Château Ducru-Beaucaillou – Château Ducru-Beaucaillou 2017
2ème Grand Cru Classé
AOC Saint-Julien
90% Cabernet Sauvignon, 10% Merlot
Bordeaux, Frankreich
Rotwein | trocken
13,5%
Trinkfenster: –2057
In einer Blindprobe wurde der Château Ducru-Beaucaillou 2017 – ein zweites Gewächs aus Saint-Julien mit 90% Cabernet Sauvignon und 10% Merlot – direkt mit dem griechischen Ktima Kokotos 2017 vom Kokotos Estate (PGI Attika) verglichen, der exakt dieselbe Rebsortenzusammensetzung aufweist. Der Ducru-Beaucaillou verbringt 18 Monate in französischer Eiche und bringt 13,5% Alkohol mit, der Kokotos reift sogar 26 Monate und kommt auf 14%.
Optisch unterscheiden sich die Weine deutlich: Der Ducru-Beaucaillou geht weit mehr ins violette Spektrum, hat aber auch schon mehr Depot, sodass man aus der Farbe allein noch nicht viel über die relative Alterungsfähigkeit ableiten darf. Geradezu schockierend ist, wie nahe die Weine in der Nase beieinander liegen. Gerade wenn sie etwas wärmer werden, würde man sie ohne paralleles Glas kaum noch auseinanderhalten können. Der Ducru geht eine Spur mehr ins Rotfruchtige, der Kokotos hat mehr rauchige Aromen. Auch am Gaumen geht kaum eine Papierbreite zwischen die beiden Cuvées: Ducru-Beaucaillou ist ein Hauch filigraner, Kokotos dafür komplexer. Im Nachhall halten sie vergleichbar lange durch. Zwei Weine, wie sie für ihren Typ kaum besser sein können – und die mit der Zeit jeweils noch besser werden könnten.
Der Ducru-Beaucaillou 2017 hat auf Global Wine Score eine Durchschnittsbewertung von 96,37 Punkten und liegt damit unter den trockenen Rotweinen des Bordeaux auf Platz 11 am linken Ufer, unmittelbar nach Latour, Margaux, Haut-Brion, Léoville-Las-Cases und Mouton Rothschild – und noch vor Lafite und Palmer. Dass der griechische Kokotos in der Blindprobe auf Augenhöhe lag und sogar die Nase vorne hatte, spricht Bände über beide Weine. Der Kokotos erhielt mindestens 98 Punkte; der Ducru-Beaucaillou, der in der Blindprobe knapp hinter dem Kokotos lag, bewegt sich auf demselben Niveau – 98 Punkte, mit Reifepotenzial nach oben. Preislich liegt der Ducru-Beaucaillou allerdings bei rund dem Dreifachen des Kokotos.
Verkostet: 2022