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Hatzidakis Winery — Mavrotragano 2017

PGI Cyclades
100% Mavrotragano
Kykladen, Griechenland
Rotwein | trocken
15% | Bio

Mavrotragano galt auf Santorini als fast ausgestorben, eine schwarze und, wie Yiannis Karakasis den Namen übersetzt, knackige Sorte, die erst Produzenten wie der 1997 gegründete Bio-Pionier Hatzidakis wieder zu einem sortenreinen Rotwein gemacht haben. Dieser hier kommt von bis zu hundertjährigen, nicht bewässerten Reben mit winzigem Ertrag, reift achtzehn Monate in französischer Eiche und wird unfiltriert gefüllt. Der Jahrgang 2017 war auf Santorini ein Hitzejahr, nach einem hervorragenden Frühjahr kamen Ende Juni Hitzewellen mit massivem Sonnenbrand, und wer nicht früh las und streng selektierte, bekam breite, alkoholbetonte Weine. Die roten Sorten steckten die Wärme besser weg als der Assyrtiko, und aus einem so alten, kargen Rebbestand wird aus so einem Jahr eher Kraft als Hitze. Einen anderen Santorini-Mavrotragano aus 2017, den von Argyros, hatte ich bei 90+.

Mit fünfzehn Prozent Alkohol ist das ein Brocken, und man merkt das Jahr. In der Nase zuerst Kirsche, dann Unterholz, und mit etwas Wärme im Glas kommt Mokka dazu. Am Gaumen ein packendes Tannin, das den Mund regelrecht dicht macht, ohne dabei überall oder gar grob zu sein, darunter eine cremige Textur und eine Note von Schuhcreme, im ersten Abgang leicht salzig, dann blutig. Das ist kraftvoll und dicht gebaut, ein Mavrotragano, der die Hitze des Jahrgangs in Struktur übersetzt statt in Marmelade.

Für mich sind das 93 Punkte, wirklich nicht wenig, und der Preis zieht mit, der 2017er selbst ist vergriffen, gereifte Jahrgänge wie der 2014er und der 2015er stehen im Fachhandel bei rund 130 bis 137 Euro, während der aktuelle Jahrgang bei etwa 65 bis 75 Euro liegt.

Verkostet: April 2026

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