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Diamantakis Winery – Petali rot 2022

Liatiko

PGI Kreta
100% Liatiko
Kreta, Griechenland
Rotwein | trocken
13%

Der Petali Liatiko ist bei Diamantakis ein reinsortiger Liatiko, abgefüllt als PGI Kreta, und liegt preislich zwischen dem Prinos und der Diamantopetra. Der Name spielt aufs Handwerk an. „Petali“ bezeichnet den Tritt eines Webstuhls, und das Frontetikett zeigt zwei hölzerne Tritte. Die Trauben wachsen in den Lagen Chaniotis und Vorina bei Kato Assites im Regionalbezirk Heraklion, nordöstlich exponiert auf 350 bis 550 Metern, auf kalkhaltigem Ton, Lehm und Kalkstein, mit Seewinden aus der Ägäis. Der Ertrag liegt bei 8 Tonnen je Hektar. Vinifiziert wird klassisch mit fünf bis sieben Tagen Extraktion im Edelstahl, danach ruht der Wein zwölf Monate im Tank, ganz ohne Holz. Verantwortlich ist Zacharias Diamantakis, einer der drei Brüder, die das Familiengut 2007 gegründet haben und heute 15 Hektar auf 30 Parzellen bewirtschaften. Vom 2022er wurden 12.000 Flaschen gefüllt, deklariert bei 13 Prozent. Der erste Jahrgang dieses Weins war 2017.

Als Jahrgang war 2022 auf Kreta ein Selektionsjahr mit sehr hoher Betriebsstreuung. Anfang April richteten Sturmwinde Schäden an, der Juli war ungewöhnlich kühl, der Traubenwickler setzte den Reben stark zu, die Lese begann rund eine Woche später als üblich, und im letzten Augustdrittel kam noch kräftiger Regen dazu. Kreta steht für 2022 bei 7,0 von 10 und damit einen Punkt unter dem starken nationalen Jahrgang, und die einheimischen Roten blieben deutlich hinter dem Spitzenjahr 2019 zurück.

Liatiko ist fürs Auge schon wirklich gewöhnungsbedürftig, und dieser hier ist beinahe orange im Glas. Bei der Sorte ist das nicht ungewöhnlich, Liatiko ist dünnschalig, sehr farbarm und bräunt rasch. In der Nase ist er sehr vegetabil, ein bisschen gemüsig. Am Gaumen ist er dann gut, sehr stark im Antrunk und sofort sehr präsent mit seiner Aromatik, dazu Tomate und Rote Bete und ein zupackendes, sehr gleichmäßiges Tannin. Im weiteren Verlauf und im Nachhall wird er mir etwas zu dunkel, etwas mehr Frucht täte ihm gut. Trotzdem ein sehr guter reinsortiger Liatiko.

Den Petali 2019 habe ich 2023, rund vier Jahre nach der Lese, mit 92 Punkten bewertet, und auch dieser 2022er war bei der Verkostung rund vier Jahre alt. Der 2019er hätte in der Nase durchaus mit großen Pinot Noirs konkurrieren können und zeigte die feinsten Tannine aller Flaschen einer Verkostung reinsortiger Liatikos, dazu einen wirklich langen Nachhall. Tina Gellie gab ihm bei Decanter 90 Punkte. Mit 91 Punkten bleibt der 2022er knapp hinter ihm, unter den trockenen reinsortigen Liatikos meiner Notizen steht er damit auf Platz zwei, hinter dem eigenen Vorgänger.

In Griechenland kostet der Wein rund 13 Euro. Für mich sind das 91 Punkte.

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Verkostet: September 2026

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