Diamantakis Winery – Diamantopetra rot 2021
Syrah - Mandilaria
PGI Kreta
70% Syrah, 30% Mandilaria
Kreta, Griechenland
Rotwein | trocken
13%
Die Diamantopetra-Linie ist das Flaggschiff von Diamantakis, dem Familiengut, das die Brüder Zacharias, Michalis und Ioannis Diamantakis 2007 bei Kato Assites im Regionalbezirk Heraklion gegründet haben. Zacharias, in Athen zum Önologen ausgebildet, führt den Keller. Der Name heißt schlicht Diamantstein. Der rote Diamantopetra ist eine Cuvée aus 70 Prozent Syrah und 30 Prozent Mandilaria, erster Jahrgang war 2008. Kato Assites liegt zwar am Rand der PDO Dafnes, doch die schreibt beim trockenen Rotwein mindestens 80 Prozent Liatiko vor, und für Syrah ist dort kein Platz. Der Diamantopetra läuft deshalb als PGI Kreta. Die Trauben wachsen in den Parzellen Trochala, Voros und Pefki zwischen 350 und 550 Metern, nordöstlich exponiert und mit Seewinden aus der Ägäis, auf kalk- und tongeprägten Böden mit Kalkstein.
Im Keller werden die beiden Sorten getrennt vinifiziert. Nach der Gärung im Edelstahl reift der Wein rund zwölf Monate im Holz auf der Hefe, zu 80 Prozent in französischer und zu 20 Prozent in amerikanischer Eiche, die Hälfte davon neu. Das Fass beschäftigt Zacharias Diamantakis auch wissenschaftlich. Er ist Mitautor einer 2022 in Biosensors erschienenen Studie, die mit Spektroskopie und maschinellem Lernen neue, einmal und zweimal belegte Eichenfässer unterscheiden will, und alle untersuchten Proben stammten aus Fässern des eigenen Guts. Vom 2021er wurden 21.000 Flaschen gefüllt, deklariert bei 13 Prozent Alkohol.
Als Jahrgang steht 2021 auf Kreta bei 6,0 von 10, unter dem kretischen Median von 6,5, aber über dem nationalen Wert von 5,5. Es war ein heißes, dürres Jahr mit warmen Nächten, früher Lese und kleinerer Menge. Gelitten hat vor allem die früh reifende Gruppe aus Liatiko, Vilana und Kotsifali, während die späte Gruppe mit Syrah und Mandilaria besser durchkam. Ein warmes Jahr dieser Art ließe einen weichen, konzentriert-mediterranen Rotwein erwarten.
Weich ist dieser hier nicht. Die Nase ist äußerst interessant, vegetabil, Gemüse, Rote Bete, dazu etwas Sauerkirsche, im Ganzen kräutrig. Am Gaumen steht ordentliches Tannin, der Wein ist durchaus fordernd, zeigt aber eine schöne Balance. Der Abgang fällt eher kurz aus.
Den letzten roten Diamantopetra, den 2018er, hatte ich 2023 im selben Alter von rund fünf Jahren bei 88 Punkten. Das war ein etwas unausgewogener Wein, in dem rauchige Syrah-Noten die Nase beherrschten und kräftige Säure und Tannine die Frucht überdeckten, und mit nur 12,5 Prozent Alkohol fehlte ihm etwas Fülle. Der 2021er ist besser, deutlich besser, und vor allem deutlich ausgewogener. Am Jahrgang liegt das nicht, denn für Kreta war 2021 kein stärkerer Jahrgang als 2018, der Fortschritt liegt beim Wein.
Schon beim 2018er hatte ich eine mögliche Aufwärtsentwicklung vermutet, und auswärtige Stimmen zeigen, welches Niveau die Linie erreichen kann. Peter Pharos gab dem 2020er auf TimAtkin.com 92 Punkte, Andreas Larsson dem 2017er 91. In Griechenland kostet der aktuelle Jahrgang rund 17 Euro. Für mich sind das 89 Punkte.

Verkostet: August 2026
Andere Jahrgänge:
Diamantakis Winery – Diamantopetra rot 2018 (88, 2023)