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Domaine Skouras – Megas Oenos 2022

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PGI Peloponnes
80% Agiorgitiko, 20% Cabernet Sauvignon
Peloponnes, Griechenland
Rotwein | trocken
14%
Trinkfenster: 2027–2037

Der Megas Oenos gehört zu den Weinen, die ich immer etwas skeptisch betrachtet habe. Das alte behäbige Schiff, das nicht so richtig die Wende bekommt. Ähnlich geht es mir mit dem Château Carras, der in meinen Augen leider von einem der besten griechischen Rotweine zu einem eher enttäuschenden, teuren Wein geworden ist, zumindest in vielen der neueren Jahrgänge. Auch andere Pionierweine des höherpreisigen Segments, die sich internationaler Rebsorten bedient haben, wie der Magiko Vouno von Nico Lazaridi, enttäuschen mich des Öfteren. Beim Megas Oenos war es dann aber so, dass er mich in einer Blindprobe mit Weinen aus dem Bordeaux sehr positiv überrascht hat.

Das war der 2019er, den ich 2025 mit rund sechs Jahren blind gegen fünf Bordeaux desselben Jahrgangs im Glas hatte. Er landete gleichauf mit Château Doyac an der Spitze der Runde, bei 94 Punkten. Vanille dominierte die Nase, es war zweifellos der brachialste Holzeinsatz der ganzen Runde, und ich hatte vorab zugegeben, eigentlich kein großer Fan zu sein, um am Ende einzuräumen, dass ich meine Meinung geändert hatte. Der Wine Advocate gab dem 2019er 92 Punkte, Jamie Goode 93.

Der Name heißt schlicht „großer Wein“, und der Megas Oenos ist das Flaggschiff des Guts, das George Skouras nach seinem Önologie-Studium in Dijon 1986 gegründet hat. Sohn Dimitris, der in Montpellier studiert hat, erzählt von den Anfängen in der Garage des Großvaters und vom Cabernet als Brücke zu ausländischen Käufern. Die Cuvée besteht aus 80 Prozent Agiorgitiko und 20 Prozent Cabernet Sauvignon. Der Agiorgitiko stammt aus Gymno in der Nemea-Zone, auf rund 600 bis 700 Metern, von Reben, die teils über 70 Jahre alt sind, der Cabernet kommt aus Korinthia, von rund 44 Jahre alten Stöcken. Weil der Cabernet-Anteil die PDO Nemea ausschließt, die reinsortigen Agiorgitiko verlangt, ist der Wein als PGI Peloponnes klassifiziert. Die Erträge sind niedrig, 22,5 Hektoliter je Hektar beim Agiorgitiko und 27,5 beim Cabernet. Der Wein reift 18 Monate in neuen französischen Barriques, davon vier Monate auf der Feinhefe, und hat 14 Prozent Alkohol, der 2019er hatte 14,5.

Als Jahrgang steht 2022 auf dem Peloponnes bei 7,0 von 10, über dem Median von 6,5, aber einen vollen Punkt unter dem starken nationalen Wert von 8,0. In Nemea fiel das Jahr verhaltener aus. Der Sommer war mild und trocken, ohne Hitzewellen, in der letzten Augustdekade regnete es dann täglich, was vor allem dem Agiorgitiko der Ebene Botrytis brachte, während die Berglagen besser wegkamen. Das Erntebulletin bescheinigt den Roten dort ein mäßiges phenolisches Potenzial und eine zufriedenstellende Säure.

Jetzt also der 2022er, vier Jahre nach der Ernte verkostet. In der Nase ist er deutlich zu vanillig und am Gaumen erst einmal recht wenig komplex. Ein ordentlicher griechischer Rotwein, dem man seine Ambitionen zumindest nicht ansieht. Nach einigen Tagen geöffnet zeigt er dann aber doch etwas von seinem Potenzial. Die Nase wird animierender, das Spektrum an Beerenaromen öffnet sich, und am Gaumen besticht er durch eine wirklich ganz hervorragende, animierende Säure. Allein der Nachhall bleibt lediglich mittellang, weshalb es für keine höhere Bepunktung reicht.

Kein Schwergewicht also, auch nicht der filigranste oder komplexeste Wein, aber sehr ausgewogen, ohne beliebig langweilig zu werden. Das zieht eine Linie zum 2019er, der mit seiner hellen Farbe neben den fast schwarzen Bordeaux zunächst erstaunlich dünn wirkte, aber alles andere als flach war und nicht in der Beliebigkeit feststeckte. In der Säure liegt der 2022er klar über dem, was das Bulletin dem Jahrgang in Nemea zuschreibt.

Ich würde ihn noch ein Jahr lagern lassen, bis er mindestens fünf Jahre auf dem Buckel hat, und ich denke, bis 2037 wird er sich problemlos halten. Bei derart Agiorgitiko-dominierten Weinen bin ich vorsichtig, was längere Prognosen angeht. In Griechenland kostet der Wein rund 28 Euro. Für mich sind das 92 Punkte, und ganz vorsichtig gebe ich noch ein kleines Plus für das Reifepotenzial, also 92+ Punkte.

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Verkostet: August 2026

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