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Estate Manolesakis – EXIS rot 2025

Moschomavro - Limnio

60% Moschomavro, 40% Limnio
Makedonien, Griechenland
Rotwein | trocken
12%

Moschomavro und Limnio, 60 zu 40 — eine rote Einstiegscuvée aus zwei autochthonen Sorten. In der Preisklasse um neun Euro greifen griechische Güter sonst fast reflexhaft zu Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah, weil diese Sorten verlässlich Farbe, Struktur und Wiedererkennbarkeit liefern. Moschomavro ist mir bislang nur ein einziges Mal begegnet, als kleiner Anteil in einem Rosé; dies ist mein erster Rotwein mit der Sorte und der erste, in dem sie führt.

Im Glas ein sehr aromatischer Wein, viel Frucht in der Nase und etwas Veilchen. Am Gaumen schön rund und mit beachtlichem Abgang. Die beiden Sorten kommen wirklich harmonisch zusammen, als hätten sie nie etwas anderes getan, als sich zu ergänzen. Bei einer Kombination, die mir so noch nicht begegnet ist, ist das keineswegs selbstverständlich; man merkt der Cuvée nicht an, dass sie eine Suchbewegung ist.

Freilich ist der Wein für den baldigen Genuss gemacht, und seine Komplexität ist begrenzt. Aber er ist äußerst gefällig, und er will auch nichts anderes sein. Kein Holz, zwei Monate auf der Feinhefe, ein frischer Tankwein. Gelesen wird nachts, damit die Trauben kühl im Keller ankommen und ohne Wärmeschock heruntergekühlt werden können — mehr Aufwand, als der Preis erwarten lässt.

Der Jahrgang hilft ihm. In Drama ist 2025 mit 8,0 von 10 das zweitstärkste Jahr meiner Reihe seit 2019, weit über den beiden schwachen Jahren 2022 und 2023. Unmittelbar danach hatte ich den Gennima Psychis rot 2022 im Glas, die mittlere Linie des Hauses, die ich mit 86 Punkten bewertet habe. Dass die günstigere Flasche besser dastand, erklärt sich zum Teil von dort.

Die schönste Pointe des Weins ist allerdings juristischer Natur. Er trägt keine geschützte Herkunft, sondern läuft als einfacher Wein ohne geografische Angabe, und der Grund dafür ist seine Griechischkeit. Moschomavro war in der Spezifikation für roten PGI Drama nicht vorgesehen; erst mit der Entscheidung vom 16. Dezember 2025 wurde die Sorte zugelassen, für diesen Jahrgang zu spät. Ein Wein wird hier dafür bestraft, einheimischer zu sein als die Regel, die für ihn geschrieben wurde – und die Regel hat sich inzwischen bewegt.

Ab Hof kostet der Wein rund neun Euro, das Gut empfiehlt ihn bei 12 bis 14 Grad. Für mich sind das 88 Punkte, weil er für das, was er sein will, exzellent ist.

Verkostet: August 2026

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