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Diamantakis Winery – Prinos weiß 2025

Malvasia di Candia Aromatica - Chardonnay

PGI Kreta
50% Malvasia di Candia Aromatica, 50% Chardonnay
Kreta, Griechenland
Weißwein | trocken
13,5%

Bei Diamantakis' Prinos weiß bin ich am Ursprung des Hauses angekommen: Der Prinos White 2008 war der allererste Wein, den das Gut überhaupt gefüllt hat – die Abfüllung erfolgte 2009, zwei Jahre nach der Gründung 2007 durch die Brüder Zacharias, Yiannis und Michalis Diamantakis, dritte Generation kretischer Weinbautradition. Zacharias, in Athen in Önologie und Getränketechnologie ausgebildet, zeichnet als Chefönologe verantwortlich; heute bewirtschaftet die Familie 15 Hektar auf 30 Parzellen und füllt rund 120.000 Flaschen im Jahr. Der Prinos ist die Einstiegs- und Kerncuvée, deutlich unter dem Diamantopetra angesiedelt.

Im Glas ist ein PGI-Kreta zu gleichen Teilen aus Malvasia di Candia Aromatica und Chardonnay – jede Sorte getrennt vinifiziert, im Edelstahl bei 17 °C vergoren und drei Monate auf der Feinhefe ausgebaut, ohne dokumentierten Holzeinsatz. Die Trauben stammen aus den Weinbergen Sinani Cambos und Corfi bei Kato Assites an den östlichen Ausläufern des Psiloritis, aus bis zu 550 Metern Höhe auf kalkhaltigem Ton und Kalkstein, nordöstlich exponiert und von den Ägäis-Winden gekühlt. Gelesen wurde zwischen dem 5. und 25. August 2025, gefüllt unter Schraubverschluss in einer Auflage von 23.500 Flaschen, vegan deklariert. Mit 13,5 % Alkohol, 5,0 g/l Gesamtsäure und pH 3,45 liegt der Jahrgang analytisch klar runder als der 2023er, der mit 6,15 g/l bei pH 3,20 noch deutlich straffer gebaut war.

Als Jahrgang scheint 2025 auf Kreta außergewöhnlich zu werden. Nach drei Extremjahren zeichnet sich bei den Weißweinen eine langsame, gleichmäßige Reife ab, aromatische Konzentration bei bewahrter Säure – auch wenn die Basis hart war: das vierte Dürrejahr in Folge mit einem dreijährigen Niederschlagsdefizit, zwei Hitzewellen im Juli und August und Ertragseinbußen von bis zu 50 %. Meine Jahrgangserwartung für kretische Weißweine 2025 liegt deutlich über 2021.

Der Wein löst das ein. In der Nase floral, am Gaumen rund, getragen von schöner Mineralik. Genau dieses Runde bestätigt auch Simos Georgopoulos, der ihm am 14.07.2026 zweieinhalb Sterne gab und ihn „eher rund und ausgewogen als bissig-säurebetont" nannte; er kritisierte allerdings eine nur mäßige Geschmacksintensität und einen im Finale etwas hervortretenden Alkohol. Da widerspreche ich: Für mich ist der Nachhall lang und nachhaltig.

Wie steht er zu den eigenen Vorgängern? Den Prinos 2021 – dieselbe 50/50-Cuvée, damals mit 13 % Alkohol – habe ich 2022 mit einem Jahr Flaschenalter bei 90 Punkten gesehen, als unkomplizierten Essensbegleiter. Der 2025er ist eine Spur besser, und das lässt sich nun auch beziffern: 91 gegen 90. Der außergewöhnliche Jahrgang erklärt diesen kleinen Vorsprung. Eine internationale Kritikerwertung oder ein Wettbewerbsergebnis für den 2025er gibt es bislang nicht. Peter Moser bewertete den 2017er im Falstaff mit 88 Punkten, das International Wine Review den 2021er mit 89, Greg Sherwood MW den 2023er ebenfalls mit 89, und der 2024er holte in Thessaloniki 2025 Silber mit 88 Punkten.

Preislich bleibt der Prinos ein Wein dieser Preislage im besten Sinn – im griechischen Handel um sieben Euro. Getrunken wird er jetzt, in diesem Jahr, ohne Anspruch auf Reifepotenzial. Nachhall lang, nicht nur für einen Wein dieser Preislage. 91 Punkte.

Verkostet: Juli 2026

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