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Alpha Estate — Syrah 2023

Single Vineyard Turtles

PGI Florina
100% Syrah
Makedonien, Griechenland
Rotwein | trocken
14,5%
Trinkfenster: –2033

Alpha Estate, gegründet 1997 vom Weinbauern Makis Mavridis und dem Önologen Angelos Iatridis, gehört zu den präzisesten und technikaffinsten Gütern Griechenlands und liegt im Nordwesten, in Amyndeon in der PGI Florina. Das ist eine der kühlsten Ecken des Landes, ein kontinentales Hochplateau auf gut 600 bis 700 Metern, von Bergen umstellt und von zwei Seen gemildert. Genau das hört man auch diesem Syrah an. Er kommt aus der Einzellage „Turtles“, benannt nach den Schildkröten, die im Sommer durch die Syrah-Parzellen wandern, während der Xinomavro nebenan die Lage „Hedgehog“, den Igel, trägt. Hier reift Syrah anders als im heißen Süden, nicht breit und marmeladig, sondern dunkel, würzig, pfeffrig, mit Kräutern und einer Säure, die ihn eher in Richtung nördliche Rhône rückt. 100 Prozent Syrah, 14,5 Prozent Alkohol, zwölf Monate französische Eiche mit mittlerer Toastung und danach zwölf Monate Flasche. Für rund 17 € ist das eine Einzellagen-Abfüllung von einer der besten Adressen des Landes zu einem fairen Preis.

Im Keller folgt der Wein dem Muster eines modernen, strukturierten Syrah, mit Kaltmazeration, langsam ansteigenden Gärtemperaturen und acht Monaten auf der Feinhefe, bevor er ins Holz kommt. Der Jahrgang 2023 war in Amyndeon kein einfacher. Auf einen milden, schneearmen Winter folgte ein nasses, auffallend kühles Frühjahr mit Mehltaudruck, danach ein heißer, trockener Sommer mit Wasserstress. Gerettet hat den Jahrgang die Reifephase, die mit kühlen Nächten lang und gleichmäßig verlief und gerade den roten Sorten eine gute phenolische Reife bei erhaltener Frische brachte. Bei einem Betrieb, der so genau selektiert und bewässert wie Alpha Estate, ist so ein Jahr eher ein Vorteil als ein Problem.

Den Jahrgang 2023 hatte ich nun diesen Monat im Glas. In der Nase ist er noch relativ verhalten, vor allem Brombeere, dazu etwas Paprika. Am Gaumen ist er zunächst sehr dicht, dann aber recht schnell vom Alkohol abgelöst. Es fehlt ein wenig die Komplexität, um den Wein wirklich in die Höhe zu heben. Ich verstehe durchaus die Leute, die ihm „nur“ 89+ geben und das Trinkfenster erst in ein, zwei Jahren beginnen lassen würden.

Der Produzent nennt den Wein einen lagerfähigen Vin de Garde. Ich bin da inzwischen vorsichtig geworden, was die Lagerprognosen bei Alpha Estate angeht, dafür brauche ich noch ein paar Jahre eigene Erfahrung. Lange halten wird er wohl, unbedingt brauchen muss er die Zeit aber nicht, und viel neue Komplexität wird er dabei wohl nicht mehr freigeben. Sehr gut gemacht ist er auf jeden Fall, ein sehr solider griechischer Syrah. Für mich sind das 91 Punkte.

Verkostet: Juni 2026

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