, Haut-Brion, Léoville-Las-Cases und Mouton Rothschild. Mit rund 50 € ist der Kokotos zwar einer der teuersten griechischen Rotweine, kostet aber nur ein Drittel des Ducru-Beaucaillou.

Es ist ein ohne jeden Zweifel phänomenaler Wein, der mindestens 98 Punkte verdient und mit mehr Reife sogar noch Platz nach oben hat.

Verkostet: 2022

98+ Punkte
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